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Klauten militante Tierschützer einer Neunjährigen die Kaninchen?

"Das ist so gemein. Wer tut so etwas?" - der neunjährigen Kim haben Unbekannte die Kaninchen aus dem Stall geklaut - und ein Bekennerschreiben hinterlassen. Unterschrieben von der militanten Tierbefreiungsfront A.L.F.

Klaute die Terrororganisation ALF der kleinen Kim die Kaninchen?

Kaninchen

Montagmorgen, kurz vor Schulbeginn. Wie immer um diese Uhrzeit läuft die neunjährige Kim Weichler runter in den Garten, um ihre beiden Zwergkaninchen Neo und Moritz zu füttern. Frisches Grün und Wasser hat sie ihnen mitgebracht. Doch da sind keine kleinen Knopfaugen, die das Mädchen erwarten. Die Käfige sind leer. "Ich sah aus dem Kinderzimmerfenster hinunter und in ihr entsetztes Gesicht", erinnert sich Kims Vater Björn Weichler in der Tageszeitung "Holsteinischer Courier".

Zurück blieb ein Bekennerschreiben: "Wir haben Euer Kaninchen aus seinem Gefängnis befreit. Ihr seid Tierquäler! Kaninchen sind Rudeltiere und brauchen viel Platz! Es lebt jetzt an einem schöneren Ort", zitiert der "Holsteinische Curier" aus dem Brief, in dem nur von einem Tier die Rede ist. Unterzeichnet ist das Schreiben mit "Die A.L.F.". "Dahinter verbirgt sich die Animal Liberation Front", erklärt Sönke Hinrichs, Sprecher der Polizei in . Diese militante, weltweit agierende Tierbefreiungsbewegung macht immer wieder durch Tierbefreiungen, Brandanschläge und Sabotage auf sich aufmerksam. In den USA wird sie vom FBI als terroristisch eingestuft.

Wer klaute die Kaninchen?

Sind Moritz und Neo also Opfer einer terroristischen Gruppe geworden oder ist alles nur ein Böse-Jungenstreich? Das muss nun die Polizei klären, Björn Weichler hat Anzeige erstattet. "Bisher haben wir keine Anhaltspunkte", sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Man nehme den Fall jedoch sehr ernst. "Die A.L.F. ist hier in Neumünster aber bisher noch nicht in Erscheinung getreten."

Die Weichlers verstehen nicht, wie es zu einer solchen Anschuldigung kommt. Moritz und Neo hätten es doch gut bei ihnen gehabt. Opa Weiler hatte für die beiden Zwergkaninchen extra einen großen Stall über zwei Etagen gebaut. Davor gab es einen großen mobilen Auslauf.

"Wir beobachten Euch!"

Der zweite Teil des Briefes enthält eine klare Drohung: "Solltet ihr Euch ein neues Tier holen, werden wir auch das holen kommen! Wir beobachten Euch!" Björn Weichler ärgert das sehr. Es sei ja in Ordnung, dass es Menschen gäbe, die meinen, einen Misstand entdeckt zu haben, aber dann könne man doch darüber reden und nicht in die Intimsphäre einer Familie eindringen, sagt er dem "Holsteinischen Courier".

Für Kim geht das Leben auch ohne Moritz und Neo weiter. Die Tage ohne die beiden seien aber "komisch", sagt sie.

Unter der 04321/9450 bittet die Neumünster um Hinweise.

tyr

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