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25. April 2009, 13:23 Uhr

Piraten kapern deutschen Frachter

Seeräuber haben vor der somalischen Küste einen zweiten deutschen Frachter in ihre Gewalt gebracht. US-Militärs fordern nun, dass die Handelsschiffe auch etwas für ihren Schutz tun: Sie sollten sich selbst bewaffnen, um den Panzerfäusten der Piraten etwas entgegen zu setzen.

Somalia, Seeräuber, Schiff, Golf von Aden

Die Piraten vor der Küste Somalias nähern sich oft in kleinen, wendigen Booten mit starken Motoren© DDP

Somalische Piraten haben im Golf von Aden einen deutschen Getreidefrachter gekapert. Die 17-köpfige Besatzung des Schiffes sei unverletzt, teilte ein Vertreter der in Kenia ansässigen Organisation East African Seafarers Assistance mit. "Wir kennen die Meldungen und gehen ihnen nach", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Weitere Angaben könne man aber nicht bestätigen.

In den vergangenen Monaten haben somalische Piraten zahlreiche Schiffe entführt und Lösegelder in Millionenhöhe erpresst. Auch der deutsche Frachter "Hansa Stavanger" ist noch in der Gewalt von Seeräubern.

Somalia fordert Unterstützung der Streitkräfte

Der somalische Ministerpräsident Omar Abdirashid Ali Sharmarke hatte vor kurzem internationale Unterstützung für den Aufbau von Streitkräften zur Bekämpfung der Piraterie an Land gefordert. Die vor der somalischen Küste patrouillierenden ausländischen Kriegsschiffe hätten die Piraten nicht abgeschreckt. Stattdessen würden die Reedereien ihre als Geiseln genommenen Mitarbeiter freikaufen, sagte er. Dabei habe die somalische Regierung stets von Lösegeldzahlungen abgeraten, weil diese das Problem nur verschlimmerten.

Experten zufolge benötigt Somalia zur Bekämpfung der Piraterie in erster Linie eine handlungsstarke Regierung. "Die epidemieartige Zunahme der Piraterie ist nur ein Symptom für die himmelschreienden Zustände im Land und die dauerhafte politische Instabilität", sagte Bruce Hickling von der Hilfsorganisation International Rescue Committee.

Wasserschläuche gegen Panzerfäuste

Derweil empfiehlt der für den US-Einsatz vor Somalia zuständige General die Bewaffnung von Handelsschiffen. Die Schifffahrtsgesellschaften sollten überlegen, ob sie nicht bewaffnete Sicherheitkräfte einstellen sollten, sagte General David Petraeus vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses in Washington. Die Abschreckung der Piraten mit Wasserschläuchen und anderen Mitteln sei nur begrenzt wirksam, sagte Petraeus. "Es ist hart, wenn man einen Wasserschlauch hält und der andere Kerl hat eine Panzerfaust", sagte der General.

Die US-Marine werde in dem Seegebiet vor Somalia weiter Präsenz zeigen. Die Handelsschiffe müssten aber auch ihren grundlegenden Beitrag leisten, um Piraten abzuschrecken. Der Präsident der Amerikanischen Schifffahrtskammer dagegen kritisierte, dass die Bewaffnung von Frachtern zu einer Eskalation der Gewalt führen könnte.

