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1. Juli 2009, 13:23 Uhr

Altkanzler zieht sich aus Hannelore-Kohl-Stiftung zurück

Eklat bei der Hannelore-Kohl-Stiftung: Altkanzler Helmut Kohl hat die von seiner verstorbenen Frau gegründete Stiftung für Unfallopfer mit Schädel-Hirn-Verletzungen im Streit verlassen. Als Grund führt er personelle Veränderungen an der Stiftungsspitze an.

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Streit bei der Hannelore-Kohl-Stiftung: Altkanzler Helmut Kohl ist mit der neuen Führungsspitze um Unesco-Sonderbotschafterin Ute Ohoven nicht einverstanden© Hermann J. Knippertz/AP

Aus Protest gegen personelle Neuerungen verlässt Altkanzler Helmut Kohl die von seiner verstorbenen Frau gegründete "ZNS Hannelore Kohl Stiftung". Der Ehrenvorsitzende des Stiftungskuratoriums habe seine Ämter mit sofortiger Wirkung niedergelegt, schreibt die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf ein entsprechendes Schreiben Kohls. Ein Sprecher des Altkanzlers bestätigte den Bericht, wollte aber keine Details nennen.

In dem Schreiben an die Mitglieder des Kuratoriums und des Vorstands bittet Kohl laut "Bild" auch darum, "den Namen meiner verstorbenen Ehefrau Hannelore als Stiftungsnamen nicht fortzuführen". Der Altkanzler begründete seinen Rückzug dem Bericht zufolge mit einer "unerfreulichen Übernahme" der Stiftung durch Personen, "die in keiner Beziehung zu meiner verstorbenen Frau standen". Dies sei nur möglich gewesen, weil sich die Mehrheitsverhältnisse während seiner schweren Erkrankung im vergangenen Jahr verschoben hätten. Als Folge wurden demnach Kohls Vorschläge für eine neue Satzung abgelehnt. Die Stiftung repräsentiere "in ihrer derzeitigen Verfassung nicht mehr die Interessen meiner verstorbenen Frau", zitiert die Zeitung Kohl.

Kohls Rückzug ist bei der Stiftung auf Unverständnis gestoßen. Die "ZNS - Hannelore-Kohl-Stiftung" zeigte sich von dem Schritt "überrascht". Dafür habe es "keine Signale" gegeben, sagte die Vizepräsidentin der in Bonn ansässigen Stiftung, Annegret Ritz. Ritz sagte, Kohls Vorwürfe seien "nicht nachzuvollziehen" und träfen nicht zu.

Die Stiftung, die sich um Unfallopfer mit Schädel-Hirn-Verletzungen kümmert, wurde von Kohls 2001 gestorbener Frau gegründet. Nach deren Tod übernahm die Unesco-Sonderbotschafterin Ute Henriette-Ohoven im Jahr 2002 den Vorsitz. Hannelore Kohl nahm sich vermutlich aus Verzweiflung über ihre Lichtallergie das Leben.

Über ein persönliches Zerwürfnis zwischen Kohl und Ohoven sei ihr nichts bekannt, sagte Vizepräsidentin Ritz. Im Gegenteil, Kohl habe Ohoven selbst vorgeschlagen. "Es gab in letzter Zeit zwar strittige Diskussionen, aber einen solchen Schritt hätte ich nicht erwartet." Über die Bitte Kohls, den Namen seiner verstorbenen Frau nicht mehr zu verwenden, werde die Stiftung beraten, sagte Ritz.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Bauzeichner (02.07.2009, 12:47 Uhr)
Bild-Niveau
"Hannelore Kohl nahm sich vermutlich aus Verzweiflung über ihre Lichtallergie das Leben."
Dafür ist ja wohl eine Entschuldigung bei Dr. Kohl und Familie fällig, "Herr" Online-Redakteur...
Angste (01.07.2009, 18:47 Uhr)
@raptor-xl
Wenn Kohl hinwirft, weil zwei Ärzte neu aufgenommen wurden, ist das unverständlich.
Wenn aber Kohl hinwirft, weil er eine von einem unabhängigen Kuratorium geleitete Stiftung in eine "klassische Familienstiftung" umwandeln will, in der er alleine den Vorstand einsetzen und absetzen kann. ist das wiederum verständlich. Aus seiner Sicht.
Und typisch für ihn.
tetrapanax (01.07.2009, 18:46 Uhr)
Hoffentlich
verschwindet dieser Mann jetzt endgültig mal aus den Medien!
Sternchen2020 (01.07.2009, 18:40 Uhr)
Wenn Poltiker es geschickt anstellen,
können Sie ihre gesamte Zeit in Pöstchengeschiebe verpulvern. Exzessive Gier gibt es nicht nur bei Banken.
raptor-xl (01.07.2009, 18:31 Uhr)
ist ja komisch...
...wenn gysi in berlin hinwirft, ist das verständlich. wenn lafo alles hinwirft und die spd verlässt, dann ist das verständlich. wenn herr kohl... naja, es zu kommentieren ist zu platt und blöde.
entweder hier schreiben einige mal sachliche postings oder sollten es lassen. dieses parteipolitischen klitschklatsch ohne sinn und verstand, den kann man sich schenken...
REINI2 (01.07.2009, 18:14 Uhr)
Lobbyisten wo man hinschaut!
Dem „Ehrenwort-Kohl“ war seine persönliche Macht und die Macht seiner Partei schon IMMER wichtiger als die Gesetze!
Bestechlich war er nie.... weil man dazu anders sagte:
„Eine Hand wäscht die andere“... oder
„eine Krähe hackt der anderen keine Auge aus“ oder
„Ich sage nichts, weil ich mein Ehrenwort gegeben habe“!!
Eben ein Machtmensch, der nicht mal Schuldgefühle hat..... und hatte!
Die heutigen Politiker sind leider kein bisschen anders! :-(((
kfpdm (01.07.2009, 18:06 Uhr)
Was hat dieser Satz....
"Hannelore Kohl nahm sich vermutlich aus Verzweiflung über ihre Lichtallergie das Leben." in diesem Artikel zu suchen? Vollkommen aus dem Zusammenhang gerissene Vermutung... Werden die Online Redakteure nach Buchstabenanzuahl bezahlt???
Gruß,
A.
butcher99 (01.07.2009, 16:46 Uhr)
Kohlstiftung
Falls es nicht nur gekränkte Eitelkeit des Herrn Altbundeskanzlers ist ....., ich würde der Ohoven-Bande auch keine Stiftung anvertrauen.
dippegucker (01.07.2009, 15:35 Uhr)
Kohl ? Wer...
...war das noch gleich ?
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