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Gleichberechtigung? Fehlanzeige!

Bittere Bilanz nach jahrzehntelangem Geschlechterkampf: Laut einer Umfrage fühlt sich jede zweite Deutsche benachteiligt. Die Männer sehen das ganz anders.

  Gefühlt hinkt die Gleichberechtigung in Deutschland ein halbes Jahrhundert hinterher: Jede zweite Frau ist unzufrieden mit dem Stand der Emanzipation.

Gefühlt hinkt die Gleichberechtigung in Deutschland ein halbes Jahrhundert hinterher: Jede zweite Frau ist unzufrieden mit dem Stand der Emanzipation.

Jede zweite Frau ist einer Umfrage zufolge unzufrieden mit dem Stand der Gleichberechtigung. 54 Prozent der Befragten gaben in einer Untersuchung des Allensbach-Instituts an, für gleiche Rechte von Mann und Frau müsse "noch einiges getan werden". Vor allem bei Verdienst, Karriere und Hausarbeit sehen sich Frauen benachteiligt. "Selbst wenn beide Partner ganztags berufstätig sind, wird das Schwergewicht der Hausarbeit von Frauen geleistet", kritisierte Allensbach-Chefin Renate Köcher. Es gebe bei beiden Geschlechtern feste Vorstellungen, "was Mann kann". "Bügeln gehört eben nicht dazu."

In der am Dienstag vorgestellten Erhebung im Auftrag des Frauenmagazins "Emma" sprachen sich zwei von drei Frauen dafür aus, Frauen müssten sich zur Vertretung ihrer Interessen stärker organisieren. "Das sind Zahlen wie in den 1970er Jahren", sagte Frauenrechtlerin Alice Schwarzer in Berlin. Auffällig war nach Einschätzung von Schwarzer, dass ostdeutsche Frauen die Situation stärker kritisierten als westdeutsche Frauen.

Die Chancen für Frauen, ihre Interessen in der Politik durchzusetzen, wurden mehrheitlich positiv bewertet. Trotzdem ist die Unzufriedenheit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel groß. Nur jede dritte Befragte war der Meinung, die laut Forbes mächtigste Frau der Welt setze sich genügend für ihre Geschlechtsgenossinnen ein. 28 Prozent waren in dieser Frage unentschieden oder machten keine Angaben. Nur 34 Prozent nannten Merkel als Vorbild, womit diese noch hinter Steffi Graf (35 Prozent) und der verstorbenen Lady Diana (40 Prozent) lag. Die höchste Wertung erhielt Mutter Teresa mit 75 Prozent.

Die andere Sicht der Männer

"Natürlich hatte sie in den letzten Jahren im Weltmaßstab einiges um die Ohren", kommentierte Schwarzer die schlechten Werte Merkels. "Aber dennoch kommt Unmut auf, dass sie eine Menge Zugeständnisse auf Kosten der Frauen macht." Da habe die Kanzlerin auch ein psychologisches Problem. Sie wolle den Aspekt Frau nicht betonen, um die Leute nicht noch mehr zu reizen.

Vergleichsweise zufrieden sind die Frauen der Umfrage zufolge mit der Gleichberechtigung in Schule und Ausbildung und in der Partnerschaft. Immerhin 55 Prozent fühlten sich auch in der Sexualität gleichgestellt.

Männer sehen den Stand der Gleichberechtigung durchweg positiver: Rund 72 Prozent der Befragten erklärten, Frauen verfügten über gute Möglichkeiten, sich in der Politik Gehör zu verschaffen. Auch hier gab es jedoch ein großes Gefälle zwischen Ost-Männern (56 Prozent) und West-Männern (76 Prozent). Für die Umfrage hatte das Allensbach-Institut im Juni in Deutschland rund 1490 Männer und Frauen ab 16 Jahren befragt.

jwi/DPA/AFP/DPA
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