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Ein Weihnachtsmann für alle Fälle

Wer einen Weihnachtsmann für Heiligabend zu sich einlädt, macht nicht nur seinen Kindern eine Freude - auch, wenn der Besuch von Santa Claus nicht immer so abläuft wie geplant.

Von Björn Holm

Seitdem unsere beiden Kinder auf der Welt sind, ist es bei uns Brauch, dass der Weihnachtsmann kurz vor der Bescherung laut und kräftig an die Tür klopft und den Sack mit den Geschenken vor der Tür abstellt. In den beiden vergangenen Jahren haben wir aber festgestellt, dass die Jungs immer schneller werden und das Sprinten um das Haus bei überwiegend nassem Dezemberwetter immer gefährlicher wird. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass man im Alter bekanntlich weder schneller noch jünger wird. Das alles hat meine Frau und mich dazu bewogen, dass dieses Jahr alles anders werden soll. Ruhiger, besinnlicher, weniger hektisch und vor allem ohne Schweißperlen auf der Stirn. Dieses Jahr kommt der Weihnachtsmann!

Die Wahl des richtigen Weihnachtsmannes fällt auf Hans Hahn, der uns wärmstens empfohlen wurde. Einem pädagogisch ambitionierten Weihnachtsmann, der sich dadurch auszeichnet, dass er neben einem echten Bart auch einen echten Bauch hat. Weiterhin besitzt er eine tiefe Stimme, ein tolles Outfit und alle Accessoires, die einen echten Weihnachtsmann ausmachen. Dazu gehört auch ein goldenes Buch, in das er zum großem Finale an Heiligabend zu jedem Kind die jeweils artigen und die unartigen Dinge vermerkt, die er dann pädagogisch wertvoll zur Sprache bringt. Beste Voraussetzungen also!

Heiligabend, 20 Uhr, es klopft! Die Kinder jagen zur Tür in freudiger Erwartung den Sack mit den Geschenken zu finden. Dieses Mal steht aber der Weihnachtsmann noch selbst vor der Tür, den Sack über der Schulter und die Kinder erstarren voller Ehrfurcht. „Na Kinder, lasst ihr mich herein? Ich bin der Weihnachtsmann!“, sagt er mit tiefer fester Stimme. Mit einem schreckverzogenem:„Ahhhrg!“, nimmt Leo mit seinen drei Jahren Reißaus, hetzt im Wohnzimmer an mir vorbei und wirft mir im Laufen zu: „Der, der, der Weihnachtsmann ist da!“ Schutzsuchend wirft er sich hinter das Sofa. Henri, mit seinen neun Jahren etwas furchtloser als sein hasenfüßiger Bruder, nickt und macht eine einladende Geste. Der Weihnachtsmann tritt ein und Henri führt ihn mit ehrfürchtigem Blick ins Wohnzimmer zum Weihnachtsbaum - allerdings etwas wortkarger als sonst üblich.

„Allen gesegnete Weihnachten!“, sagt der Weihnachtsmann und setzt den Sack ab, nimmt sein goldenes Buch zur Hand und schlägt es auf. „Habt Ihr denn auch ein Gedicht für mich vorbereitet?“, fragt er.

Henri meldet sich und beginnt sein Gedicht aufzusagen. „Warst Du auch immer artig?“ fragt der Weihnachtsmann anschließend. „Klar!“ erwidert Henri. „Dann wollen wir doch mal sehen“, sagt der Weihnachtsmann und schaut tief in sein goldenes Buch. Jetzt schlägt die große Stunde des Hans Hahn. Ausschweifend lobt er die positiven Dinge. Dabei gestikuliert er wild herum und tritt immer wieder bewundernd vor und zurück. Bei den rutenwürdigen Dingen wedelt er theatralisch mit dem erhobenen Zeigefinger. Am Ende sind wir sogar noch an der Reihe, indem er uns herzliche Erziehungstipps mit auf den Weg gibt.

Endlich bekommt Henri seine Geschenke. Unter anderem auch ein Skateboard, welches Henri nach dem Auspacken an die Wand lehnt. Nachdem auch Leo mit viel Zuspruch sein Versteck verlässt und sein Gedicht aufsagt, beginnt das Schauspiel von vorne. Hans Hahn und das goldene Buch führen wieder alles Gute und Schlechte auf.

Während dessen gleitet das Skateboard mit einem Klappern von der Wand und rollt los. Gerade als der Weihnachtsmann einen Schritt auf Leo zumachen will, um seinen Ausführungen noch mehr Gewicht zu verleihen, tritt er auf das Skateboard verliert das Gleichgewicht, kippt nach vorne über und taucht mit einen „Verflucht noch mal!“ Kopf voran in den Weihnachtsbaum ab. Den umarmt er hilfesuchend und kommt erstaunlicher Weise wieder kurz zum Stehen.

In seinem Gesicht macht sich Erleichterung breit - bis zu dem Moment, als der Weihnachtsbaum mit einem langgezogenem Knarzen nachgibt, denn der echte Bauch von Hans Hahn mit dem Baum zusammen sind zuviel für den zarten Christbaumständer. Aus dem erleichterten Blick wird ein hilfesuchender und der Weihnachtsbaum mit angehängtem Weihnachtsmann kippt mit einem rauschenden, scheppernden Geräusch zur Seite.

„Nun isser weg, der Weihnachtsmann!“ kommentiert Leo und nur noch der Baum ist zu sehen. Niemand sagt etwas. Nachdem auch das Skateboard ausgerollt ist, herrscht absolute Stille! Zu sehr sind wir alle damit beschäftigt, die Eindrücke zu verarbeiten. „Wir haben den Weihnachtsmann getötet!“ flüstert Henri. Ein leises Stöhnen unter dem Baum reißt uns wieder in die Wirklichkeit zurück und wir beginnen erleichtert, den Weihnachtsmann zu bergen.

Während mein Schwiegervater den Baum aufrichtet, helfe ich dem Weihnachtsmann wieder auf die Beine. Da steht er nun, der Weihnachtsmann, die Mütze schief, überall Lametta am Anzug und irgendwie habe ich das Gefühl, dass er etwas mehr glänzt als vorher. Das wird wohl an dem glitzerndem Staub der Christbaumkugeln liegen.

Augenblicklich fangen wir alle an zu lachen, bis uns die Tränen über das Gesicht laufen. Selbst Hans Hahn muss auch lachen und schlägt sich vor Vergnügen auf die Schenkel. „So etwas hab ich auch noch nicht erlebt!“, raunt er und rückt seine Mütze zurecht. Immer noch lachend, verabschieden wir uns mit einer herzlichen Umarmung.

Als er weg ist, sagt Henri noch: „Ein bisschen komisch war der schon, der Weihnachtsmann, oder?“ „Aber lustig!“ erwidere ich.

Frohe Weihnachten!

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