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Tag 2 nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs: Während heftig über die Gefahren des U-Bahnausbaus diskutiert wird und Oberbürgermeister Fritz Schramma einen kurzzeitigen Baustopp fordert, wird es für eine Familie langsam zur schrecklichen Gewissheit, dass einer ihrer Angehörigen unter den Trümmer liegt.
Nach den Pfusch-Vorwürfen beim Bau der Kölner U-Bahn sind drei Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger suspendiert worden. Sie sollen Vermessungsprotokolle gefälscht und nicht die vorgeschriebene Zahl von Eisenbügeln eingebaut haben.
Selbst der Rosenmontag hat in Köln nicht von den Sorgen um Pfusch und Betrug beim U-Bahn-Bau ablenken können. Im Gegenteil: Sollte das Frühjahrs-Hochwasser des Rheins heftig ausfallen, denkt die Stadt darüber nach, eine Baugrube zu fluten. Dies sei die beste Methode, den instabilen Schacht zu festigen.
Der Skandal um Pfusch beim Bau der Kölner U-Bahn weitet sich aus: Nach Zeitungsinformationen besteht der Verdacht auf organisierten Betrug. Offenbar wurden Vermessungsprotokolle für stützende Bauteile systematisch gefälscht.
Acht Monate nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs ist die Katastrophe erstmals vor Gericht aufgerollt worden. Mehrere Leihgeber, die dem Archiv Dokumente anvertraut hatten, werfen der Stadt Verletzung der Sorgfaltspflicht vor. Der Richter sieht das offenbar anders.
Gegen den Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Schramma soll illegal Tonbandaufnahmen von internen Sitzungen zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs gemacht haben. Der CDU-Politiker erklärte, diese Mitschnitte seien zur Erleichterung für die Protokollführer angefertigt worden.
Der Einsturz des historischen Stadtarchivs in Köln hätte offenbar verhindert werden können, wenn frühzeitig über Grundwasser, das in die dortige U-Bahn-Baustelle eindrungen war, informiert worden wäre. Zwei Menschen verloren ihr Leben - auch, weil der Baudezernent der Stadt offenbar Informationen zurückhielt. Nun soll er gehen.
An der Einsturzstelle des Historischen Stadtarchivs sind die Einsatzkräfte auf eine erste Spur des vermissten Studenten gestoßen. Unter den Trümmern wurden die Jacke und eine Geldbörse von Khalil G. entdeckt. Auch bei der Unglücksursache sind die Ermittler offenbar einen Schritt weiter gekommen.
Noch zwei Vermisste: Am Tag nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs versuchen Rettungskräfte weiter, mögliche Verschüttete zu finden. Doch die Bergungsarbeiten sind riskant, da die Unglücksstelle einsturzgefährdet ist. Immerhin: Einige der unersetzlichen Dokumente wurden gerettet.
Nach dem Einsturz des historischen Stadtarchivs in Köln wollen die Rettungskräfte am Mittwoch die Suche nach Vermissten fortsetzen.
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