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Ägyptische Polizei nimmt Mohammed al Beltagi fest

Ägypten erwartet wieder einen Freitag der Gewalt. Noch vor den Protesten wird ein Aufpeitscher der Muslimbrüder verhaftet. Die EU hofft, dass die Streitkräfte ihr Demokratieversprechen halten.

  Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi demonstrieren in Gizeh

Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi demonstrieren in Gizeh

Einen Tag vor erwarteten neuen Massenprotesten der Islamisten hat die ägyptische Polizei am Donnerstag ein Führungsmitglied der Muslimbrüder verhaftet. Gegen Mohammed al Beltagi habe ein Haftbefehl wegen Aufrufen zur Gewalt vorgelegen.

Das berichtete ein Mitarbeiter des Innenministeriums am Donnerstag in Kairo. Al Beltagi gehörte zu den wichtigsten Rednern der Islamisten bei den Protesten vor der Rabea-al-Adawija-Moschee in Kairo gegen die Absetzung des Präsidenten Mohammed Mursi. Während der Erstürmung des Protestlagers durch die Polizei war seine Tochter Asmaa erschossen worden. Zusammen mit Al Beltagi wurden der frühere Arbeitsminister Chalid al Azhari und ein weiteres Mitglied der Muslimbruderschaft festgenommen. Es werde geprüft, ob gegen sie etwas vorliege, hieß es.

Die Streitkräfte befürchten, dass es bei den Protesten nach dem Mittagsgebet am Freitag zu Angriffen auf öffentliche Einrichtungen kommt. Das Ministerium für Altertümer versetzte seine Mitarbeiter in Alarmbereitschaft, um Zerstörung oder Plünderungen zu verhindern. Die Armee forderte die Bürger auf, den Zugang zu den Hausdächern zu verriegeln, damit Gewalttäter nicht von dort aus angreifen können. Bei früheren Protestaktionen waren weniger die Muslimbrüder als Angehörige radikalerer Islamistengruppen als Gewalttäter aufgefallen.

Radikalisierung des Landes für USA und EU inakzeptabel

Bei ihren Aktionen in mehreren Provinzen unter dem Motto "Freitag der Entschlossenheit" wollen die Islamisten gegen die Haftentlassung des früheren Präsidenten Husni Mubarak und für die Wiedereinsetzung Mursis als Staatschef demonstrieren. Mursi war nach einer Protestwelle am 3. Juli von der Armee abgesetzt worden. Bei den anschließenden Ausschreitungen gab es mehr als 1000 Tote.

Die Europäische Union beklagt die Radikalisierung in Ägypten. "Die Gemäßigten verlieren jeden Tag an Terrain", sagte der EU-Sondergesandte für das Südliche Mittelmeer, Bernardino León. Brüssel und Washington hätten aber eine klare Botschaft: "Weder die EU noch die USA werden eine Radikalisierung des Landes akzeptieren."

León äußerte die Überzeugung, dass das Militär sein Versprechen halten und die Macht wieder abgeben werde. "Im demokratischen, post-revolutionären Ägypten muss die Armee eine rein verfassungsmäßige Rolle spielen, die sich einzig auf die Verteidigung des Landes vor externen Aggressionen beschränkt", sagte er. Nach der Rückkehr zur Demokratie müssten auch die Muslimbrüder beteiligt werden. Sie müssten aber darüber nachdenken, was falsch gelaufen sei und wie sie sich vollständig integrieren könnten.

awö/DPA/DPA

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