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+++ Ticker +++

Türkei lässt niederländischen Botschafter nicht mehr einreisen

15-Jährige in Düsseldorf getötet +++ Anton Schlecker sagt im Prozess aus +++ Paris erklärt den Ratten der Stadt den Krieg +++ Mindestens 38 Tote durch Panikreaktion eines Busfahrers in Haiti +++ Die Nachrichten des Tages.

Türkei Niederlande

Wut in der Türkei: Demonstranten vor dem niederländischen Konsulat in Istanbul

Die Nachrichten des Tages im stern-Newsticker:

+++ 23.26 Uhr: Nach britischem Unterhaus stimmt auch Oberhaus für Brexit-Gesetz +++

Die beiden Kammern des britischen Parlaments haben der Regierung in London grünes Licht für den Start der Brexit-Verhandlungen gegeben. Wenige Stunden nach dem Unterhaus stimmte auch das britische Oberhaus abschließend für das Brexit-Gesetz. Es ermächtigt die Regierung, bei der EU in Brüssel den Austritt Großbritanniens zu erklären.

+++ 21.55 Uhr: Türkei verweigert niederländischem Botschafter die Rückkehr +++

Die türkische Regierung will den niederländischen Botschafter nicht mehr einreisen lassen. Botschafter Kees Cornelis van Rij dürfe seinen Posten in der Türkei erst wieder antreten, wenn die Niederlande die Bedingungen der türkischen Regierung erfüllten, sagte Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus nach einer Kabinettssitzung. Die Türkei hatte im Streit um die verhinderten Redeauftritte von Ministern eine offizielle Entschuldigung der Niederlande verlangt.

+++ 21.24 Uhr: Finanzvorstand Lutz soll neuer Bahn-Chef werden +++

Der bisherige Finanzvorstand Richard Lutz soll neuer Bahn-Chef werden. Darauf verständigte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die große Koalition. Zuvor hatten "Focus Online" und das "Handelsblatt" darüber berichtet.

+++ 20.08 Uhr: Britisches Unterhaus verabschiedet Brexit-Gesetz +++

Das britische Unterhaus hat das Gesetz zum Beginn des EU-Austrittsverfahrens verabschiedet. Die Abgeordneten strichen zwei zuvor vom Oberhaus eingeführte Zusätze. Das Gesetz muss nun noch abschließend vom House of Lords angenommen werden, das gilt als Formsache.

+++ 19.39 Uhr: Erdogan wirft Merkel "Unterstützung von Terroristen" vor +++

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Terrorunterstützung vorgeworfen.
"Verehrte Merkel, Du unterstützt Terroristen", sagte Erdogan mit Blick auf die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK in einem Interview des türkischen Senders A Haber. Deutschland gehe nicht gegen die PKK vor, obwohl sie diese zur Terrororganisation erklärt habe.

Auch dem deutschen "Staatsfernsehen" warf Erdogan vor, Terrororganisationen zu unterstützen und zudem Propaganda gegen das geplante Präsidialsystem in der Türkei zu machen. Bereits vergangene Woche hatte der deutsch-türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu der ARD vorgeworfen, "Fake News" zu verbreiten und die Inhalte der Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems falsch darzustellen. Darüber wird in der Türkei am 16. April in einem Referendum abgestimmt.

+++ 18.55 Uhr: Angela Merkels US-Reise abgesagt +++

Die Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington ist unmittelbar vor dem Abflug abgesagt worden. Als Grund nannte die Kanzlerin am Abend das schlechte Wetter in den USA.

+++ 18.26 Uhr: New York erwartet schweren Schneesturm +++

Wenige Tage vor dem kalendarischen Frühlingsanfang steht der Millionenmetropole New York ein schwerer Schneesturm bevor. Ein Blizzard werde in der Nacht zum Dienstag über den Nordosten der USA ziehen und die Stadt mit Schnee in Höhe von bis zu 50 Zentimetern bedecken, teilte der Nationale Wetterdienst mit. Die stärksten Schneefälle würden dort zwischen 6 Uhr morgens und 12 Uhr mittags (Ortszeit) erwartet, sagte Bürgermeister Bill de Blasio und ordnete an, Schulen am Dienstag geschlossen zu halten. Bewohner sollten soweit möglich zu Hause bleiben und nicht mit dem fahren.

Der Wind könnte Meteorologen zufolge am Dienstag Geschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde erreichen. Auch Teile New Jerseys sowie der Bundesstaaten Connecticut, Rhode Island und Massachusetts müssen demnach mit Schnee und starkem Wind rechnen. Der Winter sei noch nicht ganz überstanden, teilte der Nationale Wetterdienst mit.

+++ 18.19 Uhr: Mann nach Messerattacke in Gütersloh festgenommen +++

Stunden nach einem Messerangriff im ostwestfälischen mit zwei Verletzten ist ein 27-Jähriger festgenommen worden. Der Angreifer hatte sich nach der Attacke auf zwei Mitarbeiter des Gesundheitsamtes am Nachmittag alleine in einem Büro der Kreisverwaltung verschanzt. Nach etwa vier Stunden habe er aufgegeben und sich "völlig friedlich" festnehmen lassen, sagte eine Polizeisprecherin.

Eines der Opfer war den Angaben zufolge bei dem Angriff schwer verletzt worden. Die war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Hintergründe und das Motiv blieben zunächst unklar. Der polizeibekannte Mann werde nun vernommen, sagte die Sprecherin.

+++ 17.34 Uhr: Flugverkehr an Berliner Flughäfen liegt noch bis Mittwochmorgen lahm +++

An den Berliner Flughäfen geht bis Mittwochmorgen so gut wie nichts mehr: Die Dienstleistungsgewerkschaft weitete den Streik des Bodenpersonals aus und rief auch für Dienstag zu Arbeitsniederlegungen auf. Am Montag fielen in Schönefeld und Tegel wie bereits am ersten Streiktag am Freitag nahezu alle Flüge aus. Die Streikleitung habe beschlossen, die Arbeitsniederlegungen auch am Dienstag ganztägig fortzusetzen, teilte Verdi mit. Der Streik ende am Mittwochmorgen mit Beginn der Frühschichten um fünf Uhr. Hintergrund ist ein festgefahrener Tarifkonflikt um höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die gut 2000 Beschäftigten der Bodendienste an den beiden Berliner Flughäfen.

