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Altmaier stößt verdammt wichtige theologische Debatte an

Der Umweltminister wollte es dem Papst und dem Bundespräsidenten gleichtun und auch eine Weihnachtsbotschaft unter das Volk streuen. Er stellte Netz- und Kirchengemeinde eine bedeutende Frage.

Eine Weihnachtsglosse von Thomas Schmoll

  Minister Altmaier sorgt sich um den Umweltschutz im Weihnachtsrummel und um die Anzahl seiner Follower.

Minister Altmaier sorgt sich um den Umweltschutz im Weihnachtsrummel und um die Anzahl seiner Follower.

Weihnachten und Christen? Da war doch was. Genau. Die Weihnachtsbotschaft. Da sagt der Papst vom Balkon seines Petersdoms immer Sätze wie diese hier: "Wir sind mit uns selbst vollgestellt, so dass kein Raum für Gott bleibt. Und deshalb gibt es auch keinen Raum für die anderen, für die Kinder, für die Armen und Fremden." Unten stehen Tausende und jubeln.

Auch der Bundespräsident verkündet jedes Jahr eine Weihnachtsbotschaft. Aber nicht vom Balkon aus. Das geht nicht. Schloss Bellevue hat nämlich keinen, jedenfalls nicht nach vorn raus. Und ein Anbau ist sicher aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich. Oder zu teuer. Also lässt der Bundespräsident seine Weihnachtsansprache in der guten Stube aufzeichnen und im Fernsehen ausstrahlen. Er steht dann neben einer brennenden Kerze und sagt Sätze wie diese hier: "Ja - wir wollen ein solidarisches Land. Ein Land, das den Jungen Wege in ein gutes Leben eröffnet und den Alten Raum in unserer Mitte belässt."

Große Ziele für 2013

Für Raumplanung ist in der Bundesregierung der Minister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zuständig. Das hindert aber den Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit nicht daran, eine Weihnachtsbotschaft zu verkünden. Denn Peter Altmaier ist in der CDU. Zur Erinnerung: Das Kürzel steht für Christlich Demokratische Union. Weihnachten und Christen? Da war doch was. Genau. Weil auch das Umweltministerium keinen Balkon hat, jedenfalls nicht nach vorn raus, und Altmaier keinen amtlichen Anspruch auf Sendezeit in ARD und ZDF besitzt, schickte er seine Video-Weihnachtsbotschaft via Twitter in die Welt hinaus. Und die hatte es in sich. Der Christdemokrat stellte eine Frage, die nicht nur die Netz-, sondern auch die Kirchengemeinde endlich klären sollte – oder, wie es die Deutsche Presseagentur formulierte, er "begann seine Weihnachtsgrüße mit einer Gewissensfrage, die bislang in der theologischen Debatte noch nicht viel Raum gefunden" habe: "Darf man am Heiligen Abend eigentlich twittern?"

Altmaier ließ an dieser Stelle keinen Raum zum Innehalten, Luftholen oder gar zum Gebet und erteilte sich umgehend selbst Absolution: "Ja, man darf." Denn: "Mittlerweile ist sogar der Heilige Vater (Papst – die Red.) auf Twitter. Und die Anglikanische Kirche hat ihre Mitglieder aufgefordert, aus ihren Eindrücken aus den Weihnachtsgottesdiensten unmittelbar auf Twitter zu berichten." Und daraus folgt in seinen Augen: "Wenn das so ist, darf auch der Bundesumweltminister ausnahmsweise am Heiligen Abend twittern." Dann wünschte der Videoweihnachtsbotschafter noch frohe Weihnachten mit Familie, Freunden und "leckerem Essen und vor allen Dingen viele wunderschöne umweltfreundliche Geschenke, eingepackt mit recyceltem Geschenkpapier".

Aber weil das Thema der Weihnachtsbotschaft ja nun einmal Twitter war, kam Altmaier sofort wieder darauf zurück: "Und ich wünsche Ihnen im neuen Jahr ganz viele neue Follower, spannende Debatten auf Twitter und dass ich ab und zu ihre Tweets auch beantworten kann." Sein Appell an die Menschheit: Sie sollte doch bitte seinem persönlichen und dem Account seines Ministeriums treu bleiben. "Noch hat zum Beispiel der Fußballer Kaká ein paar Follower mehr als ich. Aber das können Sie im neuen Jahr ja ändern." Zum Vergleich: Dem Politiker folgen 30.000 User, dem Brasilianer in Diensten von Real Madrid fast 14 Millionen. Das wird nicht einfach für Altmaier. Das Video zählte bei Youtube bis Mittwoch 17 Uhr ganze 509 Abrufe.

An dieser Stelle sei erinnert: Der Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist für Umweltschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit zuständig. Deshalb sagte er auch diesen einen Satz hier: "Lassen Sie uns gemeinsam im neuen Jahr für mehr Klimaschutz und eine erfolgreiche Energiewende kämpfen, damit auch künftig die Lichter an ihrem Weihnachtsbaum nicht ausgehen." Das Wort "Raum" kam in der Botschaft übrigens nicht vor. Er forderte weder "Raum für Gott" noch, "den Alten Raum in unserer Mitte" zu belassen. Aber für Raumplanung ist ja auch Peter Ramsauer von der CSU zuständig. Zur Erinnerung: Das Kürzel steht für Christlich Soziale Union. Hoffen wir also auf nächstes Jahr.

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