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Gruppenvergewaltigung entsetzt München

20. Februar 2013, 18:07 Uhr

Eine 16-Jährige und ihre 15 Jahre alte Freundin sind nachts in München unterwegs. Am Stachus lernen sie zwei Mädchen kennen und werden auf eine Party eingeladen. Der Anfang einer Nacht des Schreckens.

Nach der Gruppenvergewaltigung an zwei Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren diskutiert München über die öffentliche Sicherheit in der bayerischen Landeshauptstadtstadt. Eine Gruppe Jugendlicher hatte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die beiden Minderjährigen vergewaltigt – auf einer Privatparty in der Wohnung eines der Beschuldigten.

Die Tat sorgt in München für Entsetzen – unter anderem, weil die zwei späteren Opfer ausgerechnet von zwei gleichaltrigen Mädchen auf die verhängnisvolle Feier eingeladen wurden. Unklar ist, ob man die zwei unter einem Vorwand in die Wohnung lockte oder die Lage dort ungeplant eskalierte.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, waren die beiden 15- und 16-jährigen Mädchen spät abends am Stachus unterwegs, als sie zwei Altersgenossinnen kennenlernten, die sie dann einluden, auf die Feier mitzukommen. Der Platz mit seinen Diskos und Schnellrestaurants ist berühmt als Feiermeile – oder, wie die Polizei meint, berüchtigt. Seit einiger Zeit sind deshalb dort Streetworker unterwegs und klären die Besucher unter anderem über die Gefahren von K.o.-Tropfen auf.

"Wir reden mit den jungen Leuten und erklären ihnen auch, dass sie nicht mit Personen mitgehen sollen, die sie nicht kennen", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" einen der Streetworker. Allerdings geschehe das nur am Freitag und Samstag und an Feiertagen. An Donnerstagabenden seien die Sozialarbeiter am Stachus nicht im Einsatz.

Fünf Beschuldigte in Haft

Mit S-Bahn und Bus fuhr die kleine Gruppe dann gemeinsam in den Stadtteil Blumenau, wo einer der Tatverdächtigen wohnt. Dort geriet die Lage außer Kontrolle, wie mehrere Münchner Medien berichten: Die Verdächtigen hätten die Mädchen begrapscht, sie gegen ihren Willen festgehalten, ihnen die Kleider vom Leib gerissen und sie vergewaltigt.

Erst nach zwei Stunden sollen die mutmaßlichen Täter von der 15-Jährigen und ihrer 16 Jahre alten Freundin abgelassen haben. Die beiden seien gegen 4 Uhr früh aus der Wohnung geflüchtet und hätten bei einem Nachbarn geklingelt, der sie in die Wohnung ließ. Von dort aus alarmierten sie die Polizei. Acht mutmaßliche Täter wurden inzwischen festgenommen, fünf Beschuldigte im Alter zwischen 15 und 19 Jahren sitzen in Haft. Unter den Beschuldigten soll sich auch ein Mädchen befinden. Zwei der festgenommenen sind der Polizei schon länger bekannt – sie gelten bei der Münchner Polizei als Intensivtäter.

anb

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