+++ 17.18 Uhr: Anschlagsdrohung - Polizei prüft islamistischen Hintergrund +++

Nach der Anschlagsdrohung gegen eine Diskothek in Offenburg gehen die Ermittler von einem möglichen islamistischen Hintergrund aus. Dies habe die Auswertung des Chat-Verlaufs im Internet ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der festgenommene Tatverdächtige äußere sich nicht zu den Vorwürfen. Der Mann stammt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus der islamisch geprägten russischen Teilrepublik Tschetschenien. Gegen den Mann sei Haftbefehl beantragt worden. Er sei in der Vergangenheit wegen Kleinkriminalität aufgefallen, nicht aber durch Straftaten mit islamistischem Hintergrund, hieß es. Dem Mann wird vorgeworfen, im Internet einen Anschlag auf eine Diskothek in Offenburg angekündigt zu haben. Die Ermittler waren darauf aufmerksam geworden und hatten in der Nacht zum Sonntag mit einem Großeinsatz reagiert.

+++ 17.06 Uhr: Türkischer Minister droht mit Teil-Aussetzung des Flüchtlingsdeals mit der EU +++

Vor dem Hintergrund der aktuellen Spannungen zwischen mehreren EU-Staaten und der Türkei hat der türkische Europaminister Ömer Celik damit gedroht, das Flüchtlingsabkommen mit der EU in Teilen auszusetzen. Die Regierung in Ankara sollte nach seinen Worten die Absperrung des Landweges Richtung Griechenland und Bulgarien "überprüfen", sagte Celik der Nachrichtenagentur Anadolu. Celik stellte klar, dass die Abriegelung der Fluchtroute durch die Ägäis bestehen bleiben solle, weil die Überfahrt für die Flüchtlinge zu gefährlich sei. Das im März 2016 zwischen EU und Türkei vereinbarte Flüchtlingsabkommen sieht vor, dass Ankara alle auf den griechischen Inseln eintreffenden Flüchtlinge zurücknimmt. Für jeden so abgeschobenen Syrer soll die EU einen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufnehmen. Außerdem sagte die EU Milliarden-Zahlungen für die Versorgung der syrischen Flüchtlinge in der Türkei zu. Das Abkommen enthält auch eine Klausel, in der sich die Türkei verpflichtet, das Entstehen "neuer Migrationsrouten" über See oder Land zu unterbinden. Die Flüchtlingsbewegung über die Türkei Richtung Westeuropa kam seit der Umsetzung des Abkommens weitgehend zum Erliegen.

+++ 16.44 Uhr: Mörder von 15-Jähriger in Düsseldorf schizophren +++

Der mutmaßliche Mörder einer 15 Jahre alten Jugendlichen in Düsseldorf ist schuldunfähig. Bei dem noch am Tatort, einer ehemaligen Papierfabrik, festgenommenen 16-jährigen Jugendlichen liege eine Schizophrenie vor, teilte die Polizei mit. Er habe Wahnvorstellungen. Bei einem Streit mit dem Mädchen habe er ein sogenanntes Multitoolwerkzeug gezogen und ihr damit tödliche Stichverletzungen zugefügt. Der Polizei zufolge ist der Jugendliche umfänglich geständig. Er sei in einer Klinik untergebracht worden. Die beiden Teenager waren nach den Polizeiangaben zufällig auf dem alten Fabrikgelände gelandet. Sie seien mit der S-Bahn am Samstagabend versehentlich in eine falsche Richtung gefahren.


+++ 16.16 Uhr: Tödliches Busunglück auf A4: Kind laut Zeugen nicht angeschnallt +++

Das Kind, das bei einem schweren Busunglück auf einer Autobahn bei Erfurt im Jahr 2015 ums Leben gekommen ist, war nach Aussage eines Polizisten nicht angeschnallt gewesen. Das hätten ihm die Eltern gesagt, sagte ein ermittelnder Beamter als Zeuge beim Schöffengericht in Weimar. Der vierjährige Junge habe auf zwei Sitzen rückwärts zur Fahrtrichtung gelegen, als der Bus am 30. Oktober 2015 auf der Autobahn eine Böschung hinauffuhr und umkippte.

Angeklagt ist der damalige Busfahrer. Der Österreicher soll mit überhöhter Geschwindigkeit einen Laster überholt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung und Körperverletzung vor. Der Vierjährige starb, alle anderen der mehr als 60 Menschen im Bus überlebten verletzt. Die Schüler aus Sachsen waren beim Unfall auf der A4 auf dem Rückweg von einer Sprachreise aus England. Der Fahrer hatte ausgesagt, sich an den Unfall selbst nicht erinnern zu können. Nach Angaben eines Mechatronikers, der die Steuergeräte im Fahrzeug nach dem Unfall mit einem Sachverständigen auswertete, hat das Fahrzeug keine Fehler als Unfallursache aufgewiesen.

+++ 16.01 Uhr: Zwei Verletzte nach Messerangriff in Gütersloh - Mann verschanzt +++

Mit einem Messer hat ein Mann in der Kreisverwaltung in Gütersloh zwei Menschen verletzt und sich anschließend in dem Gebäude verschanzt. Nach Angaben einer Polizeisprecherin erlitt eines der Opfer schwere Verletzungen. Der Mann sei nun in einem Raum isoliert. Weitere Menschen seien nicht in Gefahr. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, um den Mann festzunehmen. Die Hintergründe und das Motiv waren zunächst unklar. Der Mann sei den Behörden aber namentlich bekannt, teilte die Polizei mit. Zu möglichen psychischen Problemen des Angreifers wollte sich die Sprecherin nicht äußern.

