. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
17. September 2009, 16:24 Uhr

Todesschüsse auf einen Schwerverletzten

Der Student Tennessee Eisenberg starb im Kugelhagel, nachdem er seinen Mitbewohner mit einem Messer bedroht hatte. Zunächst hatte es nach einer polizeilichen Notaktion ausgesehen, doch nun erhebt ein Gutachten schwere Vorwürfe: Danach ähnelte der Einsatz einer Hinrichtung.

Tennessee Eisenberg, Regensburg

Tennessee Eisenberg bedrohte im April einen Mitbewohner mit einem Messer und wurde daraufhin erschossen© www.tennessee-eisenberg.de

Knapp fünf Monate nach den tödlichen Polizeischüssen auf den Regensburger Studenten Tennessee Eisenberg gibt es erhebliche Zweifel an einer Notwehrsituation der Beamten. Laut einem neuen Gutachten ist der 24-Jährige durch acht Treffer in Arme, Beine und die Lunge bereits schwerst verletzt gewesen, bevor die vier tödlichen Schüsse auf die Brust des Studenten abgegeben worden waren. Davon berichteten die Anwälte der Familie Eisenberg. Auch der Internet-Ausgabe der Internetausgabe der "Süddeutschen Zeitung" liegt das Gutachten der Universität Münster vor.

Eisenberg hatte Ende April einen Mitbewohner mit einem Messer bedroht. Der Zimmernachbar konnte flüchten und die Polizei alarmieren. Als die Beamten kamen und auf den immer noch mit dem Messer bewaffneten Studenten trafen, eskalierte die Situation. Eisenberg starb kurz nach den Schüssen in einer Regensburger Klinik. Die Angehörigen zweifeln die offiziellen Ermittlungen an und hatten deshalb bei einem Sachverständigen des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Münster ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben.

Anwälte wollen von Nothilfe nichts wissen

Die Regensburger Staatsanwaltschaft hatte den Einsatz zunächst als sogenannte Nothilfe bewertet. Der Student soll auf einen Beamten losgegangen sein, deswegen hätten Kollegen den 24-Jährigen erschossen.

Die Anwälte der Familie schildern nun allerdings einen ganz anderen Hergang. Demnach soll der schießende Polizist bei den tödlichen Schüssen an der Haustür gewesen sein. Zu diesem Zeitpunkt sei kein anderer Beamter mehr in dem Gebäude in einer Gefahrenlage gewesen sein. Außerdem handele es sich bei dem Schützen um einen Polizisten, der sechs Jahre bei einer Spezialeinheit gearbeitet habe und daher in Selbstverteidigung besonders geschult sei. Die Anwälte verlangen, dass der Einsatz nun am Tatort rekonstruiert wird. "Ich kann nicht erkennen, wo am Ende des Geschehens, als die tödlichen Schüsse fielen, eine Nothilfe- oder Notwehrsituation vorgelegen haben soll", sagte einer der Anwälte der Angehörigen, Andreas Tronicsek, der "Süddeutschen Zeitung".

Der Leitende Regensburger Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel wollte das neue Gutachten zunächst nicht bewerten. Die Prüfung könne mehrere Wochen dauern. "Wenn da wirklich etwas anderes drinsteht, werden wir die anderen Gutachter dazu befragen müssen."

