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  • Joel Stubert

Es war der letzte Wunsch eines neunjährigen Jungen: ein Grabstein mit dem Logo seines Lieblingsvereins Borussia Dortmund. Nach langen Diskussionen haben sich die Eltern und die katholische Kirchengemeinde Mariä Heimsuchung in Dortmund-Bodelschwingh bei einem Treffen nun geeinigt. Das Emblem darf auf den Grabstein.

Auf dem Grab des im Mai an einem Hirntumor verstorbenen Jungen wird eine 68 Zentimeter hohe Stele stehen. Anders als von den Eltern ursprünglich geplant, wird sich kein BVB-Fußball darauf befinden. Der werde nun auf dem Boden montiert, sagte Kirchensprecher Michael Bodin.

Dafür wird auf der einen Seite der Stele das Logo des BVB und der Schriftzug "Ewige Liebe" zu sehen sein, so wie es sich Jens Pascal vor seinem Tod gewünscht hatte.

Tausende Facebook-Nutzer machten sich stark

Den Sturm der Entrüstung empfindet Bodin im Nachhinein als etwas ungerechtfertigt. Der Kirchenvorstand habe sich nur an die Friedhofssatzung gehalten. Der Ball oben auf der Stele passe nicht ins Friedhofsbild. Und das Christliche habe gefehlt.

Zuvor hatte der BVB das Logo freigegeben. "Das ist das einzige, was wir tun können", hatte Silke Ebmaier von der Pressestelle der Borussia zuvor stern.de gesagt. Es sei eine rührende Geschichte und "Wahnsinn, wie viele Menschen daran Anteil nehmen."

Tausende hatten sich im Internet für die Eltern stark gemacht. Allein 121.000 Facebook-Nutzer forderten in der Gruppe "Jens Pascal" ein Einlenken der Friedhofsverwaltung. Sie äußerten großes Unverständnis und forderten ein gemeinsames Vorgehen, wie zum Beispiel durch Unterschriftenaktionen. Darunter fanden sich auch viele Anhänger des Dortmunder Erzrivalen Schalke 04.

Nicht der erste Grab-Streit

Die Verbraucherinitiative Bestattungskultur "Aeternitas" gibt der Kirche weitgehend Recht in ihrer Haltung. Auf einem kirchlichen Friedhof könnten strengere Maßstäbe angewendet werden, sagte der Vorsitzende Christoph Keldenich. Er hielt einen Kompromiss für die beste Lösung.

Der Streit um den Grabstein für Jens Pascal ist nicht der erste, der für Streitereien sorgte. Vor vier Jahren scheiterte der Versuch im Siegerland, einem Schalke-Anhänger das Grab mit Fußball-Kunst zu verschönern. Ein Granitstein mit einem Torwinkel aus Edelstahl, darin ein Ball mit Schalke-Emblem wurde gefertigt. Hätte der Steinmetz die städtische Friedhofsverwaltung gefragt, hätte er sich die Arbeit sparen können. Edelstahl und Fußballmotiv lehnte die Verwaltung ab. Der Friedhof wolle nicht Werbeträger für einen Verein sein, heißt es bis heute.

Keldenich weiß um die Schwierigkeiten besonderer Grabgestaltung. "Individualität ist gewünscht. Aber ein Rockmusiker wird es zum Beispiel schwer haben, eine Gitarre integrieren zu lassen." Auf einem städtischen Friedhof sei es meist leichter als auf einem kirchlichen.

Joel Stubert mit DPA

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