Startseite

Die Fehler des Fremdgehers vom CIA

Die Äffare von General Petraeus sorgt für Mitgefühl, Hohn und Pragmatismus. Eine US-Website gibt sogar Tipps für eine erfolgreiche "Top Secret Affäre".

Von Sophie Albers

  General David Petraeus und die Frau, von der die ganze Welt nun weiß, dass sie betrogen wurde: Holly.

General David Petraeus und die Frau, von der die ganze Welt nun weiß, dass sie betrogen wurde: Holly.

Nach den Mitgefühlsbekundungen alter Männer zieht nun eine junge Frau mit praktischen Tipps in die Schlacht um die Deutung der Affäre Petraeus. Lizzie Crocker, Sex-Beauftragte der "Newsweek"-Site "Daily Beast", hat sieben Regeln ausgemacht, die David Petraeus gebrochen hat, als er sich auf seine mittlerweile detailliert ausgewalzte Affäre einließ.

Gemäß Crocker hätte der hochdekorierte General und CIA-Direktor seinen Job behalten können, wenn er zum Beispiel Privates nicht in Emails geschrieben hätte. Denn "Emails sind nie so privat, wie man denkt" - auch nicht von anonymen Servern. Und dass Petraeus und Paula Broadwell über einen Entwürfe-Ordner in einem gemeinsamen Gmail-Account leidenschaftlich kommunizierten, machte die Sache noch schlimmer, das ist schließlich eine Terroristen-Methode. Crockers letzter Email-Tipp: Niemals das Passwort mit dem Liebhaber/ der Liebhaberin teilen. Ein Eifersuchtsanfall, und das war's mit der ehrenhaften Pension!

Ein "Prepaid-Schurken-Handy"

Auch das Telefon sei eine Falle, so die selbsternannte Affären-Expertin. Die Gefahr sei zu groß, dass eine deftige Kurznachricht gerade dann aufploppe, wenn das Telefon auf dem Küchentisch liegt und man selbst gerade den Müll rausbringt. Weder das Arbeits-Telefon, noch das private Gerät, mit dem man seinen vermeintlichen Lebenspartner sonst anruft, seien eine gute Idee. Warum nicht gleich ein "Prepaid-Schurken-Handy"?

Zuletzt betont Crocker die Wichtigkeit der Ausreden: Wer ein Doppelleben führen wolle, müsse auch völlig darin aufgehen, das heißt überzeugend wirken: "Machen Sie Ihre Strategie zu "Ihrer neuen Religion". Dazu gehöre auch Zeitmanagement, die Perfektionierung eines Pokerface sowie die beiden Grundregeln: Immer bar zahlen und niemals in der eigenen Firma nach Abwechslung suchen. Die Kollegen wüssten, dass man verheiratet sei und hätten auch sonst offene Augen und Ohren.

"50 Shades of Khaki"

Wirklich interessant wird es nach Ende des Artikels, wo in den Kommentaren die Diskussion über das Betrügen an sich das aktuelle Moralverständnis offenlegt: Vom grundlegenden, gutherzigen "Wie wäre es, gar nicht erst zu betrügen oder das Rückgrat zu haben, um eine Scheidung zu bitten, wenn man so unglücklich ist" über die Problematik der gläsernen Gesellschaft: "Der Gedanke, etwas erfolgreich verbergen zu können, ist Wahn. Wir leben in einer Überwachungsgesellschaft mit fast null Privatsphäre" bis zur Frage, ob das Betrügen in der männlichen DNA begründet liege.

Lustiger wird es, wenn die Affäre Petraeus die Fantasie beflügelt: User "Cominer" empfiehlt "50 Shades of Kakhi", ein ironischer Blog in Anspielung auf den SM-Bestseller "50 Shades of Grey". Und apropos Literatur: "Suzdor" zitiert Mark Twain, der einst feststellte, "wenn man die Wahrheit sagt, muss man sich nichts merken". Wer es moderner mag, für den zitiert "User 0" Sci-Fi-Visionär William Gibson: "Die Zukunft wird dich irgendwann bloßstellen. Die Zukunft, in der unglaubliche Werkzeuge der Transparenz geschmeidet werden, wird auf dich zurückkommen. Und am Ende wird man sehen, was du getan hast."

Das letzte Wort soll aber "SharnCedar" haben, der als nach eigenen Angaben selbst Betroffener Crockers Sieben-Punkte-Plan zusammenfasst: "Diese Liste ist gut, denn sie zeigt all das Elend und die Lügen, die man durchläuft: das sich selbst Belügen, das Belügen anderer, das permanente Verbergen. Am Ende ist niemandem mehr zu trauen, am wenigsten dir selbst. Und das alles für 15 Sekunden Orgasmus ab und zu. Menschen sind so dumm."

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools