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Mysteriöser Koma-Patient kehrt zurück

Sein Fall ist rätselhaft: Ein Deutscher stürzt am Flughafen, zieht sich Kopfverletzungen zu, fällt ins Koma. Weil seine Verwandten den Transfer nicht zahlen können, muss er elf Monate lang in der Klinik in Thailand bleiben. Nun ist der 39-Jährige zurück in seiner Heimat - dank großzügiger Spender.

Endlich daheim: Ein deutscher Koma-Patient kehrt nach elf Monaten in einem thailändischen Krankenhaus nach Deutschland zurück. Am späten Sonntagabend landet das Ambulanzflugzeug mit dem 39-Jährigen aus Franken an Bord in Nürnberg, vom Flughafen geht es direkt weiter in eine Intensivpflegeklinik. Er hat Glück: Seine Rückkehr verdankt der Mann vielen Spendern in Thailand und Deutschland - seine Angehörigen konnten das Geld nicht alleine aufbringen.

Der Fall des deutschen Thailand-Reisenden ist ebenso tragisch wie rätselhaft. Am 25. Oktober 2009 wird er in das Hospital der Stadt Hat Yai, nahe der malaysischen Grenze, gebracht. Er hat sich am Flughafen schwer am Kopf verletzt. Die örtlichen Behörden versuchen, den Fall zu rekonstruieren: Aus ungeklärtem Grund ist er bereits einem Tag vor seinem Abflug nach Bangkok am Flughafen erschienen. Weil er noch nicht in die Abflughalle darf, springt er unvermittelt von einer Treppe in die tiefer gelegene Ebene des Terminals. Dabei zieht er sich ein Schädel-Hirn-Trauma zu, er fällt ins Koma.

Schnitte an Hals und Armen

Die Berichte der Polizisten sind mysteriös: Nach ihren Angaben hat der 39-Jährige bei seiner Einlieferung Schnitte an Hals und Armen, die sich der Mann allem Anschein nach selbst beigebracht hat.

Das Krankenhaus sucht zusammen mit deutschen Behörden zunächst vergeblich nach Verwandten des Mannes, der zuletzt in Bamberg gemeldet war. Dann stellte sich heraus, dass in Franken eine Großmutter und weitere Angehörige leben. Die aber können den kostspieligen Transfer nicht bezahlen.

Vor rund zwei Wochen erklärt das Krankenhaus, der 39-Jährige erwache langsam aus dem Koma, er könne aber nicht sprechen. Tage später beginnen die konkreten Bemühungen, ihn zurück nach Deutschland zu bringen. Die Klinik Thailand hat Angst, auf ihren Kosten sitzen zu bleiben, fast 50.000 Euro sind inzwischen an Behandlungskosten angefallen. Die Klinik trägt rund 40 Prozent, der Deutsche wird aber erst entlassen, nachdem das Krankenhaus Zusagen über die Erstattung von Kosten bekommt. So zahlt die deutsche Botschaft einen Teil, der Rest kommt von Spendern.

"Er ist kein hoffnungsloser Fall"

Dass der Mann mit einem Ambulanzflugzeug reisen darf, klappt nur deswegen so schnell, weil eine Maschine Mitte vergangener Woche einen Patienten nach Australien ausfliegen musste. Auf dem Rückweg kann die Maschine den 39-Jährigen aus Thailand mitnehmen, der Zwischenstopp kostet mit 25.000 Euro nur ein Drittel der üblichen Kosten.

"Er ist kein hoffnungsloser Fall", sagte Volker Lemke von der Internationalen Flug-Ambulanz zu den Aussichten des Mannes, wieder ganz zu Bewusstsein zu kommen. Der Mann wird dann einiges zu erzählen haben, zu rätselhaft sind die Umstände seines Sturzes. Aber zunächst wird der inzwischen 39-Jährige wohl staunen müssen über all das, was in der Zwischenzeit passiert ist: über seine Odyssee, und die Hilfsbereitschaft der Menschen, die seine Rückkehr ermöglicht haben.

be/DPA/AP/AP/DPA
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