Ein Mann aus Sachsen-Anhalt hat sich im Mexiko-Urlaub mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert. Unterdessen warnen Forscher vor den Gefahren der Massentierhaltung: Vor allem die Nähe von Schweine- und Geflügel-Zuchtstationen sei gefährlich.

Forscher warnen: Massentierhaltung fördert gefährliche Mutationen von Viren© Karl-Josef Hildenbrand/DPA
Die Schweinegrippe hat Sachsen-Anhalt erreicht: Das Robert-Koch-Institut bestätigte am Dienstag erstmals die Erkrankung eines Patienten aus dem Landkreis Harz. Der Mann war Mitte der Vorwoche von einer Mexikoreise zurückgekehrt und hatte sich am Wochenende mit Grippe-Symptomen zum Arzt begeben. Da der Krankheitsverlauf vom Arzt als sehr mild eingeschätzt wurde, musste der Mann den Angaben zufolge nicht in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Inzwischen konnte das Gesundheitsamt auch die Kontaktpersonen ermitteln. Bei ihnen wurden keine Grippe-Symptome festgestellt.
Die Zahl der weltweiten Schweinegrippefälle ist bis Dienstagmorgen auf 1269 gestiegen. Wie das EU-Zentrum für Seuchenbekämpfung in Stockholm weiter mitteilte, entfielen 107 Erkrankungen auf europäische Länder, 9 davon auf Deutschland. Am Montag hatte die Gesamtzahl der weltweiten Infektionen die 1000 überschritten.
Angesichts der weltweiten Ausbreitung warnen mehrere Forscher vor der Entstehung von Pandemien im Zusammenhang mit der Massentierhaltung. Die große Zahl von Tieren auf engem Raum fördere nicht nur die schnelle Übertragung und Vermischung von Viren, sondern auch deren Mutation, berichtet das amerikanische National Institute of Health - das größte klinische Forschungszentrum der Welt. Es bestehe die Sorge, dass eine Erhöhung der Zahl von Schweineanlagen in der Nachbarschaft zu Geflügelanlagen die Entwicklung der nächsten Pandemie weiter vorantreiben könnte.
Unterdessen beginnt sich nach tagelangem Stillstand das öffentliche Leben in Mexiko wieder zu normalisieren. Nach dem Nationalfeiertag am Dienstag sollten die Geschäfte am Mittwoch wieder öffnen, wie Präsident Felipe Calderon am Montag ankündigte. Die Wiederaufnahme des Unterrichts an Universitäten und Oberschulen wurde für Donnerstag in Aussicht gestellt. Grundschulen und Kindertagesstätten sollen am 11. Mai wieder öffnen.