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Querdenkerin auf der Flucht vor den Nazis

Von den Nazis verfolgt und entrechtet: Die Philosophin, Publizistin und Politiktheoretikerin Hannah Arendt würde heute ihren 108. Geburtstag feiern. Google erweist ihr mit einem Doodle die Ehre.

Sie war eine Querdenkerin, wie sie im Buche steht: Hannah Arendt, geboren am 14. Oktober 1906 in Hannover-Linden, las bereits im Alter von 14 Jahren Kant und Japsers und musste die Schule wegen Differenzen mit einem Lehrer verlassen. Als externer Prüfling bestand sie das Abitur 1924 und bildete damit den Grundstein für ihre akademische Ausbildung und Karriere. Heute wäre Arendt 108 Jahre alt und die Suchmaschine Google widmet ihr deshalb einen Doodle.

Bekannt ist die Theoretikerin durch ihr politisches Konzept der Pluralität und ihre Theorie zur totalen Herrschaft. Sie studierte in Marburg und Freiburg Philosophie, hatte eine heimliche Liaison mit ihrem Dozenten Martin Heidegger, und knüpfte unzählige Kontakte mit Intellektuellen aus Philosophie und Publizistik.

Erste weibliche Professorin in Princeton

1933 emigrierte die Jüdin wegen der wachsenden Bedrohung durch die Nazis und einer Verhaftung durch die Gestapo. Nach einer turbulenten Zeit in Frankreich gelang ihr 1941 schließlich die Ausreise nach New York. Dort arbeitete Arendt bei jüdischen Verlagen bzw. Magazinen. Später hatte sie Professuren an der renommierten Princeton Universität – als erste Frau – und an der Universität von Chicago inne.

Nationalsozialismus, Macht, Zionismus, Judentum, Staatenlosigkeit, Emanzipation: Hannah Arendt setzte sich mit Themen auseinander, die sie persönlich betrafen. 1975 starb sie in New York. Sie war zwei Mal verheiratet.

Andra Wöllert

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