+++ 15.57 Uhr: Facebook verbietet Entwicklern Daten-Nutzung für Überwachung +++

Facebook hat Software-Entwicklern ausdrücklich verboten, Daten des Netzwerks für Überwachungs-Anwendungen zu nutzen. Die Nutzungsbestimmungen für die Plattform des weltgrößten Online-Netzwerks und seines Fotodienstes Instagram wurden entsprechend geändert. Der Schritt ist eine Reaktion auf Enthüllungen der Bürgerrechtsorganisation ACLU (American Civil Liberties Union) vom vergangenen Herbst. Sie hatte festgestellt, dass die Software Geofeedia öffentlich verfügbare Daten von Facebook, Instagram und Twitter nutzte, um Informationen über Teilnehmer von Protest-Aktionen an Behörden zu verkaufen. Aus Sicht von Facebook verstieß das Vorgehen bereits gegen bestehende Regeln, die Formulierungen wurden jetzt aber noch einmal deutlicher gemacht. Twitter präzisierte die Nutzungsbedingungen bereits Ende vergangenen Jahres und kappte den Zugang für mehrere ähnliche Dienste, die Protest-Hashtags wie zum Beispiel "#BlackLivesMatter" auswerteten.

+++ 15.56 Uhr: Nach Münchner Amoklauf Anklage gegen Waffenlieferanten erhoben +++

Im Fall des Münchner Amoklaufs mit zehn Toten hat die Staatsanwaltschaft München I Anklage gegen den mutmaßlichen Waffenlieferanten erhoben. Der Tatvorwurf gegen den seit August ununterbrochen in Untersuchungshaft sitzenden Mann laute auf fahrlässige Tötung in neun Fällen, fahrlässige Körperverletzung in fünf Fällen und zahlreiche Verstöße gegen Waffengesetze, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. Wann es zum Prozess kommt, liege nun aber noch beim Gericht. Polizeilich ist der Fall zu Ende ermittelt. Das bayerische Landeskriminalamt kündigte an, am Freitag einen Abschlussbericht vorzulegen. Der 18 Jahre alte Amokläufer David S. hatte am 22. Juli in München neun Menschen und sich selbst erschossen, außerdem verletzte er vier weitere Menschen. Seine Waffe und 350 Schuss Munition soll er übers Darknet von dem Verdächtigen gekauft haben.

+++ 15.42 Uhr: Türkischer Minister wirft Den Haag "neofaschistische Praktiken" vor +++

Im Streit um Auftrittsverbote türkischer Regierungsvertreter hat der türkische EU-Minister Ömer Celik die Niederlande der "neofaschistischen Praktiken" beschuldigt. Die niederländische Regierung habe ein "Verbrechen" begangen und gegen die Menschenrechtskonvention verstoßen, sagte Celik. "Hier fällt allen Demokraten, Fortschrittlichen und Liberalen Europas eine große Aufgabe zu. Sie müssen ihre Stimme vor allem gegenüber diesen neofaschistischen Praktiken in Holland erheben."


+++ 15.34 Uhr: Opfer der Axt-Attacke von Düsseldorf auf dem Weg der Besserung +++

Vier Tage nach der blutigen Axt-Attacke am Düsseldorfer Hauptbahnhof geht es den Verletzten langsam besser. Von den vier Schwerverletzten werde ein Opfer noch in der Intensivmedizin behandelt, zwei seien inzwischen auf Normalstationen, teilte die Universitätsklinik mit. Ein weiteres Opfer konnte aus dem Krankenhaus entlassen werden. Der vermutlich psychisch kranke Tatverdächtige hatte am Donnerstagabend in einer S-Bahn mit einer Axt auf Fahrgäste eingeschlagen. Bei dem plötzlichen Angriff waren neun Menschen in unterschiedlichem Ausmaß verletzt worden. Mehrere Opfer waren zeitweise in Lebensgefahr. Der Verdächtige verletzte sich auf der Flucht vor der Polizei ebenfalls schwer. Er kam in ein Justizvollzugskrankenhaus, anschließend soll er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Der Düsseldorfer Bahnhof, der zweitgrößte in Nordrhein-Westfalen, war mehrere Stunden lang geschlossen worden.

+++ 15.18 Uhr: Marzipan-Erpresser zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt +++

Der Marzipan-Erpresser von Kiel ist zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der 38-Jährige im September 2016 auf Schulhöfen in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt mit Insektiziden vergiftete Marzipanherzen ausgelegt hatte. Damit habe er seiner Forderung Nachdruck verleihen wollen, von dem Unternehmen Coop drei Millionen Euro in der Internetwährung Bitcoin zu erpressen, sagte der Vorsitzende Richter Ralph Jacobsen. Er betonte, das Besondere an diesem Fall sei, dass die Gesundheit von Schulkindern als Druckmittel eingesetzt wurde: "Die halbe Stadt war beunruhigt."


+++ 15.16 Uhr: Klage gegen Google wegen negativer Bewertungen gescheitert +++

Ein Unternehmen aus dem Raum Augsburg ist mit einer Klage gegen Google gescheitert. Das Unternehmen wollte erreichen, dass der Suchmaschinenbetreiber nicht mehr auf eine Internetseite verweist, auf der negative Bewertungen über den Kläger zu lesen sind. Das Augsburger Landgericht habe die Klage abgewiesen, so ein Gerichtssprecher. Da der Betreiber der Internetseite mit anonymen Bewertungen nicht greifbar war, war das Unternehmen gegen Google juristisch vorgegangen. Die Richter konnten auf der Bewertungsseite aber keine klaren Rechtsverletzungen erkennen. Nach Ansicht des Gerichts sind die etwa zwei Jahre alten Kommentare von der Meinungsfreiheit gedeckt. Deswegen dürfe Google auch weiterhin den Nutzern der Suchmaschine die entsprechende Seite anzeigen. Einen Unterlassungsanspruch gebe es in diesem Fall nicht.

