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Die größte aller Castingshows

Mehr als 23 Millionen Deutsche sollen live zugesehen haben, als der Name des neuen Papstes verkündet wurde. Tiefe Religiösität? Eher die Freude an Casting-Sendungen, meint

Sophie Albers.

  Zumindest heute sind wir immer noch Papst.

Zumindest heute sind wir immer noch Papst.

Geschätzte 23,5 Millionen deutsche Fernsehzuschauer haben eingeschaltet, als der neue Papst der Welt präsentiert wurde. Das ist fast so, als hätten alle Kartei-Katholiken Deutschlands vor dem Fernseher gesessen. Doch nicht nur im Fernsehen, auf allen denkbaren Medienkanälen war die Wahl von Benedikts Nachfolger von morgens bis abends Programm - vom Live-Ticker bis zum religionsphilosophischen Kommentar.

Die reine Papst-Verehrung wird es allerdings nicht gewesen sein, die die Massen fasziniert hat. Schließlich halten mittlerweile selbst die deutschen Katholiken Papst und Bischöfe für "rückwärtsgewandt", wie die Studie "Religiöse und kirchliche Orientierungen" von der Medien-Dienstleistung GmbH in Zusammenarbeit mit katholischen Verbänden und Organisationen gerade erst Ende Januar belegt hat. Die wenigsten Menschen brauchen den Papst zum täglichen Leben. Was also war am Mittwochabend los?

Die einzigartige Vatikan-Show

Am Dienstag sind 115 Kardinäle in die Sixtinische Kapelle eingezogen. Am Mittwoch war der Argentinier Jorge Bergoglio nach nur fünf Durchgängen gewählt. Keine Tränen, kein Geschrei, kein Drama, nur ein bisschen weißer Rauch ist nach außen gedrungen. Was in der Sixtinischen Kapelle passiert, bleibt in der Sixtinischen Kapelle. Das ist erfrischend angesichts der Realityhölle des TV-Alltags. Die ultimative Einschaltquote liegt im ultimativen Geheimnis. Schließlich ist nichts spannender als das Kopfkino. Für einen Großteil des Publikums war die Papstwahl vor allem eine große Show: Pope-Spotting. Und schließlich weiß nur der liebe Gott, wann die nächste kommt.

Die tagtägliche Kritik an der Institution katholische Kirche - Missbrauchsskandale, Zölibat, Frauenbild, Sexuallehre - scheint tatsächlich vergessen, wenn alte Männer in bunten Roben und Hüten sich feierlich zurückziehen, um einen der ihren auf den geistlichen Thron zu hieven. Die Vatikan-Show ist einzigartig. Dieser uralte märchenhafte Prunk, dieses Meer an Symbolen, die kein Laie versteht, dieses Paralleluniversum, das die Zuschauer auch noch selbst mitfinanzieren. Was den Briten ihr Königshaus, ist den Republikanern manchmal der Vatikan.

Kein Wunder also, dass auch Menschen ohne jedes religiöse Gefühl mit großer Freude Rauchfarben analysiert haben. Ob Franziskus die aus der Zeit gefallene Haltung der katholischen Kirche wirklich ändern wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das wird allerdings erfahrungsgemäß erst gelesen, wenn die Millionen Zuschauer sich einem neuen Thema zugewandt haben.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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