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Gottes schmutziger Legionär

Schon lange gibt es schwerste Beschuldigungen gegen Pater Maciel Marcial Degollado, den Gründer des Ordens "Legionäre Christi". Doch die mutmaßlichen Verfehlungen des eifrigen Spendensammlers wurden nie untersucht. Nun knöpft sich laut stern-Recherchen der Vatikan den Fall des Mexikaners vor, der auch ein Doppelleben mit zwei Frauen führte.

Der Vatikan steht vor einem neuen Missbrauchs-Skandal, und diesmal sind die höchsten Stellen betroffen. Wie der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, legt eine vatikanische Untersuchungskommission Ende April einen Bericht über das ausschweifende Sexualleben des mexikanischen Priesters Maciel Marcial Degollado vor. Der Gründer des einflussreichen Ordens "Legionäre Christi", der auch in Deutschland aktiv ist, soll Dutzende von minderjährigen Seminaristen vergewaltigt haben.

Daneben führte der Pater ein Doppelleben und hatte zwei Frauen, mit denen er drei Kinder zeugte. Einen seiner Söhne soll er ebenfalls missbraucht haben. Seinen Familien erzählte er, er sei bei der CIA oder leitender Angestellter beim Ölkonzern Shell. Ebenfalls untersucht werden laut stern die Finanzgeschäfte des Ordensgründers, der Konten auf den Bahamas hatte.

Obwohl die Vorwürfe dem Vatikan seit langem bekannt sind, hatte er jahrelang alle Untersuchungen abgeblockt. Ein Grund: Maciel war einer der effizientesten Spendensammler der katholischen Kirche und ein besonderer Schützling des verstorbenen Papstes Karol Wojtyla. Als Kardinal Josef Ratzinger (heute Papst Benedikt XVI.) noch die Glaubenskongregation leitete, stellte seine Behörde trotz schwerster Beschuldigungen ein Untersuchungsverfahren ein.

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