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Die kaltblütige Generation

Sie prügeln wahllos Passanten zusammen, schlagen und treten auf ihre Opfer ein, wenn diese schon am Boden liegen: Kinder und Jugendliche ohne Mitleid. Polizei und Kriminologen sind entsetzt über die fehlende Empathie vieler junger Leute. Nur: Wie kann es dazu kommen? Was macht diese Generation so auffällig brutal?

Von Ingrid Eißele

  • Ingrid Eißele

Nichts passt mehr zusammen in diesem Gesicht. Jochbein, Kiefer, selbst der knöcherne Boden der Augenhöhle sind gebrochen, ein Auge drohte zu erblinden. Vergangene Woche wurde der Versicherungsangestellte Wolfgang O. zum ersten Mal operiert, viele Operationen werden folgen, sein verschobenes Gesicht muss komplett neu aufgebaut werden. Für längere Zeit wird der 46-Jährige kaum sprechen können, bleibt möglicherweise für den Rest seines Lebens entstellt.

Wolfgang O. aus Ratingen, der seit 25 Jahren bei der Alten Leipziger Versicherung arbeitet, hatte in München vor Mitarbeitern der dortigen Filiale einen Vortrag gehalten. Nach dem Abendessen war er auf dem Weg zu seinem Hotel am Sendlinger Tor, als er von drei 16-jährigen alkoholisierten Schlägern angegriffen wurde.

Sie wollten "Leute klatschen", hofften auf Spaß, einen "Kick", sagten die Schüler aus Küsnacht bei Zürich später in der Vernehmung; sie waren auf Klassenfahrt in München. Wer ihnen bei ihrem "Amoklauf ohne Waffen", so Staatsanwalt Laurent Lafleur, über den Weg lief, war egal. Insgesamt fünf Männer fielen sie an, selbst auf einen Behinderten gingen Mike B. und seine Freunde Ivan Z. und Benji D. los. Nach den Überfällen flüchteten sie in ihre Jugendherberge, setzten sich vor den Fernseher. Noch in derselben Nacht wurden sie festgenommen. Ob ihnen klar sei, dass man einen Menschen durch solche Tritte töten kann, fragten die Polizisten. Ja, erklärten sie, aber das sei ihnen "egal".

Beängstigende Gefühlskälte

Mangel an Empathie nennen Psychiater dieses Phänomen bei Menschen, die kein Mitgefühl kennen. Inzwischen beschäftigt es nicht nur Ärzte, sondern zunehmend auch Jugendgerichte. Nicht die Zahl der Taten ist es, sondern ihre Brutalität und Eiseskälte, die Polizisten, Richter und Staatsanwälte frösteln lässt. "Früher war eine Schlägerei vorbei, wenn einer am Boden lag, jetzt beginnt sie erst so richtig", sagt Oberstaatsanwalt Wolfgang Beckstein.

Fälle, die diese Beobachtung stützen, gab es zuletzt gehäuft:

• Vor der Jugendkammer am Münchner Landgericht müssen sich zurzeit zwei 19-Jährige verantworten, die in einer Disco dem Schreinergesellen Michael R. so heftig ins Gesicht traten, dass der Oberkiefer riss. "Sein Gesicht besteht seitdem aus Titanplatten", sagt sein Anwalt Florian Schneider. Monatelang konnte Michael R. nur flüssige Nahrung zu sich nehmen; noch heute, zwei Jahre nach der Tat, leidet er an Kopfschmerzen, Zähneputzen wird zur Qual. Die Täter zeigten "keinen Hauch von Reue".
• Das Landgericht Mönchengladbach verurteilte im Januar zwei Jungen und ein Mädchen, 15 und 16 Jahre, wegen Mordes zu sechseinhalb bis neun Jahren Haft. Sie hatten auf dem Friedhof einen Mann hinterrücks erstochen, der das Grab seiner Familie besuchen wollte. Motiv: Sie wollten sein Auto, um "in Spanien ein neues Leben zu beginnen".
• In Neuruppin wurde Anfang Mai Sven P., 19, zu zehn Jahren wegen Mordes verurteilt. Der Schüler hatte einen Trinkkumpan umgebracht, aus "Mordlust", so der Richter. Sven P. hatte seinem Opfer unzählige Male gegen den Kopf getreten, bis der 55-Jährige "kein Gesicht mehr hatte". "Er wollte mal sehen, wie das ist, einen Menschen zu töten", erklärte der mitangeklagte Christian W.
• "Ich zeig euch, wie man das richtig macht", sagte Patrick C., 19, aus Frankenberg und sprang auf den Kopf des 22-jährigen Silvio, der am Boden lag. Zwei Mädchen taten es ihm nach. Silvio sitzt heute schwerstbehindert im Rollstuhl. Patrick C. wurde anhand seines Schuhabdrucks in Silvios Gesicht identifiziert. Die Strafe: elf Jahre Haft.