+++ 15.07 Uhr: IS-Verdacht: Islamisches Zentrum in Lübeck durchsucht +++

Die Bundesanwaltschaft hat ein Islamisches Zentrum in Lübeck wegen Terrorverdacht durchsuchen lassen. In der dortigen Moschee soll sich regelmäßig ein Mann aufgehalten haben, dem die Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen werde, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Dem Beschuldigten werde vorgeworfen, 2015 in einem Propagandavideo des IS als Redner aufgetreten zu sein, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft. Die Behörde führt deshalb ein Ermittlungsverfahren. Der Mann sei von der Polizei vernommen, aber nicht festgenommen worden. Persönliche Angaben, etwa zur Nationalität und zum Alter, wollte der Sprecher nicht machen. Außer dem Islamischen Zentrum seien auch zwei Wohnungen in Lübeck und Hamburg durchsucht worden, die dem IS-Verdächtigen zugeordnet werden. Demnach wurden etliche Computer beschlagnahmt. Die Bundesanwaltschaft sprach nur allgemein von Beweismitteln. Die Aktion lief unter Federführung des Landeskriminalamtes in Kiel.

+++ 14.44 Uhr: Arbeit von Heimkindern zählt nicht für die Rente +++

Ehemalige Heimkinder können dort geleistete Arbeit nicht als Beitragszeit für die Rente anrechnen lassen. Das geht aus einer Entscheidung des baden-württembergischen Landessozialgerichts in Stuttgart hervor. Hintergrund war die Klage einer 63-Jährigen, die von 1964 bis 1971 im Kinderasyl Gundelfingen untergebracht war. Sie hatte argumentiert, im Heim "Zwangsarbeit" im Sinne eines Beschäftigungsverhältnisses geleistet zu haben, was nicht als bloße erzieherische Maßnahme gewertet werden könne. Das wollte sie bei der Rente berücksichtigt sehen. Die Richter gaben jedoch der Deutschen Rentenversicherung Recht, die das anders sah. Nach damaliger Anschauung sei das Prinzip der Erziehung durch Arbeit vorherrschend gewesen. Was die Klägerin während der Unterbringung etwa an Kleidung, Essen oder auch Taschengeld bekommen habe, sei nicht als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt zu werten.

+++ 14.40 Uhr: Hauptverdächtiger nach tödlichem Angriff vor Shisha-Bar gefasst +++

Nach einem tödlichen Angriff auf einen 19 Jahre alten Schweizer vor einer Shisha-Bar in Konstanz hat die Polizei den mutmaßlichen Haupttäter gefasst. Der 17-Jährige sei am Vorabend im Landkreis Konstanz festgenommen worden, teilten die Beamten mit. Er sollte im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden. Das Motiv des Mannes sei jedoch noch unklar. Der Schweizer war in der Nacht zum Samstag bei einem Streit mit einem Messer getötet worden. Mehrere Männer waren aus noch unbekannten Gründen aneinandergeraten, es kam zu einer Schlägerei. Dabei soll der 17-Jährige auf das 19 Jahre alte Opfer eingestochen haben. Das Opfer starb laut vorläufigem Obduktionsergebnis an inneren Blutungen im Krankenhaus. Bereits am Wochenende waren vier Verdächtige festgenommen wurden - bei drei von ihnen habe sich der dringende Tatverdacht jedoch nicht bestätigt, teilten die Beamten weiter mit. Bei einem 21-Jährigen habe sich der Verdacht dagegen erhärtet, er sei nun in Untersuchungshaft.

+++ 14.38 Uhr: Betrunkene Mutter schickt Siebenjährige auf kilometerlangen Heimweg +++

Eine betrunkene Frau hat ihre siebenjährige Tochter allein auf einen kilometerlangen Weg durch das thüringische Weimar zu ihrem Vater geschickt. Das völlig verwahrloste Mädchen sprach am Sonntag auf der Straße wahllos Passanten an und bat diese um Hilfe, wie die Polizei mitteilte. Sie versuchte auch, Autos anzuhalten. Den Beamten gegenüber gab das Mädchen an, ihre Mutter habe sie auf den etwa drei Kilometer langen Weg nach Hause geschickt. Die Beamten nahmen das Kind mit zur Dienststelle und informierten das Jugendamt, das das Mädchen vorläufig bei einer Gastfamilie unterbrachte. Gegen die 39-jährige Mutter wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

+++ 14.33 Uhr: Justiz in Ägypten erlaubt Freilassung Mubaraks +++

Die Staatsanwaltschaft in Ägypten hat nach Angaben eines Anwalts der Freilassung des früheren Staatschefs Husni Mubarak zugestimmt. Das gab der Anwalt des 88-Jährigen bekannt. Der im Februar 2011 gestürzte Mubarak war Anfang März im letzten gegen ihn geführten Strafverfahren freigesprochen worden.

+++ 14.30 Uhr: Schwere Explosion erschüttert Kabul +++

Eine schwere Explosion hat das Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul erschüttert. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein Bus von der Explosion getroffen. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte dies, konnte aber zunächst keine weiteren Angaben machen.

+++ 14.08 Uhr: London lehnt schottischen Vorstoß für neues Unabhängigkeitsreferendum ab +++

Die britische Regierung hat mit scharfer Kritik auf den Vorstoß der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon reagiert, einen erneuten Volksentscheid über die Unabhängigkeit Schottlands einzuleiten. Eine solche Volksabstimmung wäre "spalterisch" und würde "zum schlimmstmöglichen Zeitpunkt" zu einer "enormen wirtschaftlichen Unsicherheit führen", erklärte Downing Street. Die Regierung in Edinburgh solle sich vielmehr darum bemühen, ihre internen Angelegenheiten "gut zu verwalten". Sturgeon hatte kurz zuvor erklärt, sie werde kommende Woche vom schottischen Parlament die Vollmacht einholen, sich mit London über das Referendum zu verständigen. Als Zeitpunkt für die Volksabstimmung nannte Sturgeon einen Termin zwischen Ende 2018 und Anfang 2019; zu diesem Zeitpunkt wären die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien über einen Austritt noch nicht abgeschlossen.


