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Josef Fritzl war ein Einzeltäter

Die österreichische Polizei geht weiter davon aus, dass der Inzest-Vater Josef Fritzl seine Verbrechen ohne Komplizen beging. Auch möglichen Sexual-Straftaten Fritzls gehen die Ermittler nach, doch gebe es dafür derzeit keine Hinweise. Natascha Kampusch will den Opfern 25.000 Euro spenden.

Josef Fritzl hatte nach derzeitigen Erkenntnissen der österreichischen Polizei keinen Komplizen im Inzest-Drama von Amstetten. Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, bekräftigte vor Journalisten in Zeillern bei Amstetten, auszuschließen sei allerdings "aus kriminalistischer Erfahrung nichts". Seine ehelichen Kinder hätten mit dem Fall nichts zu tun.

Zu den Ermittlungen am Tatort sagte Polzer: "Das Gefängnis zeigt sich in seiner ganzen Deutlichkeit." Die Opfer von Josef Fritzl seien in ihrem Kellerverlies zum Beispiel mit Gefrierschrank, Herd, Waschmaschine und anderen elektrischen Geräten ausgerüstet gewesen. Das habe den Bewohnern erlaubt, dort auch über Wochen ohne jede weitere Versorgung auszuharren - "vorausgesetzt, dass der Strom aktiv bleibt".

Mitwisser aus dem Umfeld vermutet

Den Verbrechen war die Polizei erst durch einen Anruf und nach der Festnahme der 42 Jahre alten E. auf die Spur gekommen. Erst durch das Telefonat hätten die Fahnder erfahren, dass die polizeilich gesuchte Frau mit ihren zwei Söhnen in der Klinik sei, wo ihre Tochter K. behandelt wurde. Polzer wollte nicht sagen, woher der "vertrauliche Anruf" gekommen sei. Er hatte allerdings am Dienstagabend im ORF-Fernsehen gemeint: "Irgendjemand aus dem Umfeld (des Täters) musste das wissen."

Auch über mögliche Sexual-Vorstrafen Fritzls ermitteln die Behörden. Sein Vorleben werde überprüft, auch jenes, bevor er seine Tochter 1984 einsperrte, sagte Polzer. Dies werde mit Nachdruck geschehen, könne aber dauern. Es gebe aber keinen Grund, ihn als Hauptverdächtigen für einen zurückliegenden Mord zu betrachten. Seit Tagen wird in den Medien darüber spekuliert, ob Fritzl wegen einer Sexualstraftat vorbestraft ist.

Derzeit keine Hinweise auf Vorstrafen

Nun wird ein Zusammenhang zu einem Sexualmord aus dem Jahr 1986 geprüft; einem Medienbericht zufolge behauptet zudem eine Frau aus Linz, Fritzl habe sie in den 60er Jahren vergewaltigt. Der Amstettener Bezirkshauptmann Hans-Heinz Lenze erklärte dazu, zuletzt sei anlässlich einer Adoption 1994 ein Strafregisterauszug bestellt worden. Damals sei der mutmaßliche Täter Josef Fritzl unbescholten gewesen. Mögliche Vorstrafen könnten aber gelöscht sein. Es habe keine Hinweise auf Vorstrafen des heute 73-Jährigen gegeben.

Unterdessen hat die selbst jahrelang in einem Kellerverlies eingesperrte Natascha Kampusch angekündigt, den Inzest-Opfern 25.000 Euro zu spenden. Das Geld sei als Soforthilfe gedacht. Zugleich startete Kampusch einen Spendenaufruf und richtete ein Konto ein. Generell gehe es ihr um langfristige Unterstützung. Man stehe in engem Kontakt mit dem Land Niederösterreich und dem Anwalt der Opfer, um so bald wie möglich herauszufinden, wo die Hilfe konkret benötigt werde.

DPA/AP/AP/DPA

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