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30. August 2007, 07:00 Uhr

Zehntausende protestieren in Athen

In Griechenland haben mehr als 15.000 Menschen gegen die ihrer Meinung nach unzureichende Reaktion der Regierung auf die verheerenden Waldbrände demonstriert. Keine guten Aussichten für Ministerpräsident Kostas Karamanlis, der am 16. September wiedergewählt werden will.

Proteste vor dem Parlament in Athen. Als Zeichen der Trauer um die Todesopfer trugen die Demonstranten schwarze Kleidung© AFP PHOTO/LOUISA GOULIAMAKI

In Athen, wo 15.000 Menschen demonstrierten, kam es zu Ausschreitungen. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, griffen etwa 300 Randalierer Polizisten mit Steinen und Latten an. Die Beamten setzten teilweise Schlagstöcke und Tränengas ein, um die Gruppe in Schach zu halten.

Aus Trauer um die 64 Todesopfer trugen die meisten Teilnehmer des Protestes vor dem Parlament in Athen schwarze Kleidung. Zudem müsse die Regierung mehr tun, um Brandstiftungen zu verhindern. Die Behörden erlauben immer wieder Bauprojekte auf abgebrannten Waldflächen. Deshalb liegen Brandstiftungen oft im Interesse von Investoren. Nichtstaatliche Organisationen und Bürger hatten die Demonstration organisiert.

Druck auf Ministerpräsident Karamanlis wächst

Einige Teilnehmer richteten höhnische Buh-Rufe gegen die Polizei, die ihrerseits einige Rauchbomben einsetzte. Die Aktion endete schließlich ohne weitere Zwischenfälle. In der nördlichen Metropole Saloniki demonstrierten etwa 1.000 Menschen in T-Shirts mit der Aufschrift "Wir sind alle vom Peloponnes". Auf dieser südlichen Halbinsel wurden die schwersten Brände mit 57 der landesweit 64 Toten registriert.

Damit wächst der Druck auf Ministerpräsident Kostas Karamanlis, der im kommenden Monat wiedergewählt werden will. Sowohl seine Partei Neue Demokratie als auch die oppositionelle sozialistische Pasok haben seit Ausbruch der Feuer an Unterstützung verloren. Kurz vorher hatte Karamanlis Wahlen für den 16. September angesetzt.

Die Waldbrände konnten derweil weiter eingedämmt werden. Viele Feuer verloren weiter an Intensität. Auch die Anzahl der Brandherde ging deutlich zurück. Die einzige noch Besorgnis erregende Feuerfront tobte im Raum der Ortschaft Kartaina auf dem gebirgigen Hinterland im Westen der Halbinsel Peloponnes. "Wir hoffen, die Lage heute in den Griff zu bekommen", sagte ein Feuerwehrmann im Rundfunk. Auch auf der Insel Euböa konnten alle Brande unter Kontrolle gebracht werden. Nach dem weiteren Abflauen der Winde hoffen die Behörden, am Donnerstag hunderte kleinere Brandherde mit Hilfe von Hubschraubern vollständig zu löschen.

Seit dem Ausbruch der Brände vor etwa sechs Tagen sind in Griechenland 64 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 184.000 Hektar Land - eine Fläche doppelt so groß wie Berlin - wurden dabei zerstört. Die griechische Regierung geht davon aus, dass die Waldbrände das Land mehr als 1,2 Milliarden Euro kosten.

Reuters, AP, DPA
 
 
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