+++ 13.35 Uhr: Katze aus zehntem Stock geworfen: viereinhalb Monate Haft +++

Weil er eine Katze aus dem zehnten Stock geworfen und schließlich tot geschlagen hat, ist ein junger Mann in Singapur zu viereinhalb Monaten Haft verurteilt worden. Ein Gericht in dem südostasiatischen Stadtstaat befand den 25-Jährigen der Tierquälerei für schuldig. Er hatte die Katze laut Anklage mit Futter angelockt und mit in ein Hochhaus genommen. Im zehnten Stock hatte der Täter ein bisschen mit dem Tier gespielt, das aber zu fliehen versuchte. Schließlich habe der Angeklagte die Katze eingefangen und aus dem Fenster geworfen, hieß es in der Klageschrift. Nachdem die Katze nach dem Sturz noch am Leben war, habe der 25-Jährige sie zwei Mal auf den Boden geschlagen und so getötet. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits Ende Mai 2016.

Der Angeklagte, der in einem Restaurant arbeitete, hatte vor Gericht ausgesagt, er sei frustriert gewesen, dass Katzen ihn generell gemieden hätten. Sein Verteidiger Amarjit Singh Sidhu sagte vor Gericht, sein Mandant sei sich seiner Tat und ihrer Konsequenzen "vollauf bewusst" und er schäme sich, seiner Familie Kummer bereitet zu haben.

+++ 13.21 Uhr: Oma getötet, Polizisten überfahren: Tatverdächtiger wollte vor Taten in Psychiatrie +++

Der 24-Jährige, der zuerst seine Oma und dann zwei Polizisten getötet haben soll, ist nach den Worten seines Betreuers zwischen diesen Taten zu einem Heim für psychisch Kranke gefahren. Der Mann habe sich kurz in der Einrichtung in Beeskow aufgehalten, sagte der gerichtlich bestellte Betreuer der "Märkischen Oderzeitung". Er sei eine Weile zuvor schon einmal mit ihm dort gewesen. Es sei um Möglichkeiten gegangen, dort unterzukommen. Eine vollstationäre Unterbringung sei aber nicht möglich gewesen.

+++ 13.11 Uhr: Streit mit der Türkei: Nato ruft zu Mäßigung auf +++

Die Nato hat die Türkei und die anderen Bündnispartner im Streit um untersagte Wahlkampfauftritte türkischer Politiker zur Mäßigung aufgerufen. Ziel müsse es sein, "Spannungen zu entschärfen und die Lage zu deeskalieren", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Nach abgesagten Wahlkampfauftritten in Deutschland hatte am Wochenende die niederländische Regierung türkischen Ministern untersagt, bei Veranstaltungen zum im April angesetzten Verfassungsreferendum in der Türkei aufzutreten.

+++ 13.03 Uhr: Mutter betrunken - verwahrloste Siebenjährige sucht Hilfe +++

Ein völlig verwahrlostes Kind, das Passanten um Hilfe bat, ist von der Polizei in Weimar von der Straße geholt worden. Das siebenjährige Mädchen habe unter anderem versucht, Autos anzuhalten, um zu seinem Vater zu kommen, berichtete die Polizei am Montag. Das Kind sei von seiner betrunkenen Mutter am Sonntag allein auf den etwa drei Kilometer langen Weg nach Hause geschickt worden.

Die Beamten nahmen das Mädchen mit zur Dienststelle und benachrichtigten das Jugendamt. Dieses brachte die Siebenjährige vorläufig in einer Pflegefamilie unter. Die 39 Jahre alte Mutter wurde - wie von dem Kind angegeben - betrunken angetroffen. Gegen sie laufe nun ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, hieß es. 

+++ 13.00 Uhr: Dreijähriger startet Auto - 10.000 Euro Schaden in Reutlingen +++

Beim Versuch, auf dem Parkplatz eines Supermarkts das Auto seiner Mutter zu starten, hat ein Dreijähriger im baden-württembergischen Dettingen einen Schaden von mehr als 10.000 Euro verursacht. Wie die Polizei in Reutlingen am Montag mitteilte, parkte die 33-jährige Mutter den Wagen am Samstag und stieg aus, um einen Einkaufswagen zu holen. Der Kleine betätigte demnach vermutlich die Zentralverriegelung und kletterte aus seinem Kindersitz auf der Rückbank zum Fahrersitz.

"Daraufhin versuchte er mehrmals, mit dem im Zündschloss steckenden Schlüssel den Motor zu starten", erklärte die Polizei. Die Handbremse war demnach nicht angezogen, sondern lediglich der erste Gang eingelegt, weshalb das Auto "mehrere Sätze" nach vorn gemacht habe.

"Die Mutter hatte mittlerweile die Startversuche ihres Filius mitbekommen, konnte aber die gesperrte Fahrertür nicht öffnen", hieß es im Polizeibericht. Der Wagen sei gegen eine Schaufensterscheibe geprallt, der Dreijährige bei dem Unfall aber unverletzt geblieben.

+++ 12.54 Uhr: Schottische Regierungschefin will neues Unabhängigkeitsreferendum +++

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon strebt wegen des Brexits ein neues Referendum über die Unabhängigkeit von Großbritannien an. Sie werde das schottische Parlament in der kommende Woche um eine entsprechende Entscheidung bitten, sagte Sturgeon in Edinburgh.

