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Diese Karte entlarvt böse Gerüchte über Flüchtlinge

Fast jeden Tag gibt es derzeit irgendwo eine neue Geschichte über prügelnde oder stehlende Flüchtlinge. Häufig werden diese Gerüchte gestreut, um Asylbewerber zu diskreditieren. Eine interaktive Karte sammelt und entlarvt die Falschmeldungen.

Ein 13-Jähriges Mädchen wird 30 Stunden lang von Migranten festgehalten und vergewaltigt. Als der Fall publik wird, bricht im Internet ein Sturm der Entrüstung los. Weil das Opfer Russlanddeutsche ist, kommt es gar zu diplomatischen Unstimmigkeiten zwischen Russland und Deutschland. Das Problem: Die Geschichte ist nicht wahr. Trotzdem hat sie dafür gesorgt, dass vielerorts Wut gegen Asylbewerber entfacht wurde.

Und sie ist kein Einzelfall.

Beinahe täglich poppt irgendwo ein Gerücht auf, das angebliche Missetaten von Flüchtlingen aufdeckt. Oder den Deutschen vor Augen führt, wie sehr die Asylbewerber vom Staat verwöhnt werden. Solche Meldungen sorgen dafür, dass die ohnehin schon emotional geführte Flüchtlingsdebatte noch eine unnötige Schärfe bekommt.

Die Macher der "Hoaxmap" wollen diesen Gerüchten mit einem Online-Projekt entgegentreten. In einer interaktiven Karte, die hier einsehbar ist, sammeln und entlarven sie eben jene Falschmeldungen, die mutmaßlich nur aus einem Anlass gestreut werden: Um Migranten in Misskredit zu bringen. Über 200 Fälle finden sich bereits in der Karte. Es werden stetig mehr.

Hoax - ein Kunstwort mit unklarer Geschichte

"Hoax", ein Kunstwort dessen Herkunft nicht ganz klar ist, ist im englischen Sprachraum übrigens ein geläufiger Begriff. Seine Bedeutung geht noch etwas über ein Gerücht hinaus, dessen Wahrheitsgehalt in der Regel ohnehin umstritten ist. Hoaxes werden dagegen in der Regel von vielen Menschen ohne Hinterfragen für wahr gehalten, bis sie eben aufgedeckt werden. Eine Ente kommt dem wohl am nächsten.

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