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26. April 2007, 16:44 Uhr

Großeinsatz nach Mord an Polizistin

Bei einer Schießerei in Heilbronn ist eine Polizistin erschossen worden, ein Kollege wurde lebensgefährlich verletzt. Die Täter entkamen mit den Dienstwaffen der Opfer. Die beiden Opfer waren im Rahmen des Programms "Sichere City" im Einsatz.

Die Leiche der getöteten Polizistin liegt nach der Tat neben dem Dienstfahrzeug der Beamten© Bernd Weißbrod/DPA

Nach den tödlichen Kopfschüssen auf eine junge Polizistin im baden-württembergischen Heilbronn haben die Ermittler noch keine heiße Spur von den Tätern. Auch der Tathergang blieb nach Angaben der Polizei zunächst völlig im Dunkeln. Die 22-jährige Beamtin war bei einem Routineeinsatz von Unbekannten erschossen worden. Ihr zwei Jahre älterer Kollege wurde bei der Schießerei lebensgefährlich verletzt und liegt mit einer schweren Kopfwunde im Koma.

"Ob die Polizeibeamten jemanden kontrollierten oder ihnen etwas verdächtig vorkam - darüber kann bisher nur spekuliert werden", teilte die Polizei mit. Es war das erste Mal seit mehr als 50 Jahren, dass in Heilbronn ein Polizist im Dienst getötet wurde.

Ein Passant hatte die beiden Polizisten auf dem Festgelände Theresienwiese gefunden. Sie lagen neben ihrem Dienstwagen. Die Dienstwaffen der Opfer - Pistolen vom Typ P 2000 - und die Handschellen fehlten. Die beiden Polizisten gehörten der Bereitschaftspolizei Böblingen an. Sie waren im Rahmen des Unterstützungseinsatzes "Sichere City" im Einsatz. Diese Aktion hat den Zweck, die Kriminalität zu verringern. Es gab nach Angaben der Ermittler keinen konkreten Auftrag für die Beamten. Sie sollten in der Heilbronner Innenstadt polizeiliche Präsenz zeigen und Kontrollen von verdächtigen Personen und Fahrzeugen durchführen.

Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein, die alle bisher eingegangenen Hinweise auf den oder die Täter überprüft. Im Rahmen der Ermittlungen wurden nach Angaben der Tageszeitung "Heilbronner Stimme" die Druckerei des Verlages und das verlagseigene Postverteilzentrum durchsucht. Angeblich hatte sich ein Verdächtiger mit einem Taxi dorthin bringen lassen. Die Ermittler seien aber nicht fündig geworden, teilte die Zeitung weiter mit.

Polizei riegelte Ausfallstraßen ab

Die Polizei war am Tatort mit einem Großaufgebot vertreten. Auch Hubschrauber waren im Einsatz. Der Verkehr rund um die Theresienwiese brach zusammen. Alle Ausfallstraßen aus der rund 120.000 Einwohner zählenden Stadt waren komplett abgeriegelt. Dadurch kam es zu großen Staus.

Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Er hoffe auf baldige Genesung des verletzten Beamten. Die Polizei werde alles tun, um die Hintergründe schnell und umfassend aufzuklären.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Raufbold (27.04.2007, 12:44 Uhr)
catchme,
du hast Recht. Was droht eigentlich den Täter für den Mord zwei Polizisten? 10 Jahre Haft? Und wenn die nur 20 Jahre jung sind, werden sie mit 30 auf den freien Fuß gelassen. Ich glaube, dass für so ein Verbrechen die Ganoven hingerichtet werden sollen. (wie in der USA)
tripex (26.04.2007, 20:58 Uhr)
frech?
@bastismutti: Was ist daran frech? Habe ich irgendjemanden direkt oder indirekt auch nur ansatzweise in irgendeiner Art beleidigt?
Im uebrigen helfen den beiden jetzt weder kluge Ratschläge noch tiefes Mitgefühl. Sie haben trotzdem mein Beileid.
@catchme: Hinsichtlich des "Wertes" eines Polizisten dachte ich eigentlich immer andersherum.
@waelder: Permanente Ueberwachung von Polizisten? Meiner Meinung nach (noch) zu teuer weil fehleranfaellig.
catchme (26.04.2007, 14:57 Uhr)
Polizei & Justiz
So schrecklich und grausam die Tat ist, so schrecklich wird es für die Angehörigen werden, wenn die Täter gefaßt sein sollten. Es wird Anwälte geben, die die Tat herunterspielen, die die Täter als Opfer irgendwelcher Umstände darstellen und es wird einen Richter geben, der auch nur an die Zukunft der Täter denken wird ... für die deutsche Justiz war ein Polizistenleben noch nie viel wert !
BEEGEESFAN (26.04.2007, 14:17 Uhr)
FASSUNGSLOS
MAN IST FASSUNGSLOS BEI SO EINER KALTBLÜTIGKEIT.DIESE ZWEI POLIZISTEN HABEN FÜR UNS DEN KOPF HINGEHALTEN UND SIND KALTBLÜTIG ERSCHOSSEN WORDEN.ICH HOFFE UND BETE DAS SIE DIE TÄTER BEKOMMEN. DEN ANGEHÖRIGEN GEHÖRT MEINES TIEFES MITGEFÜHL. BEI DIESER NACHRICHT HABE ICH DAS ERSTE MAL SEIT LANGER ZEIT WIEDER GEWEINT. EINEN SO JUNGEN MENSCHEN ZU ERSCHIESSEN. DAS SIND KEINE MENSCHEN MEHR. DIESEN ABSCHAUM KANN MAN NUR NOCH ALS WILDE TIERE BEZEICHNEN. UND ALS SOLCHE SOLLTEN SIE AUCH BEHANDELT WERDEN.
ALLEN POLIZISTEN WÜNSCHE ICH KOPF HOCH UND SCHNAPPT DIE TÄTER
waelder (26.04.2007, 12:07 Uhr)
Polizistenmord
Dass die Polizisten erst spät durch einen Spaziergänger entdeckt wurden, ist ein weiterer Skandal.
Wieviel würde es kosten, Polizisten im Außendienst mit einem Pulssensor und/oder einem Bewegungsmelder auszustatten? Sobald der Puls ausbleibt bzw. über 2-3 Minuten keine Bewegung erfolgt, sollte eine Alarmmeldung erfolgen. Oder wenigstens zu verlangen, dass sie alle 5 Minuten ein elektronisches Signal übersenden?
Dann würde nicht wertvolle Zeit verstreichen, während der die Spur erkaltet.
traldors (26.04.2007, 12:06 Uhr)
Aus nächster Nähe mit den (...)
eigenen Waffen, wenn es denn so stimmt, bedeutet neben der menschlichen Trägödie das der Beruf als Polizeibeamter auch in diesen "zivilen" Zeiten äusserst gefährlich ist.
Ohne die näheren Umstände zu kennen, vermute ich Versäumnisse auf vielen Gebieten. Der Fall ist meines Wissens einmalig in der jüngeren Geschichte bei uns.
Ich wünsche allen eingesetzten Beamten immer den "sechsten Sinn" für Gefahren. Denn da draussen kann man sich nur selber helfen (...)
Vincent_Vega (26.04.2007, 10:33 Uhr)
Erschreckend ist da noch zu wenig
wie kaltblütig muss jemand sein, dass er zwei Menschen - evt. Unbekannten, da die Dienstwaffen jan entwendet wurden, vielleicht für andere Verbrechen - in den Kopf schiesst. Um zwei Menschen in den Kopf zu treffen muss man doch bestimmt sehre nah heran gehen und ihnen ins Gesicht sehen können. Jedenfalls kann man mehr sehen als zwei Uniformen mit Dienstwaffen, nämlich den Menschen in der Uniform.
Für die Polizistin und ihre Angehörigen der tut es mir sehr leid; und selbst wenn der verletzte Polizist überlebt, werden er und seine Angehörigen noch schwer an der Rekonvaleszenz zuu leiden haben.
Benny47 (26.04.2007, 09:33 Uhr)
Erschreckend
Als Kollege möchte ich den Angehörigen meine Erschütterung und mein tiefes Mitgefühl aussprechen. Es ist einfach unfassbar.
bastismutti (26.04.2007, 09:11 Uhr)
re: Ablenkung
so eine äußerung ist eine absolute Frechheit, das 22jährige Opfer war eine Bekannte meiner Freundin.
Jetzt helfen keine klugen Ratschläge sondern tiefes Mitgefühl für die Angehörigen...
Rosenengel (26.04.2007, 08:18 Uhr)
Wären sie
im Unternehmen "Sichere Stadt" unterwegs gewesen, vieleicht wären sie dann keinen "amerikanischen" Verhältnissen zum Opfer gefallen.
 
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