 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Kerberus (27.04.2009, 10:15 Uhr)
Erst missionieren, dann demokratisieren, dann legal ausplündern und dann kriminalisieren!!!
Wenn ich mir die Nachrichten im Fernsehen so ansehe, bin ich immer wieder erstaunt mit welcher Arroganz und Selbstverständlichkeit die westliche Welt, somalische Fischer als Piraten bezeichnet. Vielleicht wollen diese Leute nur ihren Fisch bezahlt haben, den demokratische Piratenfischer in somalischen Hoheitsgewässern unberechtigt gefangen haben!
Warum werden dem Zuschauer die Hintergründe der Piraterie verschwiegen?
Warum hat die UN nichts unternommen, lange bevor es zu den Überfällen kam? Diese Eskalation war doch klar vorauszusehen!
Hintergrund der Piraterie vor Somalia.
Da einerseits keine funktionierende Zentralregierung in Somalia bestand und andererseits das Land in der Nähe wichtiger Seefahrtsrouten zwischen Asien und Europa liegt, waren die Bedingungen für das Wachstum der Piraterie während der frühen 1990er Jahre günstig. Seit dem Sturz der Regierung 1991 wurden die Hoheitsgewässer Somalias kaum mehr überwacht.
Seither betreiben ausländische Schiffe in größerem Umfang illegalen Fischfang vor Somalia und überfischen die Gewässer, was die Lebensgrundlagen der somalischen Fischer beeinträchtigt.
Die Piraten sind zum Teil frühere Fischer, die ihr Tun damit rechtfertigen, dass die ausländischen Schiffe durch den Fischfang in den Hoheitsgewässern Somalias ihren Lebensunterhalt gefährden. Diese Piraten wollten also zunächst die Fanggründe vor Eindringlingen schützen, manche gingen allerdings dazu über, auch Frachtschiffe und Passagierschiffe zu überfallen. Der kenianische Experte Andrew Mwangura, dessen Seafarers Assistance-Programme in 90 Prozent aller Kaperungen zwischen somalischen Piraten und Reedern vermittelt, nennt illegales Fischen als Wurzel der Piraterie.
Und wo war die -Combined Task Force 150- um somalische Fischer vor Piratenfischern zu schützen?? Was hat die UN unternommen?
Umwelt
Erosion und die Ausbreitung der Wüste stellen die Umweltprobleme Somalias dar. Ursachen sind Überweidung und Abholzungen der verbleibenden Wälder, da Holz die Hauptenergiequelle des Landes ist und seit dem Bürgerkrieg in größerem Umfang Holzkohle in die Staaten der arabischen Halbinsel exportiert wird.
Die arabischen Staaten scheinen es mit der Ausbeutung nicht so genau zu nehmen! Was hat die UN unternommen?
Die Mangrovengebiete zwischen Kismaayo und der kenianischen Grenze im Süden des Landes und die Korallenriffe am Golf von Aden und nahe Kenia sind ebenfalls von Degradierung und Schädigung betroffen.
In Abwesenheit einer wirksamen Küstenwache wird vor der Küste des Landes illegale Atommüll- und Giftmüllentsorgung betrieben, und internationale Fangflotten überfischen unkontrolliert die Gewässer.
Und wo war die -Combined Task Force 150- um demokratische Staaten an der Entsorgung von Gift-und Atommüll zu hindern?? Was hat die UN unternommen?
Die Piratenüberfälle konzentrierten sich zu Beginn auf Mogadischu und Umgebung in Südsomalia, verlagerten sich aber bald auf den weitaus ergiebigeren Golf von Aden im Norden. Die meisten Piratenaktivitäten gehen heute von der faktisch autonomen Region Puntland im Nordosten Somalias aus, genauer von den Häfen Eyl sowie Harardheere und Hobyo.
Wer einmal Blut geleckt hat…..
Als sich die Piraterie als einträgliche Tätigkeit erwies, begannen sich Geschäftemacher und Warlords in diesem Bereich zu engagieren. Sie unterstützten Piraten und teilten das üblicherweise gezahlte Lösegeld mit ihnen. Die Lösegelder wurden genutzt, um die Piraten aufzurüsten, sodass sie heute mit besseren Waffen, modernen Navigationsgeräten und nicht nur direkt von der Küste aus, sondern auch von „Mutterschiffen“ aus, auf hoher See operieren.
Nach dem Aufstieg der Union Islamischer Gerichte ging die Piraterie in den somalischen Gewässern in der zweiten Jahreshälfte 2006 stark zurück, nahm aber nach der Invasion Äthiopiens im Dezember 2006 wieder zu. Nach einer Studie von Chatham House wurden von Januar bis Mitte September 2008 insgesamt 61 erfolgreiche oder versuchte Überfälle auf Schiffe vor Somalia gemeldet, wobei sich die von den Piraten kassierten Lösegelder für 2008 insgesamt auf 18 bis 30 Millionen Dollar summieren.
Fazit:
Erst missionieren, dann demokratisieren, dann legal ausplündern und dann kriminalisieren!!!
Und das Trauerspiel geht weiter; drei hochmoderne und schwer bewaffnete US-Kriegsschiffe halten eine Rettungsinsel ohne Benzin mit vier Somalis und einer amerikanischen Geisel in Schach, während andere Somalis ungehindert einen anderen Frachter kapern. Wie nun jeder weiss haben amerikanische Scharfschützen drei Somalis ausgeschaltet und den vierten gefangen genommen und in der Person des befreiten US Kapitäns hat Amerika jetzt einen neuen Helden! Die ganze Welt ist schwer beeindruckt! (fast die ganze Welt)
Angel_of_Mercy (26.04.2009, 03:38 Uhr)
