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4. Juni 2006, 14:30 Uhr

Sprengungen und Sperrungen

Nach den tödlichen Steinschlägen bleibt die Gotthard- Autobahn noch für mindestens drei Wochen gesperrt. Nachdem ein deutsches Ehepaar in seinem Auto zerquetscht wurde, hatten die Behörden die Gotthard-Autobahn gesperrt.

Aufräumarbeiten zwischen Altdorf und dem Gotthard© Urs Flueeler/AP

Drei Wochen lange dürften die Fachleute brauchen, um die zentrale Nord-Süd- Autobahn durch die Alpen gegen die Gefahr neuer Felsstürze zu sichern. Dafür werden vermutlich Sprengungen nötig. Optimistisch betrachtet könne die Transitroute am Gotthard frühestens in drei Wochen mit Einschränkungen befahren werden, teilte die Kantonspolizei Uri nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur SDA mit.

Bis dahin blieben die Autobahn und die Kantonsstraße gesperrt. Nach einem gewaltigen Felssturz vom Mittwoch, bei dem ein deutsches Ehepaar in seinem Auto zerquetscht wurde, hatten die Behörden die Gotthard-Autobahn bei Gurtnellen gesperrt. Der Pfingstverkehr wälzte sich auch am Sonntag vor allem über die San-Bernardino-Route.

Sprengung der gefährlichen Felsmassen

Nach der Prüfung aller Varianten durch Fachleute des Kantons und von Geologen komme für die Behörden nur eine Sprengung der gefährlichen Felsmassen über der Route in Frage, hieß es weiter. Um die Gefahr zu bannen, soll zunächst die Abbruchstelle gesichert werden, die rund 700 Meter oberhalb der A 2 in steilem und unzugänglichem Gelände liegt. Nach der Sprengung soll der bereits geplante Schutzwall den neuen Bedingungen angepasst und innerhalb von fünf Monaten verwirklicht werden. Am Samstagmittag war erneut ein großer Block von der Abbruchstelle gerutscht. Er blieb allerdings vor der Autobahn liegen.

Die Geologen müssen nun die damit verbundenen neuen Spannungen und Abplatzungen am Fels untersuchen. Dabei wollen sie unter anderem einen so genannten Fels-Scanner verwenden, der auf Radar-Technik beruht, berichtete die SDA weiter.

Geologen, Ingenieure und Tunnelbauer kennen zahlreiche Methoden, um die Standfestigkeit ihrer Bauwerke oder die Verschiebung von Felsen zu messen. Dazu zählen zum Beispiel empfindliche Geophone, um feine Erschütterungen im Untergrund zu erkennen. Andere Sensoren nutzen die Daten des Global Positioning System (GPS), mit dem sich feinste Positionsänderungen ausmachen lassen. Andere Methoden nutzen Zugkabel, mit denen sich die relative Bewegung von Felsen zueinander prüfen lässt. Wird dabei ein zuvor festgelegter Schwellenwert für Bewegung erreicht oder überschritten, löst das System Alarm aus.

DPA

 
 
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