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8. Dezember 2011, 17:17 Uhr

Ermittler nehmen mutmaßlichen Islamisten fest

Die Anti-Terror-Einheit GSG 9 hat einen mutmaßlichen Islamisten der sogenannten Düsseldorfer Zelle festgenommen. Auch nachdem seine Komplizen im Frühjahr gefasst wurden, soll Halil S. Anschlagspläne weiterverfolgt haben.

Beamte von Bundeskriminalamt und GSG 9 haben in Bochum einen mutmaßlichen islamistischen Terroristen festgenommen. Der 27-Jährige soll Mitglied der sogenannten Düsseldorfer Zelle sein, die der Terrororganisation al Kaida zugerechnet wird. Nach der Festnahme kontrolliert die Polizei weiterhin ein Wohnheim in der Nähe der Ruhr-Universität. Studenten, die das Gebäude im Wohn- und Einkaufszentrum Unicenter betreten wollen, müssen sich ausweisen, wie Augenzeugen berichteten.

Bisher gebe es keine Hinweise auf konkrete Anschlagsvorbereitungen oder -ziele, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe. Er widersprach Berichten über mögliche Pläne für einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sagte, die Festnahme mache klar, dass die Gefahr durch islamistische Terroristen nicht gebannt sei. "Der Fall zeigt, dass Deutschland und Europa weiter im Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus sind", sagte der CSU-Politiker am Rande der Innenministerkonferenz in Wiesbaden. "Wir tun deswegen gut daran, wachsam auch in der Zukunft zu bleiben."

Gefälschte Papiere, mehrere Wohnungen

Bei der groß angelegten Polizeiaktion mit rund 150 Beamten am Donnerstag wurden insgesamt 18 Wohnungen und Ladenlokale in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Schleswig Holstein durchsucht. Drei mutmaßliche Terroristen der "Düsseldorfer Zelle" waren bereits Ende April festgenommen worden. Sie sollen einen Bombenanschlag geplant haben. Zu der Gruppe gehörte nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft auch ein 19-jähriger Gymnasiast aus Bochum.

Es habe Hinweise gegeben, dass der nun festgenommene Halil S. die Terrorpläne habe fortsetzen wollen, so ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Er soll sich gefälschte Papiere beschafft und unter falschem Namen mehrere Wohnungen im Ruhrgebiet für die Vorbereitung eines Attentats angemietet haben. Bislang seien aber weder Sprengstoff noch Waffen gefunden worden.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA stand der mutmaßliche Terrorist bereits seit Juli unter Beobachtung der Ermittler. Gemeinsam mit anderen Verdächtigen soll er sich über Betrügereien auf der Internetplattform Ebay Geld für seine Terrorpläne beschafft haben. Ein mutmaßlicher Mitbetrüger wurde in Kiel festgenommen. Diesem ging es aber wohl nur ums Geld - von den terroristischen Ambitionen seines Komplizen soll er nichts gewusst haben.

"Brüder, lasst uns die Arbeit zu Ende führen!"

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll der 27-Jährige im Frühjahr vom Kopf der Düsseldorfer Zelle für einen geplanten Anschlag rekrutiert worden sein. Er sollte vor allem für die finanzielle und logistische Absicherung des Attentats verantwortlich sein. Als seine Mitkämpfer versuchten, in einer Düsseldorfer Wohnung einen Bombenzünder herzustellen, ließ die Bundesanwaltschaft Ende April drei mutmaßliche Mitglieder der Gruppe festnehmen.

Nach Informationen des SWR soll sich Halil S. zwei Tage nach der Festnahme der anderen bei Ebay ein Gerät zum Aufspüren von Abhörwanzen bestellt haben. Der Chef der Gruppe soll vor seiner Verhaftung den Auftrag erteilt haben: "Brüder, lasst uns die Arbeit zu Ende führen!"

mlr/AFP/DPA
 
 
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