Schiffe versenken
Was ist das adäqute Gegenstück zu einer Panzerfaust? Eine Panzerfaust, mindestens. Wenn also die Frachter entsprechend bewaffnet werden, dann versenken sich die Handelsschiffe bald gegenseitig, wenn in finsterer Nacht ein nervöser Seemann das andere Schiff mit einem Piratenboot verwechselt.
Nun ja, zumindest können die Schiffe dann nicht mehr gekapert werden. Auch eine Möglichkeit.
PWB-NZ (25.04.2009, 21:50 Uhr)
Immer wieder...
...wird hier entweder die Links-/Gutmenschen-Keule (ach lasst doch, die armen Somalis, grein, jammer) oder die Nazi-/Faschismus-Keule (haut die verdammten Piraten auf die Nuss! Jawoll Herr General!) herausgeholt. Gott, wie langweilig. Fällt euch nichts Intelligenteres ein?
.
Mal abgesehen davon, dass sich offensichtlich niemand mehr sozialverträglich (und grammatikalisch korrekt) artikulieren kann, ist für jeden sein F-Faktor (F steht für "Faschismus" - soviel für die Nichtinitiierten) hier online in Sekunden leicht selbst festzustellen:
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http://www.anesi.com/fscale.htm
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Und DANACH solle man erst an einen Beitrag hier denken. Wie? Oh, ich hab' F 2.3 - was absolut nicht zu mir passt, das nur nebenbei.
Reality (25.04.2009, 21:35 Uhr)
Würde man sie gefangen nehmen und ihnen den Prozess machen...
hätten womöglich all jene Staaten ein Problem die dorthin Kriegsschiffe entsandt haben.
Denn dann würde aufgedeckt wer die Hintermänner sind.
Und der Spuck hätte ein schnelles Ende.
Doch dann müßte man eine neue Rechtfretigung finden, warum man denn so viele Kriegsschiffe dorthin schickt.
Bisher heißt es ja bekanntlich, und das wird gebetsmühlenartig immer wieder gesagt, so dass es der letzte Trottel auch noch glaubt, dass diese Kriegsschiffe deshalb dort sind, weil man dort die Schifffahrtswege sichern will, weil so viele Handesschiffe entführt würden.
Kapiert jetzt wenigstens mal einer was hier für ein Schwachsinn läuft ?
znew (25.04.2009, 21:31 Uhr)
Liebe/Lieber Blacky007
Sie haben es nicht verstanden. Die F-Skala mißt jeden der den Fragebogen ausfüllt. Die Frage ist nur, welches Ergebnis dabei herauskommt. Es ist übrigens gerade der autoritäre Chatakter, der zu allem ja und Amen sagt, was ihn in seinem warmen Wir-Gefühl bestätigt, der aber gerne drauflosschlägt, wenn sein Kollektiv ihm die Gelegenheit dazu gibt. Die Opfer sind dann immer Schwächere, aber selbst an die wagt er sich nur in Gruppen, denn er ist ein Feigling.
Es ist ja hübsch, daß Sie Härte verlangen und da Sie ja, wie Sie heute in einem andern Forum bereits äußerten, bekennender BDSMler/in sind, mag das vielleicht Ihren Triebveranlagungen entsprechen, was ja auch vollkommen in Ordnung ist. Die Piratenjagd aber ist nun einmal kein Fesselspiel und es gibt auch kein Codewort, also denken Sie doch bitte etwas nach. Besonders falls die letzte Asphyxie noch nicht lange her ist.
Herzlichst,
znew
Blacky007 (25.04.2009, 19:57 Uhr)
@znew
Um nicht unter Adornos F-Skala zu fallen müssten wir also wohl immer nur milde sagen: "die armen Piraten - seid lieb zu ihnen und bitte tut ihnen ja nichts. Ein wenig mehr Verständnis für ihre Situation wäre angebracht und dafür gebt ihnen am besten noch zwei Schiffe am Tag, für die sie dann noch ein paar Millionen bekommen, damit sie unbeschadet und gut ernährt mit ihren Familien leben können. Wir westlichen Menschen haben ja genug Geld, damit wir dieses Opfer locker erbringen können. Sorry, aber ich halte die F-Skala für Schmarrn hoch 10, da fast jeder stereotypisch darunter fällt, der nicht nur zu allem Ja und Amen sagt und der auch durchaus zu recht gelegentlich etwas Härte verlangt.
znew (25.04.2009, 18:35 Uhr)
Studien zum autoritären Charakter
Auf Adornos F-Skala stünden hier einige weit oben.
kldrkur (25.04.2009, 16:31 Uhr)
Anstifter
Die Anstifter sitzen in den Regierungen, die Lösegelder zahlen. Solange die gezahlt werden, ist das alles éin sicheres Geschäft. In Deutschland ist Herr Steinmeier dafür verantwortlich. Warum wird diesem Herrn nicht endlich der Prozeß gemacht?
Barbourboris (25.04.2009, 15:16 Uhr)
Warum nicht...
Man darf Gewalt nicht immer kategorisch ausschließen.
Soviel ich weiß gibt es in den Küstenstädten Somalias noch keine Walldorf-Schulen, folglich verstehen es die Piraten sicherlich besser wenn in ihre Nussschale ein paar Löcher geschossen werden.
Blacky007 (25.04.2009, 14:34 Uhr)
Na endlich sagt es mal ein General
dass man Handelschiffe endlich bewaffnen soll. Wurde auch mal Zeit! Auch wenn es das interantionale Seerecht verbeietet, aber dieses Seerecht verbeitet auch die Piraterie. Ausnahmesituationen erfordern eben Ausnahmemaßnahmen und da ist das Bewaffnen von Handelsschiffen gerade recht!
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Wird Zeit, dass man diese Piraten der Reihe nach zu Fischfutter verarbeitet.
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