. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
11. November 2011, 16:40 Uhr

Zwickauer Spur führt zu "Döner-Morden"

Der Fall des Heilbronner Polizistenmordes nimmt ungeahnte Dimensionen an: Fahnder vermuten eine Verbindung zu den "Döner-Morden". Die Bundesanwaltschaft ermittelt.

Heilbronn, Polizistenmord, Bundesanwaltschaft, Ermittlungen, Karlsruhe, Mordserie

Diese acht Männer wurden per Kopfschuss getötet. Der "Dönermord"-Serie fielen insgesamt neun Menschen zum Opfer© Bernd Thissen/DPA

Die Verstrickungen um Beate Z. und die beiden toten mutmaßlichen Bankräuber Uwe M. und Uwe B. werden immer abstruser: In der ausgebrannten Zwickauer Wohnung des Trios, das in Verbindung mit der Ermordung einer Heilbronner Polizistin im Jahr 2007 gebracht wird, haben Ermittler nun die Pistole gefunden, mit der zwischen 2000 und 2006 die sogenannten Döner-Morde verübt wurden.

Die Mordserie, der in ganz Deutschland acht türkischstämmige und ein griechischer Kleinunternehmer zum Opfer fielen, wurde nie aufgeklärt. Die Männer aus Nürnberg, München, Hamburg, Rostock, Dortmund und Kassel wurden damals alle mit der gleichen tschechischen Pistole der Marke Ceska, Kaliber 7,65, erschossen und waren Inhaber von kleinen Geschäften wie Imbissbuden, Gemüse- oder Blumenläden. Die Morde folgten stets dem gleichen Muster: Der oder die Mörder kamen am helllichten Tag, schossen ihren Opfern aus nächster Nähe in den Kopf und verschwanden, ohne große Spuren zu hinterlassen.

Die neue Dimension des Falls ruft jetzt auch die Bundesanwaltschaft auf den Plan. Nachdem tagelang verschiedene Teams im sächsischen Zwickau, im thüringischen Eisenach und in Baden-Württemberg ermittelt hatten, laufen die Fäden nun in Karlsruhe zusammen. "Es liegen zureichende Anhaltspunkte dafür vor, dass die Mordtaten einer rechtsextremistischen Gruppierung zuzurechnen sind", teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag mit.

Ermittler tappten jahrelang im Dunkeln

Am vergangenen Freitag nahmen die Ermittlungen im Fall des Heilbronner Polizistenmords nach jahrelanger Pause wieder an Fahrt auf: Ein schwerer Wohnungsbrand in Zwickau, ein Banküberfall in Eisenach und ein ausgebranntes Wohnmobil in der Nähe des Tatortes mit den zwei toten mutmaßlichen Bankräubern brachten die Fahnder auf die vielversprechende Spur.

Zuvor tappten die Ermittler viereinhalb Jahre lang im Dunkeln. Monatelang suchten sie nach einem Phantom. Erst im März 2009 stellte sich heraus, dass eine vermutete heiße DNA-Spur von verunreinigten Wattestäbchen stammte. Der SWR berichtete, dass die Polizei inzwischen davon ausgeht, dass einer der beiden 34- und 38-jährigen mutmaßlichen Bankräuber seinen Komplizen erschossen und sich dann selbst getötet hat - weil Polizisten im Anmarsch waren. Beate Z. habe dann unmittelbar nach dem Tod der beiden Männer deren Familie angerufen.

In dem zerstörten Wohnmobil fand die Polizei die Dienstwaffen und weitere Gegenstände der vor viereinhalb Jahren in Heilbronn getöteten, aus Thüringen stammenden Beamtin Michele Kiesewetter und ihres Kollegen. Der 22-jährigen Kiesewetter wurde am hellichten Tag auf einer Festwiese in den Kopf geschossen. Ihr damals 24-jähriger Streifen-Kollege wurde schwer verletzt und lag mehrere Wochen im Koma.

Beate Z. steht im Fokus der Ermittlungen

Im Fokus der Ermittlungen steht Beate Z., die in Zwickau der schweren Brandstiftung, des Mordes und des versuchtes Mordes verdächtigt wird. Doch die Frau schweigt beharrlich. Die Fahnder gehen davon aus, dass die 36-Jährige und ihre Mitbewohner Uwe M. und Uwe B. bereits Ende der 1990er Jahre Verbindungen zu rechtsextremistischen Kreisen hatten und im "Thüringer Heimatschutz" aktiv waren. Vor 13 Jahren war das Trio abgetaucht. Polizei und Staatsanwaltschaft in Zwickau hatten bereits am Mittwoch gesagt, ihnen sei das Trio, das unter verschiedenen Namen auftrat, bis zum vergangenen Freitag gar nicht bekanntgewesen.

In der Zwickauer Wohnung wurden mittlerweile Beweise sichergestellt, die auf ein rechtsextremes Motiv für die Morde hindeuten. Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass auch andere Verdächtige aus der rechtsradikalen Szene in die Taten verstrickt sind.

mlr/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Heilbronner Polizistenmord Ermittler entdecken Waffenarsenal

Beate Z. und die beiden toten mutmaßlichen Bankräuber haben in ihrer Zwickauer Wohnung offenbar ein ganzes Waffenarsenal angelegt. Ermittler fanden bisher elf Pistolen und Gewehre, darunter eine Maschinenpistole. Inwieweit das Trio in den Mord an der Heilbronner Polizistin verwickelt ist, bleibt unklar. mehr...

Augsburger Polizistenmord Polizei ermittelt im Drogenmilieu

Die Fernsehsendung "Aktenzeichen XY …" hat einen neuen Hinweis zum Augsburger Polizistenmord gebracht. Die Täter sind womöglich in Drogengeschäfte verwickelt gewesen. Einen Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen rund um den Polizistenmord von Heilbronn schlossen die Ermittler aus. mehr...

Heilbronner Polizistenmord Schlüsselfigur will weiterhin nicht aussagen

Bei einer 36-Jährigen mit Kontakten zur Neonazi-Szene laufen die Fäden im Heilbronner Polizistenmord zusammen - und von dort ins Leere. Etliche frische Spuren haben die Ermittler inzwischen gefunden, den Zusammenhang aber nicht. mehr...

Heilbronner Polizistenmord Ermittler geben Rätsel auf

Ermittlerchaos beim Heilbronner Polizistenmord: Nachdem der Stuttgarter Staatsanwalt die Aufklärung verkündete, will die Zwickauer Polizei nicht einmal den Fund der Tatwaffe bestätigen. mehr...

Mysteriöser Fall Kiesewetter Heilbronner Polizistenmord steht vor Aufklärung

Viereinhalb Jahre Rätselraten bei den Ermittlungen rund um den Heilbronner Polizistenmord - nun sieht es aus, als ob der mysteriöse Fall gelöst wurde. Jedoch widersprechen sich die Verantwortlichen. mehr...

Döner-Morde Führt die Spur des Täters zum Fußball-Wettskandal?

Die blutigen Taten wurden als Döner-Morde bekannt: Ein mysteriöser Unbekannter tötete in deutschen Großstädten zwischen 2002 und 2006 serienweise ausländische Kleinunternehmer. Nun wird spekuliert, ob zwischen der Mordserie und dem Fußball-Wettskandal ein Zusammenhang besteht. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe