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Übergewicht bei Kindern geht leicht zurück

Wer mehr Jahre auf dem Buckel hat, bringt auch mehr Kilos auf die Waage, so lautet ein Kernergebnis des neuen Ernährungsberichts. Außerdem greifen die Deutschen immer öfter zu knackigem Gemüse.

  Der Durchschnittsdeutsche aß im Jahr 2011 um 1,1 Kilogramm mehr Gemüse als im Jahr 2000

Der Durchschnittsdeutsche aß im Jahr 2011 um 1,1 Kilogramm mehr Gemüse als im Jahr 2000

Bei Kindern ist das Übergewicht leicht zurückgegangen, viele Senioren dagegen kämpfen mit den Kilos: Das geht aus dem Ernährungsbericht 2012 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hervor. Die Studie wurde am Freitag in Berlin vorgestellt. In fast allen Bundesländern ist das Übergewicht bei Kindern im um bis zu drei Prozent zurückgegangen. Auch die Zahl der als fettleibig eingestuften Kinder ist um bis zu 1,8 Prozent niedriger. "Ein positives Signal, aber ob dieser Trend sich bestätigt, muss sich erst noch zeigen", sagte Ministerin Ilse Aigner (CSU) der "Bild"-Zeitung.

Gemüse im Trend

Nach Angaben des deutschen Ernährungsberichts isst jeder Mann im Durchschnitt pro Woche etwa ein Kilogramm Fleisch und Wurst, empfohlen werden 300 bis 600 Gramm. Allerdings werden nach Angaben des Berichts auch mehr Fisch und Gemüse verspeist: So seien im vergangenen Jahr pro Kopf etwa 25 Kilogramm Gemüse wie Tomaten, Kohl, Rüben, Gurken und Hülsenfrüchte verzehrt worden. Zwischen den Jahren 2000 und 2011 sei der Konsum von Gemüse damit jährlich pro Kopf um durchschnittlich 1,1 Kilogramm gestiegen. Außerdem hat im Jahr 2010 jeder Deutsche nach Auskunft des Ministeriums etwa 16 Kilogramm Fisch verzehrt.

Insgesamt sind etwa 60 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen in Deutschland zu dick. Vor allem Senioren haben laut dem Bericht Probleme mit Übergewicht: So hätten ca. drei Viertel der Männer und knapp zwei Drittel der Frauen zwischen 70 und 74 Jahren zu viel Gewicht, was auch auf Bewegungsmangel zurückzuführen sei.

Fettleibigkeit als Todesursache

Die DGE erstellt den Bericht alle vier Jahre im Auftrag der Bundesregierung. In einer anderen, internationalen Studie mit dem Titel "Global Burden of Disease Study 2010 (GBDS 2010)", die am Donnerstag in London veröffentlicht worden war, hieß es, dass in den vergangenen zehn Jahren Fettleibigkeit zum großen Problem geworden sei. Lag diese 1990 noch auf Platz 10 der größten Gesundheitsrisiken, ist sie nun auf Platz 6 in der Welt. Mehr als 3 Millionen Todesfälle seien 2010 auf einen zu hohen Body-Maß-Index zurückzuführen gewesen. Daten aus 187 Ländern wurden dafür ausgewertet.

EU-Richtlinie zu Lebensmittelwerbung

Unterdessen macht die Europäische Union (EU) beim Thema Essen und Gesundheit weiter Druck auf die Hersteller: Lebensmittel dürfen nämlich von diesem Freitag an nur noch eingeschränkt mit Gesundheitsbotschaften beworben werden. Eine EU-Richtlinie verbietet es Nahrungsmittelkonzernen, sogenannte Health Claims auf die Verpackungen zu drucken, wenn die Behauptungen nicht wissenschaftlich belegt und von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit genehmigt sind. Beispielsweise darf laut Anne Markwardt von der Lebensmittelorganisation Foodwatch nicht mehr behauptet werden, dass probiotische Joghurts die Abwehrkräfte so stärken, dass sie vor Erkältung schützen.

juho/DPA/DPA

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