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Limburg bietet Führung durch Tebartz-van Elsts Protz-Garten

Ex-Bischof Tebartz-van Elst ließ einen Prunkgarten für knapp 800.000 Euro errichten - nun führt das Bistum Limburg Schaulustige durch die Anlage. Bald könnte das auch im Bischofssitz so sein.

  Führung durch Tebartz-van Elsts Prunkgarten - im Bischofssitz wohnt er derzeit noch

Führung durch Tebartz-van Elsts Prunkgarten - im Bischofssitz wohnt er derzeit noch

Im Garten des früheren Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst gibt es Apfelbäume, eine Marienfigur und Wege, die angelegt sind wie ein Kreuz. "Der Garten hat viel gekostet, aber insgesamt ist er sein Geld wert", meint der Direktor des Limburger Diözesanmuseums, August Heuser.

Das Ensemble sei ein repräsentativer Garten, ein sehr eigenes Stück Kultur. Das Urteil darüber wolle er aber seinen Zuhörern überlassen, sagt Heuser. Rund 30 sind es, die am Dienstag an der kurzen Führung des Museumsleiters zu Tebartz-van Elst teilnehmen.

Einmal pro Woche Tebartz-Führung

Und deren Bewertung der Anlage ist unterschiedlich, reicht von Anerkennung - "schlichte Eleganz" - bis Ablehnung - "Das Geld hätte die Kirche besser für andere Dinge verwendet".

Für rund 790.000 Euro ließ Tebartz-van Elst den Garten umgestalten und pflegen - ein weiterer Kostenfaktor beim Bau des neuen Bischofssitzes. Der Garten ist mittlerweile öffentlich zugänglich. Das Museum widmete sich seit Mai einmal in der Woche einem der zwölf Limburger Bischöfe und präsentierte dabei passende Exponate. Tebartz-van Elst war der letzte in der Reihe. Die Führungen sollen ein Beitrag sein, um in der Zeit des verwaisten Bischofsstuhls die Amtszeiten der Oberhirten zu beleuchten.

"Der" Fingerabdruck des Bischofs

Tebartz-van Elst wurde wegen des Finanzskandals um die mehr als 30 Millionen Euro teure Residenz im März vom Domberg abberufen. Der offene Protest gegen ihn und seine Amtsführung begann aber schon deutlich früher, vor fast einem Jahr. Ende August 2013 starteten Gläubige eine Unterschriftensammlung, mit der sie von ihrem Oberhirten unter anderem mehr Transparenz und einen anderen Führungsstil forderten.

Am liebsten hätte er die Besucher ja durch den Bischofssitz selbst geführt, sagt Museumsdirektor Heuser. Das sei schließlich "der" Fingerabdruck des Bischofs. "Das ging aber nicht, weil er dort noch wohnt." Erst im September zieht Tebartz-van Elst nach Regensburg.

Unklar ist noch, wer der 13. Limburger Bischof werden soll. Eine Teilnehmerin der Führung erwartet von dem Neuen, dass er nah an den Gläubigen ist. "Er sollte einen Blick haben für die Nöte der Menschen in der heutigen Zeit." Ein anderer Teilnehmer meint: "Erst muss überhaupt einer gefunden werden, der hierherkommen will."

Carolin Eckenfels/DPA/DPA
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