Fünf Fragen, fünf Antworten: Franz Müntefering über den greisen Kant, das kalendarische Alter und sein Vertrauen auf palliative Medizin.
Es gibt keine objektiven Kriterien, außer – vielleicht – die individuelle Gewissheit. Aber die habe ich persönlich nicht. Generell steigt die Volksmeinung zum Alter (was Verbindlicheres gibt es nicht) mit dem Älterwerden vieler. Ich schätze, dass in diesen Jahren die meisten, die generell vom Alter sprechen, an 85 oder eine ähnliche Zahl denken. Das war auch schon 75 oder ähnlich. Kant, als er 50 wurde, wurde begrüßt mit: "Verehrungswürdiger Greis".
Ich habe mir nie ein anderes Alter als das Kalenderalter gewünscht. Und dabei bleibe ich auch. Jedes Alter ist wichtig, denn jeder Tag ist wichtig.
Ich kenne ganz Junge, Junge, Erwachsene, Ältere, Alte und Hochbetagte, die ich sehr schätze. Begeisterung ist mir aber ein zu sentimentaler Begriff, Vorbild sowieso. Warum ich die Genannten schätze? Sie sind interessant (für mich auf jeden Fall), weil sie sind, wie sie sind. Mit Berühmtheit hat das nichts zu tun.
Ich träume nicht davon. Ich hoffe, dass ich Hände und Beine bewegen kann und dass der Kopf klar ist. Ansonsten – wie es kommt. Albtraum? Lange mit großen Schmerzen leben, - aber da verlasse ich mich auf die medizinische Kunst und auf palliativ-hospizliche Hilfe.
Mich über heute freuen, diesen Tag gut bestehen, neugierig bleiben und mich bewegen.