"Auch wenn das unser Job ist, bist du trotzdem immer wieder entsetzt", sagt der Münchner Kripomann Harald Pickert. "Man fragt sich: Wie kann es so weit kommen?"

Emotionsloses Geständnis

Genau diese Frage beschäftigt auch die Polizei in Biberach. Dort haben es die Beamten mit einem besonders erschreckenden Mordfall zu tun. Daniela K., 26, war erschlagen im Keller ihres Hauses im nahen Bad Buchau gefunden worden, als mutmaßlicher Täter wurde schnell der 15-jährige Nachbarssohn Florim S. festgenommen. Er hat die Tat auch ohne Umschweife gestanden, "so emotionslos, als hätte er sich eben mal eine Fahrkarte gekauft", berichtet eine Beamtin.

Florims Hobby war sein Motorroller, den er hegte und pflegte. Das Aufmotzen verschlang viel Geld, der Junge pumpte Freunde an, hatte Schulden. In der Wohnung seiner Nachbarin Daniela K. sah er einen neuen LCD-Fernseher, den wollte er klauen und verscherbeln.

Seinen Freund Martin und ihre Clique, mit der sie sich nachmittags immer trafen, weihte er ein. Martin und Florim verkleideten sich als Einbrecher, stülpten sich Hemden als Masken über den Kopf, fotografierten sich mit dem Handy. Angeberei sei das gewesen, behauptet Florim später. Er beschaffte ein Brecheisen, eine Schreckschusswaffe, Klebeband. Und die Clique überlegte, was zu tun sei, wenn die Nachbarin die Diebe erwischen würde.

Tag des Verbrechens

Kurz vor Ostern begann Florim, unter dem Balkon der Nachbarin ein Loch zu graben. Ein Grab? Der Boden ist hart und voller Steine, Florim kratzte die Erde mit einem alten Kochtopf heraus. Seine Mutter fragte, was er da mache. Er murmelte etwas von Müll verbuddeln.

Am 15. April hockte er wieder bei Martin, drei von der Clique waren da, auch zwei Mädchen. An diesem Tag wollte er es tun. Er kletterte auf den Balkon von Daniela K,. brach die Terrassentür auf. Aus dem Geständnis Florims geht hervor, dass die Frau sofort erkannte, wer der maskierte Bursche war. Mit einem Brecheisen schlug Florim auf sie ein, fesselte und knebelte sie - die kleine Tochter schlief im Nebenzimmer.

Danach rannte er zu Martin, der solle sich das ansehen. Martin folgte ihm zu der hilflos am Boden liegenden Frau. Das gehe ihm "zu weit", sagte Martin und ging zu der Clique zurück. "Florim macht jetzt die Nachbarin kalt", erzählte er dort. Doch niemand alarmierte Eltern oder Polizei. Die Mädchen gingen einkaufen, während Florim Daniela K. erschlug und sie in den Keller schaffte.

Grundlos erschlagen

Wie er es getan hat, erzählte der Junge bei der Polizei bereitwillig. Warum er es getan hat, nicht. Den Fernseher ließ er stehen, ebenso andere Wertsachen. Für Hass auf Daniela K. gebe es keine Anhaltspunkte, sagen die Ermittler. "Er kam aus seiner Rolle nicht mehr raus", vermuten sie. Schuldbewusstsein, Erschütterung? Nichts davon, auch nicht bei den Mitwissern. Im Gegenteil: Die Gruppe schien Florims Kälte nur noch zu verstärken. "Eines der Mädchen sagte, ich hab meine eigenen Probleme", erinnert sich eine Beamtin. "Es fehlt ihnen die Vorstellung von Wertigkeit, was wichtig ist und was nicht."

Empathie ist eine menschliche Fähigkeit, aber sie ist nicht fertig angeboren, sie wird in Stufen erlernt wie das Sprechen und Laufen. Jede Säuglingsschwester weiß: Babys weinen, wenn andere Babys weinen. Nicht aus Mitgefühl, das besitzen sie noch nicht, sondern weil sie sich anstecken lassen. Schon im Alter von drei Monaten imitieren sie den Gesichtsausdruck ihrer Eltern. Als "höhere" Stufe der Empathie gilt nicht das spontane Mitweinen, sondern das aktive Tun.

Schon Zweijährige versuchen ihre Freunde mit einem mitfühlenden Blick oder einem großzügig offerierten Lutscher zu trösten. Zum Mitgefühl fähig sind Kinder, sobald sie sich selbst im Spiegel erkennen, also das eigene Ich getrennt von Mutter oder Vater wahrnehmen, hat die Psychologin Doris Bischof-Köhler herausgefunden. Eine Schlüsselrolle spielt dabei, wie sicher sich ein Kind seiner eigenen Gefühle ist. Diese Gewissheit braucht es schon in den ersten Lebenswochen. Ist es wütend oder traurig, reagiert die Mutter besorgt; lacht es, lächelt die Mutter zurück.

Ein Teufelskreis entsteht

Für dieses Wechselspiel gibt es eigens Nervenzellen im Gehirn, deren Rolle für das Phänomen der Empathie Gegenstand intensiver Forschung ist. Diese Spiegelneuronen befähigen Babys, das Mienenspiel ihrer Eltern zu spiegeln. Eine Kommunikation, die bei den meisten Eltern natürlich funktioniert. Beachten die aber das Werben ihres Kindes nicht, holt es sich die Aufmerksamkeit mit Geschrei. Reagieren sie ärgerlich, entsteht schnell ein Teufelskreis aus Missverständnissen, Wut, Entfremdung.

"Es gibt Kinder, die sind schon mit zwei Jahren hochgradig beziehungsgestört", sagt Marina Schmidt, Mitarbeiterin der Stuttgarter Kindernotaufnahme. Dort landen Säuglinge und Kleinkinder, die geschlagen werden, zu verwahrlosen drohen; allein in Stuttgart gibt es mehr als 800 Fälle pro Jahr. Die Mütter sind überfordert, manche blutjung, wissen nicht, was Babys brauchen.

Das Gehirn ist kein fertiges Gebäude, sondern eine Dauerbaustelle. Negative Erfahrungen wie Vernachlässigung, Quälereien, Schläge und Schmerzen hinterlassen Spuren. Der Kinder- und Jugendpsychiater und Hirnforscher Timo Vloet aus Aachen vergleicht sie mit einem Trampelpfad im Schnee. "Durch jede Erfahrung wird die Spur tiefer." Und: je früher verletzt wird, desto schwerer die Spätwirkungen.

Die Rolle der ersten Lebensjahre

Auch im Gehirn von Florim S., der seine Nachbarin erschlug, muss es solche Spuren geben. Der Vater - wie die Mutter aus dem Kosovo stammend - führte ein hartes Regiment. Florim kassierte von klein auf Prügel. In der Grundschule war der Junge noch ein Muster an Anpassung und Wohlverhalten. Doch je älter er wurde, desto stärker stand er unter Druck. Der Vater dominierte ihn, zugleich sollte er als ältester Sohn traditionell der "Boss" der Geschwister sein.

In der Schule wirkte Florim zusehends lustloser, machte keine Hausaufgaben, drangsalierte andere Schüler. Unter Druck konnte er "austicken" - bei einer Prügelei auf dem Schulhof etwa trat er auf einen Jüngeren ein, der schon am Boden lag.

