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Sechs Palästinenser von israelischer Armee getötet

Am Wochenende flammte der Gazastreifen-Konflikt erneut auf. Mindestens sechs Palästinenser wurden getötet und acht Israelis verletzt. Israels Regierungschef Netanjahu ist "bereit zur Eskalation".

  Ein Todesopfer des israelischen Angriffs war ein 20-jähriger Dschihad-Anhänger, der am Sonntag beigesetzt wurde. Seine Schwester weint um ihn bei der Beerdigung.

Ein Todesopfer des israelischen Angriffs war ein 20-jähriger Dschihad-Anhänger, der am Sonntag beigesetzt wurde. Seine Schwester weint um ihn bei der Beerdigung.

Bei einer neuen Welle der Gewalt im Gazastreifen sind am Wochenende mindestens sechs Palästinenser getötet und acht Israelis verletzt worden. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu drohte, sein Land sei "bereit zur Eskalation". Die israelische Luftwaffe flog nach eigenen Angaben sieben Angriffe auf Ziele im Gazastreifen, nachdem rund 60 Raketen von dort gegen Israel abgeschossen worden seien.

Bei einem der Luftangriffe der israelischen Armee im nördlichen Gazastreifen wurden nach palästinensischen Angaben am Samstagabend ein Palästinenser getötet und zwei weitere verletzt. Der getötete 20-Jährige war ein Kämpfer der Al-Kuds-Brigaden der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad, wie diese mitteilte.

Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht zum Sonntag sechs weitere Ziele im Norden und Osten von Gaza-Stadt sowie im südlichen Gazastreifen an. Dabei seien unter anderem eine Waffenwerkstatt, Waffenlager und Abschussrampen für Raketen ins Visier genommen worden, erklärte die Armee.

Vier Zivilisten unter den Getöteten

Unter den weiteren Todesopfern der Angriffe waren laut palästinensischen Angaben ein weiterer Al-Kuds-Kämpfer, zudem wurden vier Zivilisten im Alter zwischen 15 und 20 Jahren getötet. Mindestens 32 Menschen wurden nach Angaben palästinensischer Ärzte verletzt, zehn von ihnen mussten Gliedmaßen amputiert werden.

Am Sonntagmorgen feuerten palästinensische Extremisten erneut vier Raketen ab, dabei wurden nach israelischen Angaben vier Menschen in der Stadt Sderot leicht verletzt. Zu den Angriffen bekannten sich die Al-Kuds-Brigaden in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung.

Offensive Reaktionen israelischer Politiker

Eine ganze Riege israelischer Politiker hat sich bereits zum Konflikt geäußert. Netanjahu sagte bei der wöchentlichen Kabinettssitzung, die Welt müsse verstehen, dass Israel nicht tatenlos zusehen werde, wenn es angegriffen werde. "Wir sind bereit zur Eskalation." Heimatschutzminister Avi Dichter sagte im Rundfunk, Israel könne nicht akzeptieren, dass zwischen seinem Territorium und Ägypten eine "terroristische Einheit" existiere, in der Waffen angehäuft würden und deren "einziges Ziel der Terrorismus ist".

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, die Armee habe bereits "hart zurückgeschlagen", und in den kommenden Tagen seien "zusätzliche Antworten" zu erwarten. Vize-Ministerpräsident Silvan Schalom wird konkreter und erklärt nach Angaben des israelischen Rundfunks, notfalls müsse man die Armee zu einer neuen Bodenoffensive in den Gazastreifen schicken.

Auseinandersetzungen nahmen zu

Die Gewalt war eskaliert, nachdem am Samstag Augenzeugen zufolge palästinensische Kämpfer vom Gazastreifen aus eine Rakete auf ein nahe der Grenze fahrendes israelisches Militärfahrzeug abgefeuert hatten. Nach Angaben des israelischen Armeeradios explodierte der Jeep, dabei wurden vier Soldaten verletzt. Die Armee reagierte mit Artilleriebeschuss. Zu dem Angriff bekannte sich der bewaffnete Arm der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP).

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Israel und bewaffneten Palästinensergruppen im Gazastreifen nahmen in jüngster Zeit wieder deutlich zu. Israel droht regelmäßig mit einem Militäroffensive gegen das Palästinensergebiet nach dem Vorbild der "Operation gegossenes Blei" vom Dezember 2008 und Januar 2009. Dabei waren auf palästinensischer Seite mehr als 1400 Menschen getötet worden, darunter viele Frauen und Kinder. Auf israelischer Seite gab es damals 13 Tote, darunter zehn Soldaten.

awö/AFP/DPA/DPA

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