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22. September 2009, 15:29 Uhr

Generalstaatsanwältin beschäftigte Putzfrau ohne Papiere

Als Staatsministerin sorgte Patricia Scotland für schärfere Ausländergesetze in Großbritannien. Nun kam heraus, dass die Generalstaatsanwältin selbst eine Putzfrau ohne Papiere beschäftigte.

Skandal, Briten, Scotland, Patricia Scotland

Entschuldigt sich für ihren Fehler: Großbritanniens Generalstaatsanwältin Patricia Scotland© Luke MacGregor/Reuters

Ausgerechnet die britische Generalstaatsanwältin hat eine Ausländerin ohne Aufenthaltsgenehmigung als Haushaltshilfe beschäftigt. Am Dienstag wurde Baronin Patricia Scotland dafür mit einer Geldbuße von 5000 Pfund (5500 Euro) belegt. "Ich entschuldige mich aufrichtig für meinen Fehler", erklärte die oberste Strafverfolgerin des Landes.

Forderungen nach dem Rücktritt von Scotland wies der britische Premierminister Gordon Brown am Dienstag zurück. Die Generalstaatsanwältin hatte ihre Haushaltshilfe am Mittwoch entlassen, nachdem die Presse berichtet hatte, dass die Frau illegal in Großbritannien sei.

Papiere angeblich überprüft

Die Grenzbehörden gehen davon aus, dass Scotland nichts vom illegalen Status ihrer Hausfrau wusste. Die Spitzenbeamtin gab an, die Papiere der Frau - eine 27-Jährige aus Tonga - vor der Einstellung überprüft, danach die Kopien aber weggeschmissen zu haben.

Scotland selbst wurde auf der Karibikinsel Dominica geboren. 1991 wurde sie als erste Schwarze in den Königlichen Rat berufen, in dem hohe Justizbeamte für die Königin arbeiten. Als Staatsministerin im Innenministerium war sie an Gesetzen beteiligt, mit denen die Strafen für die Einstellung illegal in Großbritannien lebender Ausländer erhöht wurden.

Im Juni hatten Enthüllungen über kompromittierende Spesenabrechnungen von Abgeordneten das Vertrauen der britischen Öffentlichkeit in die Politik erschüttert.

AP/AFP
 
 
 
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