Die Saat der Gewalt wird eben nicht erst gelegt, wenn Kinder am Computer virtuelle Morde begehen, sondern oft schon in den ersten Lebensjahren. Dabei spielen auch Erbanlagen und Temperament mit. Sie erleichtern oder erschweren es einem Kind, Mitgefühl zu lernen. Ist ein Neugeborenes etwa ein anstrengendes Schreikind, braucht es eigentlich besonders geduldige, liebevolle Eltern. Dann sind seine Chancen gut, verstanden zu werden und sich zu einem mitfühlenden Menschen zu entwickeln. Hat das Schreikind aber überforderte Eltern, die selbst wenig empathisch sind, steigt sein Risiko, dass es später kein Mitgefühl entwickelt.

Menschen ohne Hemmschwelle

Der Schweizer Psychoanalytiker Arno Gruen sieht in der Fähigkeit zum Mitfühlen den "Kern des Menschseins", die entscheidende zivilisatorische Hemmschwelle vor dem Bösen. Fehlt sie, bleibe allenfalls ihre Pervertierung, das Selbstmitleid. Wer mitfühlt, wird anderen nicht so leicht Übles tun, weil er sich sonst schlecht fühlen würde. Warum versagen diese Kontrollmechanismen bei manchen Kindern?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich auch Hirnforscher. Die Psychologin Christina Stadler und der Neurologe Philipp Sterzer von der Uni Frankfurt entdeckten bei "kalten Kindern" einen auffälligen Schwund an grauer Gehirnsubstanz in der Insula, jenem Bereich, der für Schmerz, Ekelgefühle und Empathie zuständig ist. Das allein beweist noch nichts, schließlich können theoretisch andere Bereiche solche Funktionen übernehmen. Aufschlussreicher sind Untersuchungen zur Funktionsweise des Gehirns in der Röhre des Magnetresonanz-Scanners. Dabei zeigen die Ärzte ihren jungen Probanden, denen eine "Störung des Sozialverhaltens" attestiert wurde, mitleiderregende Bilder - beispielsweise Fotos blutiger Unfallopfer, leidender Kinder oder eines verletzten Kätzchens. Während die Kinder die Bilder betrachten, werden Hirnaktivitäten, Herzschlag und Hautwiderstand gemessen.

Die Studien belegen: Manche Kinder reagieren auch körperlich "cooler" als andere. Ihr Herz schlägt langsamer, sie kommen nicht ins Schwitzen. "Sie fühlen sich, als wären sie in Watte gepackt", erklärt Kinder- und Jugendpsychiater Timo Vloet. Sie hätten keine Angst, im Gegenteil, sie suchten starke Reize, den besonderen Kick, um überhaupt etwas zu spüren - so wie offensichtlich der Schweizer Berufsschüler Mike und seine Freunde. "Manchmal finden wir schon in den Gehirnen von Achtjährigen Veränderungen, die denen von erwachsenen Straftätern ähneln", sagt Vloet. Diese Kinder würden sich als Erwachsene beispielsweise gut für nervenaufreibende Jobs eignen, "wie etwa zum Entschärfen von Bomben, sie bleiben selbst da ganz cool".

Frühe Hilfe ist unverzichtbar

Doch wie lässt sich verhindern, dass sie selbst zu Bomben werden? Lässt es sich überhaupt verhindern? Wissenschaftler gehen davon aus, dass kaltblütiges Verhalten "multifaktoriell" ist, also mehrere Ursachen zusammenkommen: Gene, Erziehung, schwache Intelligenz und besonders bei Jugendlichen auch der Gruppendruck der Clique. Diese Faktoren rechtfertigen keine Faustschläge und erst recht keinen Mord, aber sie sind der Boden, auf dem Grausamkeit gedei- hen kann. Über die Extremfälle, Kinder mit "psychopathischen Eigenschaften" - ausgeprägter Mitleidslosigkeit und mangelnder Reue -, weiß man, dass sie stark durch ihre Erbanlagen geprägt werden. Als Erwachsene gelten sie als kaum mehr therapierbar; aus den einen werden vielleicht "nur" rücksichtslose Manager, aus anderen aber eiskalte Gewalttäter. Dennoch - weil Kinder noch formbarer sind - empfiehlt Forscher Timo Vloet gerade solchen Eltern und ihren Kindern Verhaltenstrainings: "Auch ein wenig mitfühlendes Kind kann lernen, dass es der Katze wehtut, wenn es an ihrem Schwanz zieht - es lernt es über Regeln."

