Startseite

"Daten sind bei Wikileaks nicht sicher"

Er war ein Weggefährte von Julian Assange, dann stieg er bei Wikileaks aus. Im Gespräch mit dem stern lässt Daniel Domscheit-Berg jetzt kaum ein gutes Haar an der Plattform.

  Nachdenklich: Daniel Domscheit-Berg, früherer Mitstreiter von Julian Assange

Nachdenklich: Daniel Domscheit-Berg, früherer Mitstreiter von Julian Assange

Die Enthüllungs-Plattform Wikileaks kann ihre Geheimdokumente und Informanten nicht mehr zuverlässig schützen. Ausgeschiedene Mitarbeiter hätten deshalb einen großen Teil des Datenmaterials "sichergestellt", sagte der ehemalige deutsche Sprecher der Organisation, Daniel Domscheit-Berg, im Interview mit dem stern. Außerdem habe der Top-Programmierer von Wikileaks, intern "der Architekt" genannt, die von ihm geschaffene Software mitgenommen. Wesentliche Funktionen der Enthüllungs-Plattform seien seit September 2010 "nicht mehr aktiv". Domscheit-Berg und andere Mitstreiter hatten die Organisation vergangenen August im Streit über den Kurs des Wikileaks-Gründers Julian Assange verlassen.

Dokumente der Bank of America, deren Veröffentlichung Assange wiederholt angekündigt hat, gehörten nicht zu dem sichergestellten Material. Die Bankdaten seien älter und nach seiner Einschätzung "auch völlig unspektakulär", sagte Domscheit-Berg dem stern. Den Vorwurf der Sabotage wies der ehemalige Wikileaks-Sprecher im Interview zurück. Es handle sich um "Rücknahme geistigen Eigentums", das der "Architekt" der Organisation zur Verfügung gestellt hatte.

"Noch nie so eine krasse Persönlichkeit erlebt"

Die bisher unveröffentlichten Dokumente mitzunehmen sei notwendig gewesen, um die Quellen zu schützen. "Wikileaks konnte ihre Sicherheit nicht mehr garantieren." Die Plattform habe nicht einmal mehr eine verschlüsselte Website. Offenbar sei Assange zu beschäftigt damit, den vorhandenen Datenschatz "auszuschlachten". Wenn er ihre Sicherheit garantieren kann, bekomme er die entführten Daten zurück.

Er habe "noch nie so eine krasse Persönlichkeit erlebt wie Julian Assange", zitiert der stern aus Domscheit-Bergs Buch "Inside Wikileaks", das ihm exklusiv vorliegt. Der Deutsche, der fast drei Jahre lang für "die gefährlichste Website der Welt" arbeitete, beschreibt den Australier einerseits als sehr "freigeistig", "energisch", "genial", andererseits als "paranoid", "machtversessen", "größenwahnsinnig". Als großen Bluff schildert Domscheit-Berg frühere Erfolge von Wikileaks: "Hätte die gegnerische Seite gewusst, dass wir nur zwei extrem großmäulige junge Männer mit einer einzigen Uralt-Maschine waren, hätte sie eine Chance gehabt, den Aufstieg zu stoppen." Durch den Weggang des "Architekten" sei die Enthüllungs-Plattform wieder auf den alten technischen Stand zurückgesetzt. Domscheit-Berg bezeichnet sie als ein "Chaos", "stümperhaft zusammengebasteltes Zeug", mit "wild wuchernden Programmeilen" und "viel zu angreifbar".

pm/print

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools