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DLRG meldet drastischen Anstieg von Badetoten

Der Sommer 2015 war vielerorts heiß - eine negative Folge davon zeigt sich in der Badetoten-Statistik. Die DLRG meint: Viele, die Schwimmen gehen, können dies schlicht nicht gut genug. Und: "Besonders häufig preschen Männer nach vorne."

Eine Frau vom DLRG überwacht einen Strand mit einem Fernglas

Wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft bekannt gab, kam es 2015 allein in den Monaten Juni und August zu 254 tödlichen Badeunfällen

Die Zahl der Badetoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den höchsten Stand seit neun Jahren gestiegen. Das geht aus der Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft ( DLRG) hervor. Demnach gab es 2015 bundesweit 488 Badetote, das waren 25 Prozent mehr als im Vorjahr. In Deutschland war 2015 das zweitwärmste Jahr nach dem Rekordhalter 2014 - warmes Wetter wirkt sich erfahrungsgemäß auf die Zahl der Badetoten aus.

Allein in den Monaten Juni und August kam es zu 254 tödlichen Badeunfällen. 80 Prozent der Menschen verunglücken in Binnengewässern wie Flüssen, Seen und Teichen. An den Küsten konnte ein Rückgang verzeichnet werden - 2015 starben dort 14 Menschen, 2014 waren es 33. "Wir haben erheblich investiert", sagte DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje und sprach von einer Warn-App sowie Flyern.

DLRG: 375 Todesopfer waren männlich, 97 weiblich

Die meisten Badetoten gab es mit 112 Fällen in Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 70. In den Küstenländern starben 50 Menschen in Niedersachsen, 27 in Mecklenburg-Vorpommern und 17 in Schleswig-Holstein.

Obwohl Schwimmen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in Deutschland gehört, können viele Menschen nicht ausreichend gut schwimmen oder überschätzen sich im Wasser. "Besonders häufig preschen Männer nach vorne", sagte Hatje. Dies spiegeln die Zahlen: 375 Todesopfer waren männlich, 97 weiblich.

DLRG: Ältere Menschen häufiger in Notsituationen

Auch ältere Menschen gerieten vergleichsweise häufig in Notsituationen: "Sie gehen oft von früheren Erfahrungen im Wasser aus und verschätzen sich deshalb", sagte Hatje. Er wandte sich gegen die Schließung von Bädern: Nicht nur für Kinder sei der Schwimmunterricht wichtig, ältere Menschen könnten beim Schwimmen ihre Fitness erhalten. 

Erstmals wurden auch die Zahlen von beim Baden ertrunkenen Flüchtlingen separat erhoben. Mit 27 Toten bereitet diese Gruppe der DLRG große Sorgen. Einige Zuwanderer könnten nicht richtig schwimmen, außerdem fehle oft die Erfahrung mit Gewässern, wie sie in Deutschland vorkommen. Die DLRG hat reagiert und Flyer mit Baderegeln in 25 Sprachen übersetzt - darunter Türkisch, Arabisch, Spanisch und Russisch. Auch Schwimmkurse sollen gezielt angeboten werden.

amt/DPA
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