Geiselnehmer ergibt sich der Polizei

22. Dezember 2012, 08:28 Uhr

Die Lage war gefährlich: Ein Mann hatte sich mit einer Geisel in einer Berliner Bank verschanzt. Die Polizei verhandelte fast zehn Stunden mit dem Täter - dann kam Bewegung in die Szenerie.

Bank, Berlin, Geiseln, Raub, Bankraub

Einsatzkräfte schirmen die Bankfiliale in Berlin Zehlendorf ab. Fast zehm Stunden hatte hier ein Geiselnehmer einen 40-jährigen Angestellten in seiner Gewalt.©

Am Ende lässt er seine Geisel gehen, tritt aus der Tür und lässt sich widerstandslos festnehmen. Doch fast zehn Stunden lang hat ein Mann im Berliner Stadtteil Zehlendorf mit einem Banküberfall die Polizei in Atem gehalten. Eine große Summe Bargeld und freien Abzug forderte er. Für den 40 Jahre alten Bankangestellten in seiner Gewalt hatte die Angstpartie erst am frühen Samstagmorgen ein Ende. Stundenlange Verhandlungen mit der Polizei brachten den Täter schließlich dazu, sein Vorhaben aufzugeben. Niemand wurde verletzt.

Das gute Ende war nicht absehbar: Drei Tage vor Heiligabend hatte der zunächst von der Polizei nicht näher beschriebene Täter die Bank im gutbürgerlichen Stadtteil Zehlendorf überfallen und den Angestellten als Geisel genommen. Laut Polizei konnten etwa 20 Menschen aus dem Obergeschoss des Gebäudes durch einen Notausgang flüchten.

Die Polizei zog eine Absperrung etwa 400 Meter Luftlinie von der Filiale der Deutschen Bank entfernt. Das mehrstöckige Haus mit Büros, Arztpraxen und Geschäften liegt an einer sehr verkehrsreichen Straße. "Die Atmosphäre ist beinahe gespenstisch", sagte ein Augenzeuge. Autos mussten die Straßenkreuzung weiträumig umfahren. Am Freitagnachmittag waren bereits Scharfschützen angerückt, schwer bewaffnete Polizisten sicherten das Bürogebäude an dem Verkehrsknotenpunkt.

"Das ist gefährlich, was hier passiert"

Auch Stunden nach dem gegen 15.50 Uhr gemeldeten Überfall war die Situation unübersichtlich und angespannt. Die Einsatzkräfte standen jedoch telefonisch mit dem Geiselnehmer in Kontakt. "Für uns ist so eine Situation eine ganz ernste Sachlage. Das ist gefährlich, was hier passiert", sagte ein Polizeisprecher am Einsatzort. Zwischenzeitlich hieß es sowohl eine Erstürmung der Bank als auch das Aufgeben des Geiselnehmers sei möglich.

Schließlich kam gegen 1.20 Uhr Bewegung in die Szenerie. Die wegen der nächtlichen Kälte teils in ihren Autos wartenden Reporter sammelten sich, Kameras wurden positioniert, Polizeiwagen mit Blaulicht fuhren in den abgesperrten Bereich. Kurz vor halb zwei kam schließlich die Entwarnung: "Die Geisel ist frei, der Täter festgenommen", sagte ein Polizeisprecher. Die Verhandlungstaktik sei aufgegangen. Körperlich sei die Geisel wohl unverletzt, doch eine solche Situation sei psychisch belastend und stressbeladen.

Die Polizei hatte sich mit Informationen zuvor äußerst bedeckt gehalten, um die Verhandlungen nicht zu gefährden. Unklar blieb etwa, ob der Mann tatsächlich damit drohte, die Bank mit einer Bombe in die Luft zu sprengen, wie es in Medienberichten hieß. Der Geiselnehmer forderte aber eine größere Summe Bargeld - die "Bild"-Zeitung berichtete von einer Million Euro. Dazu äußerten sich die Polizeisprecher allerdings nicht konkret.

Von den Verhandlungen der Polizei, die mit Spezialeinsatzkräften anrückte, war aus der Ferne nicht viel zu bemerken. Beamte trugen mitunter schweres Gerät in das Gebäude. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten sicherten eine Tür. "Aber es gibt keine große Bewegung", schilderten Beobachter die Situation am Abend. Bis weit nach Mitternacht tat sich nichts, dann kam das Aufatmen. Letztlich sei die Situation ja auch im Sinne des Täters gelöst worden, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. "Er ist selber unverletzt geblieben."

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Polizei
Panorama
Spende sucht soziale Helden
Aktion Deutschlands Herzschlag: Hier können Sie sich bewerben! Aktion Deutschlands Herzschlag Hier können Sie sich bewerben!
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Gast 104849: ist es möglich mit 58 Jahren (weibl.) angestellt zu werden?

 

  von hacalu: Bin zur Zeit arbeitslos, bekomme 21 Tage urlaub. Warum wird Samstag und Sonntag als Urlaubstag mit...

 

  von Gast 104798: Lohn für Wiedereinsteiger als Elektriker. Wie hoch ist der Stundenlohn?

 

  von moonlady123456: Flash-Player deinstallieren wegen Sicherheitslücke...?

 

  von Gast 104778: Sim -Karten Wechsel

 

  von Gast 104762: Ich habe bereits einen Minijob, kann man einen zweiten über seinen Ehepartner anmelden ?

 

  von Gast 104747: Wo werden Wrangler Jeans hergestellt

 

  von Gast 104735: Hausbau, steuerliche Vorteile oder auch Nachteile

 

  von Labia: Krankheitsbild

 

  von Amos: Rauchen auch auf dem Balkon bald verboten? Rauchen nur noch im Keller unter Luftabschluß?

 

  von Amos: Ich kapiere es einfach nicht: hätte ich 100.000 Schweizer Franken: wären das jetzt mehr oder...

 

  von StechusKaktus: Was genau kauft die EZB im Rahmen des QE an?

 

  von blog2011: Problem mit dem Downloadhelper auf YouTube im Firefox-Browser

 

  von bh_roth: Gibt es mehr als einen Bundespräsidenten??

 

  von Gast 104252: Umzug eines Hartz iv-Empfängers in das elterliche Haus

 

  von wiesse: Muss ein Inkassobüro den Nachweis erbringen, dass sie den Auftrag vom Auftraggeber erhalten haben

 

  von Reinhard49: wie hoch ist die Kfz-Steuer bei Dieselfahrzeugen

 

  von Gast 104125: Warum weht der Wind VOM Tiefdruckgebiet her ? Zum Luftdruckausgleich müsste ein Tief doch eher...

 

  von Celsete: Muss man sich mit dem System Hartz IV abfinden?

 

  von Amos: Hörte eben: the Secretary General für den Uno-Generalsekretär. Wieso ist das umgekehrt wie im...