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28. August 2009, 15:41 Uhr

Der Herr der Fritten

Burger statt Beluga: In Zeiten der Rezession essen die Deutschen mehr Fastfood, es ist billig und macht satt. Das freut Michael Feuerbach. Zu Besuch bei einem McDonald's-Manager.

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Michael Feuerbach kommt zwischen heißem Fett und Wärmehaube ins Schwitzen.© Jan Rübel

Erste Lektion: Kneife nie, wenn es heiß wird. Er steht an der Friteuse, die Hemdärmel hochgekrempelt, und zieht in einem Schwung den Käscher mit den Pommes aus dem brodelnden Fett. "Das kann ich noch am besten", sagt er, "das ist wie Tischtennisspielen."

Von oben dringt Hitze aus einer Wärmeleuchte, auf seiner Stirn perlt Schweiß. Doch Michael Feuerbach kann hier nicht weg. Nicht jetzt, wo eine Busladung Touristen sich vor den Kassen drängelt und seine Mitarbeiter mit Bestellungen eindecken. Da hat er sein schwarz geriffeltes Jackett ausgezogen und spielt nun mit den Pommes Pingpong.

Michael Feuerbach, 53, ist Herr über 18 McDonald's-Restaurants, da brutzeln McRibs und McNuggets, da fließen Ketchup, Senf und Mayonnaise. Alle seine Filialen sind in Berlin, so wie diese hier in Alt-Friedrichsfelde. Erst vor einem halben Jahr hat Michael Feuerbach sie gekauft - 18 Stück auf einen Schlag. "Ich wollte im mittleren Lebensalter noch einmal durchstarten" sagt er.

Zweite Lektion: Staple tief, wenn du hoch hinaus willst

Nein, ein Krisengewinnler sei er nicht. Das Wort mag Michael Feuerbach nicht. "Dass die Rezession uns hilft, ist übertrieben", sagt er und atmet erstmal durch, die Touristen verlassen mit vollen braunen Tüten das Lokal. "Wir sind einfach gut vorbreitet." Dennoch: McDonalds ist in Zeiten der Wirtschaftskrise dick im Geschäft. "Einen Umsatzrückgang spüren wir überhaupt nicht." Wie auch? Wer mittags für einen Teller Spaghetti sechs Euro zahlt, fragt sich schon mal, ob das eigentlich sein muss. Hamburger, Cheeseburger und 38 andere McDonald's-Produkten kosten weniger als zwei Euro und machen auch satt.

Der Fastfoodriese nutzt die Gunst der Stunde und investiert. 35 bis 40 neue Filialen will der Konzern in diesem Jahr gründen und 2000 neue Jobs schaffen. Bisher sind es 1333 Restaurants in Deutschland, davon 1045 in den Händen von Franchise-Nehmern - Mittelständlern, die sich in das System einkaufen und es verwalten, eins werden mit der McWorld.

Dritte Lektion: Glaube an dein Produkt (oder tu zumindest so)

Michael Feuerbach tunkt einen McNugget in Currysauce und führt ihn wie einen Löffel Kaviar zum Mund. Auch den Bic Mac würze er zuweilen gern extra mit der Currysauce, einen Royal TS indes rundet er lieber mit einer Portion Ketchup ab, jeder hat da seine Eigenheiten. "Der Geschmack ist aber nicht entscheidend", sagt er zu seinem Beruf als Gastronom, "sondern die Frage: Kann ich diesen Geschmack jeden Tag meinen Gästen vermitteln"? Er kann. Auch wenn sich Ernährungswissenschaftler quasi stündlich darüber aufregen.

Verbindlich schaut er drein. Lächelt sanft, fährt sich übers silbrige Haar und checkt auf seiner Bulgari die Uhrzeit. "Wir Mittelständler können kostenbewusster agieren als ein zentral steuernder Konzern", sagt er. Michael Feuerbach weiß, wovon er redet. Mit 28 eröffnete er sein erstes Mc-Restaurant. Die Eltern waren früh verstorben, und mittels einer Erbschaft konnte er die benötigten 25 Prozent Eigenkapital aufbringen, um ein Lokal 1984 in Bad Kreuznach zu übernehmen. "Ich wollte selbständig werden", erinnert er sich. Mit seiner amerikanischen Ehefrau hatte er auf USA-Reisen die dort stark etablierte Schnellrestaurant-Kultur kennen gelernt. "McDonald's, das war damals in Deutschland hip und spannend", schwärmt er wie von einer Jugendliebe.

Michael Feuerbach blieb treu. Der gebürtige Wetterauer kaufte in den Jahren vier weitere Lokale in Rheinland-Pfalz auf. Doch dann lockte Berlin. "Schon 1984 hatte ich mich für eine Filiale in Berlin beworben", sagt er und nimmt einen Schluck Mineralwasser zum McNugget. Michael Feuerbach verkaufte seine Restaurants im Westen, nahm einen Kredit auf und zog vor sechs Monaten in die Hauptstadt. Nun ist er der Berliner Mega-Mc.

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KOMMENTARE (6 von 6)
 
Henning100 (02.09.2009, 09:12 Uhr)
Herr Feuerbach
Ihr Tod ist vorprogrammiert, naemlich:Herz-Infarkt. Grund: falsches Essen und zuviel Stress !! Mein Rat: verkaufen Sie den ganzen 'Driet', gehen Sie mit Ihrer lieben Frau nach Asien und geniessen Sie gemeinsam das schoene Leben ! ! !
raptor-xl (01.09.2009, 10:40 Uhr)
tolle einstellung...
in der krise essen alle diesen mist dauerhaft und der steuerzahler übernimmt dann später die folgen dieser esskultur, weil die dicken, die diabetiker, die knochenporösen und die sonstigen geschädugtren, sich bei den ärzten die klinke in die hand geben und dem arbeitsmarkt dauerhaft entzogen werden.
Kroko (29.08.2009, 21:18 Uhr)
Wer glaubt
das dieser Mist billig ist, muß sich nicht wundern, wenn er am Ende des Monats kein Geld mehr übrig hat.
Wenn man zu einem Gericht schon Ketchupkleister braucht, damit es genießbar wird, hat man eh keinen Geschmackssinn mehr.

Im normalen Supermarkt einkaufen, selber kochen----dann schmeckts, ist gesünder --und das Resthirn freut sich auch noch
rrohde (29.08.2009, 13:30 Uhr)
Think Different?
Glaube nicht dass das von Ray Croc etablierte System irgendwelche Andersartigkeit zulaesst.
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Ray Croc's Traum war es ja, das von dem McDonald Bruedern erfundende, und von den Ford Motorwerken abgekupfuerte System der einheitlichen Essenszubereitung ueberall zu etablieren, so dass es auch von unqualifizierten (und dadurch billigen) Arbeitskraeften bedient werden kann.
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Ich denke mal, das jede Aenderung dessen nicht im Sinne der McDonald's Corp. sein kann.
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Gruss,
Rainer
Albinez (29.08.2009, 12:51 Uhr)
McDonalds ss billig und macht satt??
Schwarzbrot aus dem Aldi ss billig und macht satt!!
Gisella (29.08.2009, 12:47 Uhr)
-und warum
macht ein"Stern" nun Werbung für ein Unternehmen und dessen Essen, das, wenn man es zusammenstellt auch mehr als 6.00 Euro kostet. Selber kochen-gesünder und billiger pro person. Na, ja, ich bin eben "Alte Schule".
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