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28. Juli 2010, 10:36 Uhr

Schiffsunfall verursacht weiteres Ölleck

Als würde die Natur nicht schon genung leiden: Ausgerechnet vor der Küste Louisianas, wo vor drei Monaten die Ölplattform "Deepwater Horizon" explodierte, hat ein Schiff einen Bohrschacht gerammt. Nach dem Unfall schoss eine orangebraune Ölfontäne in die Höhe.

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Das Leck in der ökologisch sensiblen Barataria Bay. Deutlich sichtbar: die Fontäne aus Gas, Wasser und Öl© Patrick Semansky/AP

Neues Ölleck im Golf von Mexiko: Vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana ist nach einem Schiffsunfall eine Ölquelle aufgerissen. Aus einem Bohrschacht in der Barataria Bucht sei eine unbekannte Menge Öl ins Meer geströmt, nachdem ein Boot der US-Küstenwache ihn am Dienstag gerammt hatte, teilte die Regierung mit. Auf der Wasseroberfläche habe sich ein "leichter Ölfilm" gebildet. Er hat nach Angaben der Küstenwache bislang eine Ausdehnung von 1,6 Kilometern und ist knapp 50 Meter breit.

Es handele sich um eine seit 2008 aufgegebene Quelle, sagte der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, dem Sender CNN. Als Besitzer des Bohrlochs wurde laut Küstenwache das Unternehmen Cedyco identifiziert. Ein Sprecher von Cedyco war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zahlreiche Schiffe waren bereits vor Ort

Nach dem Zusammenstoß schoss eine Fontäne aus Gas, Wasser und orangebraunem Öl aus dem Leck in die Höhe. Auf den Vorfall habe aber schnell reagiert werden können, weil in der Region nach der Explosion der BP-Plattform "Deepwater Horizon" vor drei Monaten Tausende Schiffe im Einsatz sind, sagte der Einsatzleiter der US-Regierung im Kampf gegen die Ölpest, Admiral Thad Allen. Um die Unfallstelle auf dem Wasser herum sei eine Begrenzung ausgelegt worden, die das Öl örtlich eindämmen soll.

Barataria Bay ist ein ökologisch besonders empfindliches Gebiet hundert Kilometer südlich von New Orleans. Es wurde bereits durch das aus dem großen Ölleck mitten im Golf von Mexiko austretende Öl verschmutzt. In den vergangenen drei Wochen sei von dort aber kein Öl mehr angespült worden, teilten die örtlichen Behörden mit.

Versiegelung des BP-Lecks soll Anfang August starten

Derweil verläuft laut Allen bei der geplanten Versiegelung der BP-Ölquelle rund 60 Kilometer vor der Küste Louisianas alles nach Plan. Es bleibe beim angepeilten Datum, am 2. August Schlamm und Zement von oben in das Bohrloch zu pumpen. Fünf Tage später sei eine ähnliche Prozedur von unten am Ursprung der Quelle vier Kilometer unter dem Meeresgrund vorgesehen.

mad/DPA/Reuters/AFP/APN
 
 
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