Der Psychologe Friedrich Lösel, der in Nürnberg mehr als 600 Kinder untersuchte, entdeckte schon im Kindergarten kleine Quälgeister, die nicht aus Zorn zuschlagen, sondern weil sie ein bestimmtes Ziel verfolgen. "Instrumentell aggressiv" nennt Lösel diese Kinder - drei bis vier Prozent zählte er dazu. Nicht viel auf den ersten Blick. Tatsächlich aber ein Sprengsatz für jede Gruppe, denn solche Kinder ziehen andere mit.

Eltern suchen aber oft erst spät Hilfe, beispielsweise dann, wenn ihrem Kind der Schulausschluss droht. "Solche Störungen wachsen sich nicht aus", warnt Psychiater Timo Vloet. "Im Gegenteil: Sie werden meist schlimmer." Da Mitgefühl vor allem am Vorbild erlernt werde, heiße das umgekehrt: "Man kann darauf einwirken." Am effektivsten in den ersten Jahren. Dann lässt sich noch vieles wenden - vorausgesetzt, die Eltern sind offen.

Intelligentester Weg

So wie Denise, 18, Mutter der vier Monate alten Lea. Schüchtern lächelnd sitzt sie mit ihrem Kind auf dem Sofa in einem der hellen Räume der Kindernotaufnahme in Stuttgart. Mit 17 wurde die Schülerin schwanger, der Freund verließ sie. Sie hatte kein Geld, keinen Ausbildungsplatz, keine Hilfe und ein angespanntes Verhältnis zur Mutter.

Denise stillte Lea, wickelte und badete sie, aber blieb dabei stumm. "Die versteht mich doch nicht", erklärte sie. Das Baby reagierte angespannt, weinte viel, nahm kaum an Gewicht zu. In der Kindernotaufnahme lernte Denise, wie sie Lea beruhigen konnte, wie wichtig Reden, Streicheln, Knuddeln ist. Kurz darauf summte Denise während des Wickelns, streichelte Lea über den Bauch, sie lernte, "was so ein Kind spürt und was ihm wehtut". Seitdem ist Lea viel ausgeglichener.

In allen Bundesländern gibt es inzwischen Hilfsangebote für junge Eltern, damit diese lernen, die Bedürfnisse ihres Kindes besser zu erkennen (siehe Kasten). Der intelligenteste Weg, um Empathiemangel zu begegnen, ist, ihn möglichst gar nicht entstehen zu lassen. Der billigste ist es auch.

Die harte Arbeit, weich zu werden

Der aufwendigste findet sich im Knast, beispielsweise im Jugendgefängnis im baden-württembergischen Adelsheim. Dort versuchen Psychologen, jungen Mördern, Schlägern und Vergewaltigern in Einzelgesprächen und Rollenspielen "Opferempathie" beizubringen. Die Häftlinge lernen Mitgefühl wie eine Fremdsprache - über den Verstand. Es ist eine Herkulesarbeit, die Jahre dauert, vielen gelingt es nur oberflächlich, die Perspektive ihres Opfers einzunehmen.

Dennoch ist sie unverzichtbar, weil die Alternative viel schlimmer ist: solche Täter nach ein paar Jahren Haft so zu entlassen, wie sie eingeliefert wurden - eiskalt und ohne Einsicht.

Es tue ihm alles furchtbar leid, ließ der 16-jährige Schüler Mike aus der Untersuchungshaft verlauten und kündigte eine Entschuldigung an. Es sei ihm ein Rätsel, wie das alles passieren konnte.

Zweifelhafte Reue

Das kann tatsächlich zutreffen. Die Münchner Ermittler haben aber Zweifel an der Aufrichtigkeit. Schließlich schlugen Mike und seine Freunde außer Wolfgang O. noch weitere Menschen nieder. Und in der Vernehmung zeigten sie "kein Mitleid, höchstens Selbstmitleid", so Kripochef Harald Pickert.

Die Gründe der Reue könnten woanders liegen. Ihnen droht ein Richter, der als harter Hund gilt: Reinhold Baier verurteilte vergangenes Jahr die Münchner U-Bahn-Schläger zu achteinhalb und zwölf Jahren Haft.

Mehr zum Thema finden Sie im Buch "Kalte Kinder" von Ingrid Eißele (Herder Verlag, Freiburg 2009)

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