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"Gutmensch" ist Unwort des Jahres 2015

Im Jahr 2014 war es "Lügenpresse", für 2015 hat eine Jury das Wort "Gutmensch" zum Unwort des Jahres gewählt. Das Wort diffamiere Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als dumm und naiv, hieß es als Begründung.

In München wurde das Unwort des Jahres gewählt

In Darmstadt wurde das Unwort des Jahres gewählt

"Gutmensch" ist das Unwort des Jahres 2015. Das teilte die Sprecherin der "Unwort"-Jury, die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, in Darmstadt mit. Das Schlagwort in Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe diffamiere "Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus", begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Verwendung des Ausdrucks verhindere "einen demokratischen Austausch von Sachargumenten." Auf Platz zwei und drei landeten demnach die Worte "Hausaufgaben" (im Zusammenhang mit Griechenland) und "Verschwulung". 

1644 Einsendungen waren eingegangen, mehr als in den Jahren 2014 (1246) und 2013 (1340). Dabei ging es vor allem um Schlagworte zum Thema Flüchtlinge. Noch nie sei ein Thema so präsent gewesen, meinte Sprachwissenschaftlerin Janich als Sprecherin der Jury.

Unwort des Jahres: Die Worte der vergangenen Jahre

Das "Unwort des Jahres 2014" war "Lügenpresse", ein Begriff, der vor allem vom islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis genutzt wird. Im Jahr davor war es "Sozialtourismus", 2012 "Opfer-Abo". Die Aktion gibt es seit 1991. Damit wird das "Unwort" jetzt zum 25. Mal bestimmt.

Die Aktion will für Sprache sensibilisieren und auf undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden Gebrauch aufmerksam machen. Neben dieser Jury wählt davon getrennt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden das "Wort des Jahres". Für 2015 entschied sie sich für den Begriff "Flüchtlinge".

kis/DPA
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