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11. August 2010, 09:23 Uhr

Verdächtiger bald wieder auf freiem Fuß?

Ein 18-Jähriger sollte für den Tod einer deutschen Urlauberin verantwortlich sein. Doch die Polizei in San Francisco muss den Jugendlichen vermutlich wieder laufen lassen: Es gibt offenbar nicht genügend Beweise.

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Im Theaterviertel San Franciscos kam es zur Schießerei zwischen Jugendlichen. Eine unbeteiligte Deutsche starb© Eric Risberg/AP

Anfangs sah es nach einem schnellen Fahndungserfolg aus: Nachdem eine deutsche Touristin am Sonntagabend in San Francisco auf offener Straße erschossen worden war, wurden fünf Jugendliche in Gewahrsam genommen. Während vier Teenager wieder freikamen, blieb ein 18-Jähriger unter Mordverdacht in Haft.

Doch auch er kommt vermutlich wieder frei. Es gebe nicht genügend Beweise, um den jungen Mann offiziell zu beschuldigen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Ermittler bräuchten dafür mehr Informationen. Die Beamten wollen Videoaufnahmen auswerten und Augenzeugen befragen.

Die 50-jährige Mechthild S. war Grundschullehrerin im nordrheinwestfälischen Minden. Zusammen mit ihrem Mann war sie auf einer mehrwöchigen Kalifornientour unterwegs, bummelte am Sonntagabend durch die Straßen von San Franciscos Theaterviertel als das Paar in eine Schießerei von Jugendlichen geriet. Während der Mann unverletzt blieb, starb Mechthild S. wenig später an ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Häufiger Zwischenfälle im Theaterviertel

"Die Frau war im falschen Moment am falschen Ort", sagte der stellvertretende Generalkonsul Eberhard Brockmann. Die Schüsse fielen vor einem Veranstaltungsgebäude, in dem nach Angaben des Besitzers eine Party für Teenager im Alter zwischen 13 und 17 Jahren stattfand. Ursache des Schusswechsels war ein Streit zwischen Jugendlichen in einem Privatclub. Ob es sich um einen Kampf zwischen zwei Gangs handelte, ist noch unklar.

Schießereien auf offener Straße, bei denen Passanten nicht die Zielscheibe sind, sondern nur zufällig in den Kugelhagel rivalisierender Banden geraten, gibt es in San Francisco selten, in dem Touristenviertel so gut wie nie. Ein Journalist des lokalen Senders KTVU berichtete allerdings, dass es in besagter Umgebung in letzter Zeit vermehrt Probleme gegeben hätte.

swd/DPA/APN
 
 
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