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Adieu, Dominique

Sie war die Löwin an seiner Seite, als er wegen mutmaßlicher Vergewaltigung vor Gericht und am Weltpranger stand. Aber offenbar waren seine Sex-Eskapaden zu viel für sie. Anne Sinclair hat sich von Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn getrennt.

  Löwin an seiner Seite: Anne Sinclar mit Dominique Strauss-Kahn im Juni 2011 in New York

Löwin an seiner Seite: Anne Sinclar mit Dominique Strauss-Kahn im Juni 2011 in New York

Erinnern Sie sich? Es war im vergangenen Jahr. Die Zeit, als Maria Shrivertat nichts dergleichen.

Schon damals durfte man sich fragen: Wie hält die Frau das aus? Wieso tut sie sich das an? Sinclair war nie ein Anhängsel des Politikers. Die 63-Jährige war immer selbst Powerfrau, dazu wohlhabend, reich. Warum wirft sie ihn nicht raus? Die Fragen wurden auch nach der Rückkehr nach Frankreich umso drängender, als bekannt wurde, dass Strauss-Kahns, nun ja, außereheliche sexuelle Begegnung mit dem Zimmermädchen des New Yorker Sofitel kein Einzelfall war, sondern er hüben wie drüben auch ganz gerne an Sexpartys teilgenommen hatte.

Offenbar reicht es Sinclair aber nun doch. Die Nachrichtenagentur Reuters hat am Freitagmorgen gemeldet, dass Sinclair sich "Kreisen zufolge" von nunmehr Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn getrennt habe. Die beiden wohnten jetzt in zwei verschiedenen Pariser Anwesen, sagte eine Strauss-Kahn nahestehende Person demnach am Donnerstag. Die Illustrierte "Closer" hatte zuvor berichtet, die Journalistin habe Strauss-Kahn aus ihrer gemeinsamen Wohnung im Zentrum der Hauptstadt geworfen. Seit 1991 ist Sinclair mit Strauss-Kahn in zweiter Ehe verheiratet. Aus erster Ehe hat sie zwei Kinder. Für den 63-jährigen Strauss-Kahn ist es die dritte Ehe, er hat vier Kinder.

Interessant ist dabei die Begründung für das Ende der Beziehung. Dem Vernehmen nach soll die Ehe darunter gelitten haben, dass sich DSK - so das Akronym für den Politiker - frustriert über mangelnde Jobperspektiven immer mehr aus dem Gesellschaftsleben zurückgezogen habe. Das klingt, mit Verlaub, recht aberwitzig, würde das doch bedeuten, dass Sinclair sich weniger daran gestört hat, dass ihr Mann seinen sexuellen Bedürfnissen vor aller Augen offenbar sozial ungehemmt nachgegangen ist, sondern daran, dass er jetzt, gebrandmarkt, zu oft zu Hause war statt auf Partys auf dem linken Seine-Ufer zu brillieren, womit auch immer.

Aber einerlei. Je weniger Strauss-Kahn sichtbar ist, umso mehr taucht Sinclair selbst wieder auf. Vor Kurzem heuerte sie als Herausgeberin bei der französischen Ausgabe der Internetzeitung "Huffington Post" an. Deren Chefin ist eine andere Powerfrau, die Amerikanerin Arianna Huffington. Strauss-Kahn hat in den USA indes noch eine zivilrechtliche Klage des New Yorker Zimmermädchens am Hals. In Frankreich wird derzeit gegen ihn wegen des Verdachts ermittelt, dass er wissentlich an Sex-Partys mit Prostituierten teilgenommen hat.

Florian Güßgen mit Reuters

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