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21. November 2010, 13:09 Uhr

Mehr als 30 Menschen eingeschlossen

Schwere Grubenunglücke in China: Mehr als 30 Kumpel sind unter Tage eingeschlossen, nachdem zwei Bergwerke überflutet worden waren. Auch in Neuseeland gibt es noch immer kein Lebenszeichen der Minenarbeiter.

Nach einer Überflutung in zwei chinesischen Bergwerken sind mehr als 30 Kumpel unter Tage eingeschlossen worden. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag unter Berufung auf die Behörden meldete, waren in der Mine nahe Neijiang in der südwestlichen Provinz Sichuan am Vormittag zum Zeitpunkt des Unglücks insgesamt 41 Arbeiter im Dienst. 13 von ihnen hätten sich retten können. Xinhua zufolge wurden Rettungsarbeiten eingeleitet; das Schicksal der übrigen 28 Kumpel war jedoch ungewiss. Kurz zuvor hatte die Nachrichtenagentur berichtet, dass es in der Nacht zum Sonntag auch in einer Eisenerz-Mine in der südlichen Provinz Guangxi Zhuang zu einer Überflutung gekommen war. Dort wurde demnach nach drei vermissten Arbeitern gesucht. Chinesische Minen gelten als besonders gefährlich, da immer wieder Sicherheitsvorschriften umgangen werden. Im vergangenen Jahr starben offiziellen Angaben zufolge mehr als 2600 chinesische Bergarbeiter bei Unfällen. Unabhängige Organisationen gehen aber von einer deutlich höheren realen Zahl aus, da sie vermuten, dass viele Unglücke von den Behörden vertuscht werden.

Hoffnung in Neuseeland schwindet

Gut zwei Tage nach einer Explosion in einem neuseeländischen Kohlebergwerk gibt es noch immer kein Lebenszeichen von den 29 vermissten Bergleuten. Die Rettungshelfer konnten die Mine Pike River auch am Sonntag noch nicht betreten, da nach Angaben der Betreiber unter Tage weiterhin ein Brand schwelte. Während viele Neuseeländer in den Kirchen des Landes für die Rettung der Kumpel beteten, schwand die Hoffnung, sie lebend zu finden. "Wir haben keine Ahnung, wie lange es noch dauern wird, aber wir wollen diese Jungs da rausholen", sagte der Polizist und Chef der Rettungstruppe, Gary Knowles. "Das ist eine Such- und Rettungsaktion, und die Betonung liegt auf Rettung", ergänzte er zuversichtlich. Allerdings liefe den Helfern die Zeit davon. "Es ist, als würde eine Uhr ticken", sagte der Bürgermeister des Bezirks Grey, Tony Kokshoorn. Unter Tage gab es laut Betreibern einen Brandherd. Wahrscheinlich verglühe lediglich Kohle, sagte der Chef der Unglücksmine, Peter Whittall. Dadurch werde aber hochgiftiges Kohlenmonoxid freigesetzt. Seinen Angaben zufolge soll zunächst ein Loch in den Minenschacht gebohrt werden, um die Lage besser einschätzen zu können. "Ich werde nicht 16 Jungs unter Tage schicken und riskieren, sie zu verlieren", sagte Rettungsleiter Knowles.

"Wir sind entschlossen, die Männer zu retten"

Die 29 Bergleute sind seit Freitagnachmittag in dem Bergwerk an der Westküste der Südinsel eingeschlossen. Nach ersten Erkenntnissen ereignete sich aus noch ungeklärten Gründen eine Explosion. Zwei Kumpel konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Die Vermissten wurden in einem Tunnel in 150 Metern Tiefe vermutet. Dieser liegt aber 2,5 Kilometer vom Eingang der Mine entfernt. Bereits nach der Explosion hatten sich die Rettungsarbeiten verzögert, da nach einem Stromausfall das Belüftungssystem ausfiel und weitere Explosionen befürchtet wurden. Der neuseeländische Regierungschef John Key versicherte, alles zu tun, um die Vermissten zu retten: "Das ist ein schwieriger Moment, aber wir sind entschlossen, diese Männer dort lebend herauszuholen." US-Außenministerin Hillary Clinton und Australiens Premierministerin Julia Gillard boten Hilfe an. Unterdessen wurden erste Vorkehrungen getroffen, um die Angehörigen der fünf ausländischen Kumpel nach Neuseeland zu fliegen. Unter den 29 Bergleuten im Alter von 17 bis 62 Jahren sind neben 24 Neuseeländern zwei Australier, zwei Briten und ein Südafrikaner. Der 17-Jährige soll am Freitag zu seiner ersten Schicht in die Mine gefahren sein.

Auf dem Gelände standen die Autos der Liebsten

Die Familien der neuseeländischen Bergleute durften am Sonntag zwei Stunden lang die Vorbereitungen für die Rettungsarbeiten beobachten. Dies habe ihnen dabei geholfen, die Probleme der Helfer zu verstehen, sagte Minenbetreiber Whittall. Ihr Besuch auf dem Gelände sei "emotional" gewesen, da sie dort die geparkten Autos und andere Gegenstände ihrer Liebsten gesehen hätten. "Die Menschen haben immer noch die kleine Hoffnung auf ein Wunder", sagte Priester Gerry O'Connor. In seine Kirche in Greymouth rund 50 Kilometer von der Unglücksmine entfernt und in viele andere Gotteshäuser strömten am Sonntag unzählige Menschen, um für die Kumpel zu beten. Die Mine in einem unwegsamen Kohlerevier betreibt als eine der wenigen Steinkohleabbau. Sie ging erst im vergangenen Jahr in Betrieb. Während Bergbauminister Gerry Brownlee die "solide Bauweise" lobte, gab es Berichte, wonach sich der Förderbeginn wegen Problemen verzögert hatte, unter anderem weil ein Luftschacht eingebrochen war.

fo/AFP
 
 
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