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7. August 2011, 14:00 Uhr

Es muss nicht immer ein Geldschein sein

Geld spenden kann fast jeder. Darüberhinaus gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, sich für die notleidenden Menschen am Horn von Afrika zu engagieren. Von Mareike Rehberg

Spenden, Hungersnot, Somalia, Horn von Afrika, Ostafrika, Hungerkatastrophe, Oxfam, Brot für die Welt, Engagement

Ein Schein für die Sammelbox: Geldspenden sind die gängigste Hilfe für die Notleidenden in Ostafrika, es gibt aber noch andere Möglichkeiten© Bernd Thissen/DPA

Unicef, Welthungerhilfe, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz - angesichts der dramatischen Hungerkatastrophe in Ostafrika werben die bekannten großen Non-Profit-Organisationen (siehe Kasten) wieder verstärkt um Spenden. 31 Prozent der Befragten einer von der ARD in Auftrag gegebenen Studie haben bereits Geld für die Hungernden in Ostafrika überwiesen, 20 Prozent haben noch vor etwas zu spenden. 45 Prozent wollen jedoch gar kein Geld geben.

Fast zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, die internationale Hilfe käme gar nicht bei den hungernden Menschen an. Nicht ganz zu Unrecht - wegen der politischen Lage in dem Bürgerkriegsland ist es schwierig, die Einwohner in den besonders schlimm betroffenen Landesteilen Somalias zu erreichen. Aber trotz der Schwierigkeiten bei der Verteilung der Hilfslieferungen fordern die UN mehr Geld. Mindestens 1,4 Milliarden seien noch notwendig, um der Katastrophe Herr zu werden. Wie aber lassen sich noch spendenmüde Deutsche zu mehr Engagement bewegen? Und können sich auch Menschen, die kein Geld übrig haben, für die Hungernden in Somalia einsetzen? Es gibt einige Alternativen zum profanen Ausfüllen eines Überweisungsscheines.

Eine Latrine für Ostafrika

Oxfam Deutschland zum Beispiel, eine Hilfsorganisation, die international mit 14 weiteren Oxfam-Organisationen und 3000 lokalen Partnern zusammenarbeitet, verbindet den Spendengedanken mit der Möglichkeit, einen Freund oder Geschäftspartner zu beschenken. Auf der Seite "oxfamunverpackt.de" kann der Schenker zwischen verschiedenen Kategorien wie „Not lindern“ oder "Existenzen sichern" wählen und im Namen des Beschenkten etwa eine Ziege, eine Latrine oder eine monatliche Trinkwasserration für 100 Menschen an Krisengebiete spenden.

Wer keine finanziellen Rücklagen hat, aber trotzdem etwas Gutes tun möchte, kann gut erhaltene Kleidung, Bücher, Haushaltswaren oder CDs an einen der 38 Oxfam Shops spenden, oder in einem der Läden auch Schichten als Verkäufer übernehmen. Generell, so eine Oxfam-Sprecherin zu stern.de, sind nicht zweckgebundene Geldspenden allerdings am wichtigsten, um Hilfsprojekte in Ostafrika und im Rest der Welt zu unterstützen.

Vor Ort helfen - keine gute Idee

Wer mit dem Gedanken spielt, selbst vor Ort mit anzupacken, hat schlechte Karten. Die Hilfsorganisationen nehmen in aller Regel keine privaten Freiwilligen mit in die Katastrophengebiete. Viele Initiativen haben selbst gar keine Leute vor Ort, sondern kooperieren mit Helfern in der Region. Oxfam wie auch Brot für die Welt betonen, der Betreuungsaufwand und die Verantwortung etwa für ungeschulte Studenten oder Praktikanten sei viel zu groß, als dass die Vereinigungen dieses Risiko eingehen würden. Auch das Technische Hilfswerk (THW), das überall auf der Welt im Einsatz ist und auch ein Erkundungsteam ans Horn von Afrika entsendet hat, schickt keine spontan Entschlossenen ins Krisengebiet. Wer das THW unterstützen will, muss Mitglied werden und eine jahrelange Ausbildung absolvieren.

Aber auch innerhalb Deutschlands können Hilfswillige aktiv werden, ohne selbst Geld zu spenden. Organisationen wie Brot für die Welt, die mit der Diakonie Katastrophenhilfe zusammenarbeitet, sind dankbar für jeden, der in seiner Freizeit Flyer verteilt, Spendenbüchsen aufstellt oder Benefizkonzerte und andere Veranstaltungen organisiert, deren Erlöse gespendet werden.

Facebook, Ebay und Co.

Nicht nur die Hilfsorganisationen selbst, auch Internetnutzer sind findig, wenn es um neue Ideen geht, um die Spendenfreude der Deutschen zu erhöhen. Facebook-Initiativen rufen nicht nur zu Spenden auf, sie stellen auch Vordrucke ins Netz, die Interessierte an ihren Bundestagsabgeordneten schicken können, um mehr Entwicklungshilfe zu fordern. Der eine oder andere verkauft gar selbst gemalte Bilder oder Kleidungsstücke auf Facebook zugunsten der Hungernden. Von dieser Möglichkeit machen auch Ebay-User Gebrauch - Kinderspielzeug, Rennräder und ramponierte Puppen werden für Somalia versteigert.

Spendewillige mit Hang zum Ausgefallenen werden also fündig. Dennoch gilt: Eine Geldspende an eine der anerkannten Hilfsorganisationen dürfte den Notleidenden in Somalia, Kenia und Äthiopien immer noch am effektivsten zugute kommen.

Hier können Sie spenden Aktion Deutschland hilft
Konto 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Kennwort: Ostafrika

Bündnis Entwicklung Hilft
Konto 51 51
Bank für Sozialwirtschaft
Bankleitzahl 370 205 00
Kennwort: Ostafrika

Ärzte ohne Grenzen
Konto 97 0 97
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Kennwort: "Horn von Afrika und andere"

Caritas international
Konto 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00
Kennwort: Hungersnot Ostafrika

Deutsches Rotes Kreuz
Konto 41 41 41
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Kennwort: Ostafrika

Diakonie Katastrophenhilfe
Konto 502 707
Postbank Stuttgart
BLZ 600 100 70
Kennwort: Ostafrika

Oxfam Deutschland e.V.
Konto 13 13 13
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00
Kennwort: Nahrungsmittelkrise Ostafrika

SOS-Kinderdörfer weltweit
Kontonummer 111 111 1
BLZ 700 700 10
Deutsche Bank München
Stichwort: SOS-Nothilfe Ostafrika

Unicef Deutschland e.V.
Konto 300 000
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00
Kennwort: Ostafrika

UNO-Flüchtlingshilfe
Konto 2000 8850
Sparkasse KölnBonn
BLZ 370 501 98
Kennwort: Hungersnot Somalia

Von Mareike Rehberg
 
 
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