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Zahl der weltweiten Kriege erreicht 2011 Rekordhoch

Nie seit dem Zweiten Weltkrieg tobten weltweit so viele Kriege wie 2011. Zu diesem Ergebnis kommt das Heidelberger Institut für Konfliktforschung. Vor allem der arabische Frühling trug zu der enormen Steigerung bei.

  Juni 2011 im libyschen Tripoli: Zahl der Kriege rasant gestiegen

Juni 2011 im libyschen Tripoli: Zahl der Kriege rasant gestiegen

Die Zahl der Kriege in aller Welt ist 2011 auf den höchsten Stand seit 1945 gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Heidelberger Institut für Konfliktforschung, das 20 Kriege zählte. Der bisherige Höchstwert des jährlichen "Konfliktbarometers" war 1993 mit 16 Kriegen, teilte das Institut am Donnerstag mit.

"Eine Tendenz hin zu einer friedlicheren Welt" könne vor dem Hintergrund des explosionsartigen Anstiegs der Anzahl von Kriegen "bei weitem nicht erkannt werden", erklärte HIIK-Vorstandsmitglied Natalie Hoffmann. Das Institut widmet sich seit 1991 der Erforschung politischer Konflikte.

Im vergangenen Jahr zählten die Forscher insgesamt 38 "hoch gewaltsame Konflikte", also Auseinandersetzungen mit massivem Einsatz von Gewalt und gravierenden Folgen. Überwiegend habe es sich um innerstaatliche Konflikte gehandelt. Besonders die Regionen Vorderer und Mittlerer Osten und Afrika sind von solchen Auseinandersetzungen betroffen: "Hier sehen wir hohes Potenzial für weitere Eskalationen", sagte Institutsvorstand Christoph Trinn.

Arabischer Frühling ließ drei neue Kriege entstehen

Dramatisch war die Zunahme 2011 insbesondere im Vergleich zu 2010, als sechs Kriege gezählt worden waren. Drei neue, schnell entstandene Kriege im Zusammenhang mit dem "arabischen Frühling" in Jemen, Syrien und Libyen kamen hinzu. Außerdem eskalierten bereits seit längerem bestehende Auseinandersetzungen in Nigeria.

An Intensität zugenommen haben nach Angaben der Forscher auch Konflikte im Sudan. Verschärft haben sich laut Konfliktbarometer auch die Auseinandersetzungen zwischen dem Staat und den Drogenkartellen in Mexiko. Unverändert werden die Konflikte zwischen den Taliban und dem pakistanischen Militär sowie zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung von den Heidelberger Forschern als Kriege eingestuft.

fro/DPA/AFP/DPA
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