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ALS und Co.: Spenden wir für die "richtigen" Krankheiten?

Der Ice Bucket Challenge sei Dank: Für die Erforschung der unheilbaren Nervenkrankheit ALS werden Millionen gespendet. Dabei sterben die meisten Menschen an einer ganz anderen Krankheit.

  Menschen in Melbourne nehmen an der Ice Bucket Challenge teil, um auf die Nervenkrankeit ALS hinzuweisen. Aber brauchen andere Krankheiten nicht auch Aufmerksamkeit und Spenden - vielleicht sogar viel dringender?

Menschen in Melbourne nehmen an der Ice Bucket Challenge teil, um auf die Nervenkrankeit ALS hinzuweisen. Aber brauchen andere Krankheiten nicht auch Aufmerksamkeit und Spenden - vielleicht sogar viel dringender?

Spenden wir eigentlich für die Erforschung der Krankheiten, an denen die meisten von uns einmal sterben werden? Zahlen aus den USA zeigen: Wir sollten uns in unserer Entscheidung nicht von viralen Phänomenen wie der Ice Bucket Challenge leiten lassen.

94,3 Millionen US-Dollar (rund 71,6 Millionen Euro) hat die ALS Association nach eigenen Angaben in einem Monat an Spenden eingesammelt. Vor einem Jahr waren es in diesem Zeitraum (29. Juli bis 27. August) 2,7 Millionen Dollar (rund zwei Millionen Euro). Ein beachtlicher Erfolg also für die amerikanische Nonprofit-Organisation – der Ice Bucket Challenge sei Dank.

ALS ist ein schweres, unheilbares und letztlich tödliches Nervenleiden, das mit großen Schmerzen einhergeht. Aber wie viele Menschen sterben überhaupt an der Krankheit? In den USA waren es 2011 gut 7000. Zur Einordnung: Herz-Kreislauf-Erkrankungen kosteten in dem Jahr 596.577 Amerikaner das Leben - die Haupttodesursache. Gespendet wurden zur Prävention und Erforschung aber nur 54,1 Millionen Dollar (rund 41,1 Millionen Euro).

Die Nachrichtenseite "Vox" hat eine Grafik erstellt, die gegenüberstellt, für die Erforschung welcher Krankheiten wir spenden - und an welchen Krankheiten wir sterben. Sie hat mittlerweile ein gewisses Eigenleben im Internet entwickelt. Denn - kein Wunder - das Ergebnis ist offensichtlich: Es gibt eine große Diskrepanz zwischen dem Spendenverhalten und den Todesursachen. Kampagnen wie die Ice Bucket Challenge beeinflussen also sehr wohl unser Verhalten. Zeit, darüber nachzudenken.

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