+++ 12.51 Uhr: Nach Amoklauf in München: Anklage gegen Waffenhändler +++

Acht Monate nach dem Münchner Amoklauf hat die Staatsanwaltschaft gegen einen Mann Anklage erhoben, der dem 18-jährigen Täter die Waffe verkauft haben soll. Dem 32 Jahre alten Mann werden fahrlässige Tötung in neun Fällen, fahrlässige Körperverletzung in fünf Fällen sowie Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen, wie der Sprecher der Anklagebehörde sagte. Das Verfahren sei aber noch nicht zur Hauptverhandlung zugelassen.

+++ 12.20 Uhr: Schulz ruft zur Erneuerung der Globalisierung auf +++

Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat dazu aufgerufen, mit einer Erneuerung der Globalisierung dem Rechtspopulismus weltweit entgegenzuwirken. "Gemeinsam müssen wir deutlich machen, dass Abschottung keine Lösung ist", sagte Schulz am Montag bei der Konferenz der Progressiven Allianz am Montag in Berlin. Die Allianz ist ein Zusammenschluss von rund 130 sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien und Organisationen. Die zweitägige Konferenz hatte am Sonntag in Berlin begonnen. "Keine Mauer kann hoch genug sein, um uns auf Dauer vor globalen Problemen zu schützen oder uns abzuschirmen", sagte Schulz. Durch praktisches Handeln müsse unter Beweis gestellt werden, "dass wir unsere Grundwerte und Prinzipien zum Maßstab einer neuen Globalisierung machen wollen", sagte der designierte SPD-Chef bei der internationalen Tagung.

+++ 12.10 Uhr: Frau in Pumps bleibt im Gleisbett hängen - Vollsperrung +++

Eine 42-Jährige ist beim verbotenen Überqueren der Schienen des Bahnhofs im niedersächsischen Hasbergen mit Stöckelschuhen im Gleisbett stecken geblieben und beinahe überfahren worden. Der örtliche Fahrdienstleiter habe das Malheur der betrunkenen Frau bemerkt und eine herannahende Regionalbahn gerade noch gestoppt, erklärte die Bundespolizei am Montag in Bad Bentheim. Sie befreite sich demnach aus eigener Kraft und fuhr zunächst mit einem anderen Zug weiter nach Osnabrück. Dort wurde sie aber bereits von Beamten der Bundespolizei empfangen. Diese maßen bei ihr einen Atemalkoholwert von 2,13 Promille. Gegen die Frau laufen nun Ermittlungen wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr. Fahrgäste der Regionalbahn wurden nach bisherigen Erkenntnissen trotz des abrupten Bremsmanövers nicht verletzt. Der Vorfall ereignete sich am Samstag.

+++ 11.42 Uhr: Schildkröte mit Münzen im Bauch geht es nach OP besser +++

Nachdem ihr fast tausend Münzen herausoperiert wurden, ist die in Thailand lebende Meeresschildkröte Omsin wieder auf dem Weg der Genesung. Am Montag schwamm das 25-jährige Meeresreptil schon einige Runden in einem kleinen Becken des Meeresforschungszentrums der Chulalongkorn-Tierklinik in Bangkok.

Die Tierärztin Nantarika Chansue äußerte sich sehr zufrieden mit den Fortschritten der Patientin. Vor der OP habe Omsin ihre gesamte linke Seite nicht benutzt, weil ihr das anscheinend Schmerzen bereitet habe, sagte sie. "Schauen Sie sie sich jetzt an, sie setzt alle Gliedmaßen sehr wirksam ein."

Omsin, was auf Deutsch "Sparschwein" bedeutet, hatte zwei Jahrzehnte lang in einem kleinen öffentlichen Park in der Provinz Chonburi gelebt. Die Besucher hatten Münzen in ihr Becken geworfen, weil sie sich davon Glück und Reichtum versprachen. Omsin verschluckte davon einen Großteil.


+++ 11.25 Uhr: Carlos erneut vor Gericht +++

Der schon zweimal zu lebenslanger Haft verurteilte frühere Top-Terrorist "Carlos" steht in Frankreich wegen eines weiteren Anschlags vor Gericht. Dem 67-jährigen Venezolaner mit dem bürgerlichen Namen Ilich Ramírez Sánchez wird eine Handgranaten-Attacke vor mehr als 42 Jahren vorgeworfen. 

Der Anschlag auf ein Geschäft am Pariser Boulevard Saint-Germain hatte im September 1974 zwei Menschen getötet, 34 weitere wurden verletzt. Zum Auftakt präsentierte sich "Carlos" dem nur mit Berufsrichtern besetzten Schwurgericht am Montag wie schon früher als "Berufsrevolutionär". In den 1970er und 1980er Jahren war der Venezolaner einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Er war 1975 an der Geiselnahme von Opec-Ministern in Wien beteiligt gewesen. Erst 1994 wurde er im Sudan gefasst. Französische Gerichte verurteilten ihn wegen mehrerer Morde und Anschläge bereits zweimal zu lebenslanger Haft.


+++ 10.35 Uhr: 15-Jährige in Düsseldorf getötet +++

Ein 16-Jähriger soll in Düsseldorf eine 15 Jahre alte Jugendliche getötet haben. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurde die junge Frau am Vortag tot auf dem Gelände einer ehemaligen Papierfabrik entdeckt. "Aufgrund der Gesamtumstände musste von einem Tötungsdelikt ausgegangen werden", erklärten die Beamten. Am Tatort sei ein 16-Jähriger unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden, hieß es weiter. Die Ermittlungen übernahm die Kriminalpolizei. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen am Nachmittag weitere Erkenntnisse mitteilen.

+++ 10.28 Uhr: Anton Schlecker weist Anklagevorwürfe erstmals persönlich zurück +++

Im Bankrottprozess gegen Anton Schlecker hat der ehemalige Drogeriemarktunternehmer erstmals persönlich die Vorwürfe der Anklage zurückgewiesen. "Ich erinnere mich nicht an Liquiditätsprobleme, die ich für nicht überwindbar gehalten hätte", las Schlecker am Montag eine schriftlich verfasste Stellungnahme vor. Er habe keine Entscheidung oder Verfügung getroffen, um Gläubiger zu benachteiligen. Er übernehme die unternehmerische Verantwortung. Allerdings betonte Schlecker: "Für mich gab es kein unternehmerisches Scheitern. Ich war sehr erfolgsverwöhnt." Er sei bis zuletzt davon überzeugt gewesen, das Unternehmen fortführen zu können.

