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Fall Fritzl kommt auf die Bühne

Eignet sich der Inzest-Fall von Amstetten als Stoff für eine Satire? Der Wiener Theatermacher Hubsi Kramar meint: Ja. Unter dem Titel "Pension Fritzl" will er den wohl spektakulärsten Kriminalfall des vergangenen Jahres auf die Bühne bringen - als sogenannte Keller Soap.

Vor Gericht stand er bisher noch nicht, doch auf die Bühne haben es die seine Taten geschafft: Mit seiner als "Keller-Soap" beschriebenen Satire "Pension Fritzl" will der Wiener Theatermacher Hubsi Kramar in seinem 3raum-anatomietheater Josef Fritzl, den Inzest-Täter von Amstetten, aufs Korn nehmen. Das Stück soll am 23. Februar starten, teilte das Theater am Montag mit.

Der 73 Jahre alte Fritzl, der Mann, der seine Tochter 24 Jahre lang im niederösterreichischen Amstetten in einen Keller sperrte, sie dort immer wieder vergewaltigte und dabei sieben Kinder zeugte, soll noch in diesem Frühjahr vor Gericht kommen. Angeklagt wird er aller Voraussicht nach unter anderem wegen Mordes, wiederholter Vergewaltigung und Freiheitsberaubung.

Einfach Nieder-Österreich

Nicht nur der geständige Inzest-Täter selbst soll Ziel der Satire werden. Regisseur Kramar verspricht im Untertitel des Stücks "Im Keller unterm Teppich, tiefer geht's nicht mehr. Einfach Nieder-Österreich" eine bissige Abrechnung mit der österreichischen Gesellschaft und ein Wiedersehen mit den "bekanntesten und beliebtesten Österreichern".

Weitere Einzelheiten über die makabre Seifenoper gab das Theater ebenso wenig preis wie den Autor des Stücks. Kramar hatte im vergangenen Jahr das Nazi-Drama "Der Gott Kurt" von Alberto Moravia in der deutschen Fassung erstaufgeführt.

DPA/DPA
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