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Gleichberechtigung für Pastafari

Pastafari wollen religiösen Fundamentalismus bekämpfen. In Templin dürfen sie nun am Ortseingang direkt unterhalb der etablierten Kirchen für ihre Nudelmesse werben – und erregen damit die Gemüter.

von Finn Rütten

  Nein, hier wird nicht für eine Teigwaren-Ausstellung geworben. Die Pastafari laden an prominenter Stelle in Templin zu ihren Veranstaltungen ein.

Nein, hier wird nicht für eine Teigwaren-Ausstellung geworben. Die Pastafari laden an prominenter Stelle in Templin zu ihren Veranstaltungen ein.

Schilder mit der Aufschrift "Nudelmesse" an den Ortseingängen in Templin in Brandenburg sorgen für Gesprächsstoff. Die Religionskritiker der "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V." (FSM) dürfen neuerdings – mit Genehmigung der Stadt – direkt unterhalb der etablierten Kirchen für ihre freitags stattfindenden Veranstaltungen werben. Auf ihrer Webseite feiern die Pastafari genannten Anhänger ihren Sieg im "Kampf um die Gleichbehandlung mit anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften".

Die satirischen Religionskritiker vom FSM haben ihren Ursprung in den USA als Reaktion auf den Einfluss der Kreationisten und haben sich von dort aus in der Welt verbreitet. Sie zelebrieren ihre Nudelmessen in Piratenkostümen mit Bier und Pasta an Stelle von Wein und Brot, und einem Glaubensbekenntnis auf das "Fliegende Spaghettimonster", das sie von einem Nudelholz ablesen. Ihr selbsterklärtes Ziel ist "die Förderung wissenschaftlicher Weltanschauungen". Die Gemeinde in Templin ist als eingetragener Verein anerkannt und weihte nach eigenen Angaben die "erste pastafarianische Kirche weltweit" ein.

Netzgemeinde amüsiert, Kirchen weniger

Im Internet amüsiert die Geschichte die meisten Nutzer, sie wurde bereits eifrig auf Twitter verbreitet. Doch den Kirchen in Templin scheint die Aktion gehörig gegen den Strich zu gehen. "Das sind doch keine Gottesdienste, was die machen, das ist Zirkus", sagte der evangelische Pfarrer Ralf-Günther Schein zu rbb-online. Er wirft der Stadt vor, sie hätte sensibler sein müssen und nicht erlauben dürfen, dass die Schilder am selben Mast wie die der etablierten Kirchen der Stadt hängen.

Der Sprecher des Erzbistums Berlin, das für Templin zuständig ist, kritisierte die Pastafari gegenüber rb-online als "zu aggressiv" und teilweise sogar verletzend. Diese seien "missionarischer unterwegs als man es der katholischen Kirche manchmal unterstellt". Auch die Kosten für die ursprüngliche Anbringung des Schildmastes werden von der baptistischen Gemeinde der Stadt angesprochen. Daran hätten sich die Religionskritiker schließlich nicht beteiligt. Templins Chef-Pastafari Rüdiger Weida zeigte sich rb-online gegenüber jedoch hierzu versöhnlich und sagte, dass man sich rückwirkend an den ursprünglich von den drei Kirchengemeinden getragenen Kosten für die Schildermäste beteiligen möchte.

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