Fragen der Staatsanwaltschaft wollte Schlecker am Montag noch nicht beantworten. Die Anklage wirft Schlecker vor, vorsätzlich Bestandteile seines Vermögens, das den Gläubigern zugestanden hätte, vor der Insolvenz im Jahr 2012 beiseite geschafft zu haben. Außerdem soll der 72-Jährige den Zustand des Unternehmens im Konzernabschluss falsch dargestellt und vor dem Insolvenzgericht unrichtige Angaben gemacht haben. 


+++ 10.17 Uhr: Mutmaßlicher Marzipan-Erpresser in Kiel vor Gericht +++

Ein mutmaßlicher Erpresser, der vergiftete Marzipanherzen an Schulen ausgelegt haben soll, steht in Kiel vor Gericht. Am Landgericht begann der Prozess gegen den 38-jährigen Angeklagte wegen räuberischer Erpressung. Er soll im September 2016 vier Kieler Schulen mit vergifteten Marzipanherzen und Bombendrohungen in Angst und Schrecken versetzt haben. Damit wollte er laut Anklage von der Handelskette Coop drei Millionen Euro erpressen, zahlbar in der digitalen Währung Bitcoins.

+++ 10.14 Uhr: Zwei Menschen sterben bei Massenpanik während Freiluftkonzert in Argentinien +++

Bei einer Massenpanik während eines Open-Air-Konzerts in Argentinien sind am Sonntag zwei Menschen totgetrampelt worden. Nach Behördenangaben mussten zudem zwölf Verletzte im Krankenhaus behandelt werden, zwei von ihnen auf der Intensivstation. Augenzeugen berichteten, während des Auftritts des argentinischen Rockstars Indio Solari und seiner Band in der Stadt Olavarría in der Provinz Buenos Aires seien Fans auf die Bühne gestürmt. Behördenangaben zufolge kamen mehr als 300.000 Menschen zu dem Konzert - mehr als drei Mal so viel, wie es Einwohner in Olavarría gibt. 

+++ 9.41 Uhr: Zweiter Verdächtiger nach Terroralarm in Essener Einkaufszentrum wieder frei +++

Auch der zweite im Zusammenhang mit dem Anschlagsalarm in Essen festgenommene Verdächtige befindet sich inzwischen wieder auf freiem Fuß. Der Mann sei am Sonntag im Tagesverlauf aus dem Gewahrsam entlassen worden, weil keine Haftgründe vorgelegen hätten, sagte ein Sprecher der Essener Polizei. "Das heißt aber nicht, dass die Ermittlungen damit abgeschlossen sind." Sie liefen weiter.

Nach Hinweisen auf einen geplanten Anschlag war das Einkaufszentrum Limbecker Platz in der Essener Innenstadt am Samstag abgeriegelt worden. Zudem wurden zwei Männer in Oberhausen vorläufig festgenommen. Einer der Männer wurde bereits am späten Samstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. Das Einkaufszentrum sollte am Montag wieder öffnen. Der Hinweis habe sich auf ein konkretes Zeitfenster bezogen, sagte der Polizeisprecher. Es könne deshalb inzwischen wieder zum Normalbetrieb übergegangen werden. 

+++ 9.28 Uhr: Streik an Berliner Flughäfen bis Mittwoch +++

Reisende müssen bis Mittwochfrüh an den Berliner Flughäfen mit Flugausfällen rechnen. Der Streik des Bodenpersonals wird verlängert, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Ursprünglich sollte der Ausstand am Dienstagfrüh um 5.00 Uhr enden.

+++ 9.05 Uhr: Niederlande verschärfen Warnhinweis für Türkeireisende +++

Die Niederlande haben die offiziellen Warnhinweise für Türkeireisende verschärft. Ausdrücklich verweist das Außenministerium auf seiner Website auf die diplomatischen Spannungen mit dem Land seit dem Wochenende. Die Niederlande hatten Wahlkampfauftritte türkischer Minister untersagt und eine dennoch eingereiste Ministerin aus dem Land gewiesen. Niederländische Touristen werden nun gewarnt, in der Türkei größere Versammlungen von Menschen sowie volle Plätze zu vermeiden. Von Reisen in die Türkei wird aber nicht generell abgeraten.


+++ 8.26 Uhr: Mindestens 15 Tote bei Verkehrsunglück in Peru +++

In den peruanischen Anden hat sich ein Busunglück mit mindestens 15 Toten ereignet. Wie die örtlichen Behörden am Sonntag mitteilten, stürzte ein Kleinbus mit 22 Insassen am Vortag bei heftigem Regen 400 Meter tief in eine Bergschlucht. Die Zahl der Toten könnte sich der Polizei zufolge nach der Bergung aller Opfer noch erhöhen.    Der Bus kam im Distrikt Yauya in der nördlichen Provinz Carlos Fermín Fitzcarrald von der Straße ab. 

+++ 8.07 Uhr: Früherer SPD-Politiker Ehmke gestorben +++

Der frühere SPD-Politiker Horst Ehmke ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren in Bonn, wie der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement der Deutschen Presse-Agentur im Namen der Familie mitteilte.

+++ 7.09 Uhr: Zwei Maskierte überfallen Hotel in Bad Kissingen +++

Zwei Unbekannte haben ein Hotel im bayerischen Bad Kissingen überfallen und ausgeraubt. Wie die Polizei mitteilte, brachen die zwei Maskierten in der Nacht in das Hotel ein, fesselten den Nachtportier und stahlen Bargeld. Daraufhin flüchteten sie zu Fuß. Wie hoch der Betrag war, sagte die Polizei nicht. Der Angestellte konnte sich befreien und die Polizei rufen. Nach den Tätern wurde am frühen Montagmorgen noch gefahndet.

