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Rom verhüllt nackte Statuen während Ruhani-Besuch

Roms Behörden haben zum Besuch des iranischen Staatsoberhauptes Hassan Ruhani mehrere nackte Statuen in Museen hinter schrankähnlichen Konstruktionen versteckt. Im Netz stieß diese Aktion auf wenig Verständnis.

Rom: Mehrere nackte Statuen in Kapitolinischen Museen wegen Besuch von Hassan Ruhani verhüllt

Die Verhüllung nackter Statuen aus Respekt vor der Religion von Hassan Ruhani stieß im Netz auf wenig Verständnis

Aus Respekt für die iranische Kultur und den Glauben des Präsidenten Hassan Ruhani haben die Behörden in Roms Kapitolinischen Museen mehrere nackte Statuen verhüllt. Zahlreiche Nachrichtenseiten veröffentlichten am Dienstag im Internet Fotos von schrankähnlichen Konstruktionen, hinter denen die Skulpturen verschwanden. Ruhani hatte am Montagabend den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi auf dem Kapitolshügel getroffen und war später in den Museen vor die Presse getreten. Aus Rücksicht auf den muslimischen Glauben Ruhanis sei beim Abendessen auch kein Wein serviert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Im sozialen Netzwerk Twitter stieß die Verhüllung der Statuen indes auf wenig Verständnis:


Intensive Gespräche zwischen Papst Franziskus und Hassan Ruhani

Am Dienstag empfing unterdessen Papst Franziskus Ruhani zu einer Privataudienz. Das etwa 40 Minuten lange Treffen, an dem auch eine iranische Delegation aus Ministern und Diplomaten teilnahm, galt als Höhepunkt der viertägigen Europareise des Staatschefs.

Ruhani und Franziskus hätten unter anderem über das Atomabkommen gesprochen, so wie auch über die wichtige Rolle, die der Iran nun bei der Suche nach politischen Lösungen für die Gewalt in Nahost spielen könne, teilte der Vatikan mit. Dabei seien sich beide einig gewesen, dass für den Frieden der Dialog zwischen den Religionen sowie Toleranz sehr wichtig seien.

Audienz als symbolträchtig interpretiert

Ruhani habe dem Papst einen handgewebten Teppich und ein Buch mit persischen Miniaturen geschenkt, der Papst habe die Geste mit einem Medaillon des heiligen Martin erwidert. "Dies ist eine Darstellung von Martin, der den Mantel teilt, um einem Armen zu helfen", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den Pontifex. "Es ist ein Zeichen der Brüderlichkeit."

Obwohl es nicht der erste Besuch eines iranischen Staatsoberhauptes bei einem Papst war, wurde die Audienz bereits im Vorfeld als symbolträchtig interpretiert. Der schiitische Iran sendet dem sunnitischen Erzfeind Saudi-Arabien damit eine Botschaft: Der Iran hat keine Differenzen mit den Christen. 1999 war bereits Ruhanis Vorgänger Mohammed Chatami mit Johannes Paul II. zusammengetroffen.

mod/DPA
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