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Griechisches Restaurant erhält Hass-Brief - und findet passende Antwort

Ein griechisches Restaurant erhält einen Hassbrief und veröffentlicht ihn bei Facebook. Die empörten Reaktionen zeigen, wie differenziert das Thema in Deutschland tatsächlich betrachtet wird.

Von Tim Sohr

  "Wir würden uns freuen wenn Freunde der Griechen dieses respektlose Verhalten nicht unterstützen und wir gemeinsam gegen das Hetzen der Griechen sprechen", kommentierten die Restaurant-Betreiber den Hassbrief.

"Wir würden uns freuen wenn Freunde der Griechen dieses respektlose Verhalten nicht unterstützen und wir gemeinsam gegen das Hetzen der Griechen sprechen", kommentierten die Restaurant-Betreiber den Hassbrief.

Die kontroversen Diskussionen über die griechischen Schuldenzahlungen haben einen anonymen Absender zu einem Wutbrief an das Restaurant Platon in Düsseldorf motiviert. Die Betreiber des griechischen Familienrestaurants teilten das Schreiben auf Facebook mit einem persönlichen Kommentar: "Es ist schade, sich nach 31 Jahren unwillkommen zu fühlen. Wir würden uns freuen, wenn Freunde der Griechen dieses respektlose Verhalten nicht unterstützen und wir gemeinsam gegen das Hetzen der Griechen sprechen."

"Eure neue griechische Regierung ist dreist und ungehobelt und führt sich auf wie eine Horde von manierenlosen Pennern", heißt es in dem Brief, der keinen Unterschied macht zwischen politischen Verantwortlichen und griechischen Bürgern: "Dieses Pack repräsentiert Griechenland, weil die Mehrheit eures Volkes diese Leute gewählt hat!" Außerdem verspricht der Schreiber: "Wir werden (...) ganz sicher keine griechischen Waren mehr kaufen, sondern auch euren Laden ab sofort nicht mehr betreten!" Die Besitzer sollten sich doch bitte auf den Weg "zurück in euer korruptes, stinkendfaules und total unfähiges Drecksgriechenland“ machen. Unterschrieben ist die Tirade mit den Worten: "Griechenland, nein, danke!"

"Als Europäer müssen wir zusammenhalten!"

Dank der Reaktionen in den sozialen Netzwerken geht die Hetze nach hinten los: Auf Facebook zeigen sich User betroffen und drücken ihre Solidarität mit dem Restaurant Platon und den Griechen in Deutschland aus. Die Reaktionen zeigen vor allem, dass mediale Hetze und unreflektierter Hass nur einen geringen Einfluss auf die Meinungsbildung der meisten Deutschen haben. "Es ist unverschämt und gemein. Jetzt werde ich verstärkt unser griechisches Restaurant aufsuchen", kommentiert ein User. "Ich kenne nur nette, arbeitsame, fleißige Griechen." Ein anderer der über 1600 Kommentare lautet: "Wir sind Europäer, und als Europäer müssen wir zusammenhalten!"

Innerhalb kurzer Zeit wurde der Beitrag fast 5000-mal geliked und mehr als 1800-mal geteilt. Das Restaurant bedankte sich bereits, ebenfalls über Facebook, für den landesweiten Zuspruch: "Liebe Freunde, wir sind überwältigt wie viele von euch auf diesen Brief aufmerksam geworden sind und uns in zur Seite stehen. So viele freundliche und unterstützende Nachrichten zeigen uns Deutschlands Offenherzigkeit gegenüber Griechen. Wir sind sehr glücklich, in Deutschland zu leben und fühlen uns hier zu Hause. Wir freuen uns, mit unserem Aufruf so viele Menschen erreicht zu haben, die dieser Medienhetze ein Ende bereiten möchten."

Für den anonymen Absender bleibt am Ende nur die weise Erkenntnis: "Hättest du geschwiegen, wärst du Philosoph geblieben."

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