+++ 6.55 Uhr: Paris erklärt den Ratten der Stadt den Krieg +++

Paris hat den Ratten der Stadt den Kampf angesagt. 1,5 Millionen Euro will die Verwaltung der französischen Hauptstadt gegen die Nager aufbringen, kündigte Bürgermeisterin Anne Hidalgo in einem Interview mit der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" an. Sie legte dazu einen Zehn-Punkte-Plan für mehr Sauberkeit vor. Die Maßnahmen umfassen eine Aufstockung der städtischen Reinigungskräfte, Müllmänner und von Mitarbeitern der Hygiene-Kontrolleure. Die Dienstzeiten der Müllabfuhr sollen zudem ausgeweitet werden. Restaurants und andere Einrichtungen müssen künftig mehr Aschenbecher an Ein- und Ausgängen aufstellen. Straßenreiniger sammeln jährlich in Paris mehr als 150 Tonnen Kippen ein.

+++ 3.18 Uhr: Mindestens 38 Tote durch Panikreaktion eines Busfahrers in Haiti +++

Durch die Panikreaktion eines Busfahrers nach einem ersten Unfall sind in Haiti insgesamt 38 Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden. Nach Behördenangaben ereignete sich in der Stadt Gonaives zunächst ein Unfall mit einem Toten und einem Verletzten. Als Passanten daraufhin versuchten, den Bus samt Insassen in Brand zu setzen, raste der Busfahrer davon und fuhr in eine Gruppe mit Straßenmusikern, wodurch weitere 37 Menschen getötet wurden. Nach dem ersten Unfall hätten "Menschen, die keine Unfallopfer waren, versucht, den Autobus mit den Fahrgästen darin anzuzünden", sagte der Zivilschutzbeauftragte Faustin Joseph. Der Fahrer habe dann Gas gegeben und sei auf Straßenmusikanten, sogenannte Rara-Bands, getroffen. "Er ist in sie hineingerast - und 33 kamen ums Leben." Im Krankenhaus erlagen später vier weitere ihren schweren Verletzungen.

+++ 2.55 Uhr: Auto fährt gegen Baum und fängt Feuer - Fahrer tot +++

Ein Auto ist in Ostfriesland gegen einen Baum geprallt und hat Feuer gefangen. Dabei sei der Autofahrer gestorben, teilte die Polizei mit. Das Fahrzeug brannte komplett aus. Zur Identität der Person konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Unklar war auch, warum das Auto am Sonntagabend in dem kleinen Ort Werdum in Niedersachsen von der Fahrbahn abkam. Das Fahrzeug werde untersucht, sagte ein Sprecher.

+++ 2.29 Uhr: Angriff auf Krankenhaus in Kabul offenbar mit Hilfe von Klinik-Mitarbeitern +++

Der Angriff auf ein Krankenhaus in Kabul ist nach Angaben von Überlebenden offenbar mit der Hilfe von Klinik-Mitarbeitern ausgeführt worden. Die Angreifer hätten Unterstützung von mehreren Eingeweihten, unter ihnen auch zwei Mitarbeiter des Sardar Daud Chan-Krankenhauses, gehabt, sagten Überlebenden des Personals und Sicherheitsleute der Nachrichtenagentur AFP nach dem Angriff. Zahlreiche Überlebende sprachen von einem "zeitgleichen Massaker", bei dem Angreifer bereits in der Klinik positioniert gewesen seien, darunter auch ihnen bekannte Mitarbeiter. "Wir alle kannten sie", sagte ein Klinikangestellter, der anonym bleiben wollte, mit Blick auf zwei seit Monaten in dem Krankenhaus arbeitende Kollegen. "Einer von ihnen sprengte sich selbst in die Luft und der andere wurde von Spezialkräften niedergeschossen."

+++ 1.01 Uhr: Fillon ließ sich Luxus-Anzüge für mehrere tausend Euro schenken +++

Der angeschlagene französische Präsidentschaftskandidat François Fillon hat von einem Freund Luxus-Anzüge im Wert von mehreren tausend Euro als Geschenk angenommen. In einem Interview mit der Zeitung "Les Echos" gab Fillon zu, dass er die Anzüge angenommen habe, sah darin aber nichts Verwerfliches: "Ein Freund hat mir die Anzüge im Februar angeboten. Na und?" Sein Privatleben werde derzeit bis in den kleinsten Winkel durchleuchtet und "diese Behandlung ist mir vorbehalten", sagte Fillon in dem Gespräch. "Ich weiß nicht, wer darauf aus ist, mir zu schaden".

Die Sonntagszeitung "Le Journal du dimanche" hatte berichtet, dass ein "spendabler Freund" zwei Anzüge für Fillon mit einem auf den 20. Februar datierten Scheck über 13.000 Euro bei einem Pariser Nobel-Schneider bezahlt habe. "Ich habe auf Bitten von François Fillon bezahlt", zitierte die Zeitung den Gönner. Der Vorgang sei aus dem Umfeld des konservativen Kandidaten bestätigt worden.


+++ 0.01 Uhr: Rutte schließt Entschuldigung wegen Auftrittsverbots für türkische Minister aus +++

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat eine Entschuldigung für die Ausweisung der türkischen Familienministerin und das Einreiseverbot für den türkischen Außenminister ausgeschlossen. "Es steht außer Frage, dass es eine Entschuldigung gibt, sie sollten sich dafür entschuldigen, was sie gestern getan haben", sagte Rutte am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Den Haag. An die Niederländer appellierte er, angesichts der aufgeheizten Stimmung "einen kühlen Kopf zu bewahren". "Wir haben eine hervorragende Gesellschaft, in der ein Großteil der Niederländer mit türkischen Wurzeln integriert ist", sagte Rutte weiter.


fin/jek/tkr/DPA/AFP

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