DPA/ben
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Malt (18.09.2009, 13:55 Uhr)
Schweinerei!
Diese geschichte stinkt docvh von hinten bis vorne... gestern im Radio auf Bayern 2 war der Gutachter zu Gast... er meinte, im Gegensatz zu dne Aussagen der Beamten habe er im Gesicht und an den Shcleimhäuten keinerlei (!!!) Spuren von Pfefferspray nachweisen können, obwohl die Beamten ausgesagt hatten, dass ein massiver Einsatz von Pfefferspray erfolglos blieb... lediglich am T-Shirt des Opfers sei etwas Pfefferspray hängen geblieben... zudem meinte er das die Verletzungen durch die 8 Schüsse derart schwerwiegend gewesen wären, dass eine Gegenwehr oder ein Angriff, ja, jegliche schnelle Bewegung für den Studenten eigentlich unmöglich gewesen sein musste.
NewWorld (18.09.2009, 13:44 Uhr)
@dreicon
Ihre unsachlichen Kommentare können sie sich sparen. Wenn sie keine Ahnung von Schußwaffen und deren Auswirkungen haben, sollten sie einfach mal die Klappe halten.
dreicon (18.09.2009, 13:22 Uhr)
@NewWorld - auch zittern ist bewegung
und nach acht (8) treffern, noch dazu in die lunge, ist wohl davon auszugehen, dass die hand gezittert hat. da ist es natuerlich viel praktischer und effizienter, nochmals vier (4) schuesse, darunter auch der erhoffte finale, draufzusetzen. halali, oder mit der jaegersprache, sau tot.
NewWorld (18.09.2009, 11:07 Uhr)
@Bertl
Im realen Leben, anders als in Filmen, ist es kaum möglich, jemanden in die Hand zu schiessen, wenn sich dieser auch noch bewegt. Anders als im Fernsehen bricht ein Mensch auch nicht unbedingt sofort zusammen, wenn man ihm ins Bein schießt.
dreicon (18.09.2009, 10:04 Uhr)
countryjoe - im prinzip richtig,
aber hat auch nur im prinzip, und nicht in diesem falle. man kann wohl ein für einen anderen totbringendes verhalten nicht mit allgemeinplätzen erklären, wie dieses verhalten auf der anderen seite auch nicht zu verallgemeinern ist.
auch prinzipiell: es wird in deutschland niemand gezwungen, den beruf des polizisten zu ergreifen. die bedingungen, unter denen dieser beruf auszuueben ist, sind allgemein bekannt. von daher schon ungeeignet, eine solche rambotat erklären zu wollen.
es bleibt: mord bleibt mord, von wem und wann, unter welchen umständen auch immer ausgeführt. einem schon wehrlosen noch den "fangschuss" zu geben ist mord. nichts anderes.
Countryjoe (18.09.2009, 09:26 Uhr)
Immer falsch
Kaum zeigt die Polizei einmal Gegenwehr fällt man über sie her. Polizist ist wirklich der undankbarste Beruf den es gibt. Unsere Polizei braucht endlich mehr Rechtssicherheit, damit sie nicht zu Spielball politischer Interessen und Profilierungssucht wird. Nur so kann sie das Gesetz duchsetzen und nicht nur den Büger vor Gefahren, sondern auch die Gesellschaft vor dem Zerfall schützen.
DasBertl (17.09.2009, 19:27 Uhr)
@chrgue
12 (!) Schüsse sind allerdings nicht innerhalb einer zehntelsekunde abzufeuern, das schaffen sie nichteinmal mit einem Schnellfeuergewehr!
DasBertl (17.09.2009, 19:26 Uhr)
Nicht wirklich neu
Erhebliche Zweifel an der Geschichte der Polizisten bestand schon zu vor. Mir kann NIemand erzählen, das es notwendig ist, einen lediglich mit einem Messer bewaffneten Mann 12 Schüsse zu verpassen. Ein Schuss in die Messer haltende Hand hätte doch vollkommen genügt. Möglich, dass der Polizeibeamte die Nerven verloren hat; dass wirft dann aber wiederum ein extrem schlechtes Licht auf die Ausbildung unserer Polizeikräfte. Und dass das ganze dann verschleiert werden soll, ist eine riesige Sauerei.
dreicon (17.09.2009, 18:38 Uhr)
aber so was von Korpsgeist
na, @chrgue, kommt da wohl der ganze frust heraus, einen beruf gewählt zu haben, der letztendlich die gewünschte selbstbestätigung, die hebung des egos nicht gebracht hat? warum nicht? vielleicht zu lange schon in den unteren diensträngen hängenbegblieben?
ich finde es auf jeden fall gut, wenn jeder schusswaffengebrauch durch die verlängerte staatsmacht akriebisch überprüft wird. was wir brauchen sind polizisten, deren vornehmste aufgabe der schutz des lebens ist, aber keine lynchenden pseudoterminatoren.
cocowesten (17.09.2009, 18:29 Uhr)
chrgue: Zehntelsekunden?
"Laut einem neuen Gutachten sei der 24-Jährige durch acht Treffer bereits schwerst verletzt gewesen, bevor die vier tödlichen Schüsse auf die Brust des Studenten abgegeben worden waren: "Er hatte ein zerschossenes Kniegelenk und einen durchschossenen Oberarmknochen, einen Steckschuss in der Lunge sowie weitere Treffer an den Extremitäten erhalten" Soweit der Spon. Wir können uns darauf einigen, dass Respekt vor dem Polizeiberuf angebracht ist, wozu auch gehört auf Begriffe wie Bullen zu verzichten. Hier ist aber doch offensichtlich etwas alles andere als sauber gelaufen. Als Angehöriger hätte ich auch Interessse und Berechtigung die Wahrheit über die Vorgänge zu erfahren.
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe