. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
17. Juli 2010, 12:27 Uhr

Bahnchef nimmt Mitarbeiter ins Visier

Wer ist schuld am Hitze-Desaster in den ICEs? Bahnchef Grube hat schwere Vorwürfe gegen seine Mitarbeiter in den Pannenzügen erhoben - aber auch die Hersteller will er nicht davonkommen lassen.

Bahn, Deutsche Bahn, Bahnchef, Rüdiger Grube, Mitarbeiter, Zugführer, ICE, Chaos, Hitze, Klimaanlagen, Hitzechaos, 32, 35, 45 Grad, Ramsauer, Aigner

Geht mit seinen Mitarbeitern streng ins Gericht: Bahnchef Rüdiger Grube© Sean Gallup/Getty

Knapp eine Woche, nachdem mehrere Fahrgäste in überhitzten ICE-Zügen kollabiert sind, hat Bahn-Chef Rüdiger Grube das Krisenmanagement seiner Mitarbeiter im Zusammenhang mit den ausgefallenen IC- Klimaanlagen kritisiert. "Es sind anscheinend Fehler gemacht worden. Die Staatsanwaltschaft und auch wir untersuchen diese Fälle derzeit ganz genau. Und die Wahrheit muss auf den Tisch", sagte Grube dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Für solche Krisenfälle gebe es bei der Bahn genaue Handlungsanweisungen für das Zugpersonal. Dazu gehöre, den Wagen schnellstmöglich zum Stillstand zu bringen und zu versuchen, die Klimaanlage wieder in Gang zu kriegen. Falle sie total aus, müsse ein Ersatzzug organisiert werden. Das habe ein paar Mal nicht geklappt.

Grube greift mit seiner Äußerung in die Debatte über die Ursachen des Hitze-Chaos vor allem bei den ICEs ein. In der vergangenen Woche war immer wieder darüber spekuliert worden, wie es sein kann, dass die Bahn nicht in der Lage ist, ihre ICEs bei für Deutschland durchaus üblichen Temperaturen nicht zu mobilen Saunen werden zu lassen. Mangelhafte Wartung war ebenso als Erklärung angeführt worden wie angeblich technisch unzureichende Züge. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld nahm sogar Ermittlungen gegen einen Zugführer wegen des Vorwurfs fahrlässiger Körperverletzung auf.

Grube hält weitere Ausfälle für möglich

Grube betonte, er sei von den Problemen mit den Klimaanlagen völlig überrascht worden. Es habe entgegen anderslautender Berichten vorher keine Probleme mit dem Bauteil gegeben, sagte der Bahnchef. Weitere Ausfälle der Klimaanlagen in den betroffenen Zügen seien nicht auszuschließen: "Wenn ich sagen würde, es fällt diesen Sommer nie wieder eine Klimaanlage aus, dann würde ich lügen. Aber ich kann Ihnen versichern, dass wir Tag und Nacht arbeiten werden, um die Probleme in den Griff zu kriegen."

Kritik übte Grube erneut an der Bahnindustrie. "Natürlich bin ich verärgert. Weil letztlich unsere Kunden und unsere Mitarbeiter die immer neu auftretender Probleme bei den Zügen ausbaden müssen." Jede der bislang ausgelieferten Baureihen habe ihre Macken gehabt. Zur Frage, ob die Industrie mithaften müsse, sagte Grube: "Darüber können wir reden, wenn wir die Probleme im Griff haben."

Die Pannenserie bei Klimaanlagen der ICE-2-Baureihe wird am kommenden Dienstag bei einem Spitzentreffen in Berlin erörtert. Daran sollen außer Grube und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auch die Verkehrsexperten der Bundestagsfraktionen teilnehmen.

Ramsauer macht Börsenpläne verantwortlich

Ramsauer machte den vor Jahren geplanten Börsengang für die Bahnmängel verantwortlich. "Der heutige Bahnvorstand um Rüdiger Grube löffelt die Suppe aus, die von der alten Unternehmensführung vor Jahren eingebrockt worden ist", sagte Ramsauer in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) kritisierte die Informationspolitik der Bahn. "Das war Salamitaktik und kein Krisenmanagement", sagte Aigner der "Bild am Sonntag". "Erst waren angeblich nur zwei, drei Züge betroffen, dann Dutzende. Inzwischen ist klar, dass es sich um ein generelles Problem handelt." Die Probleme mit den Klimaanlagen müsse die Bahn jetzt schnell in den Griff kriegen, mahnte Aigner. Temperaturen von mehr als 32 Grad Celsius seien nichts Ungewöhnliches. "Ich verlange, dass Reisende in Zügen unverzüglich über den Ausfall der Klimaanlage informiert werden. Das Personal muss für solche Situationen sensibilisiert werden, auch müssen immer ausreichend Getränke an Bord sein."

DPA/AFP/fgüs
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Bahn-Berater Brunnhuber zum Hitze-Problem "Niemand ging von 35 Grad aus"

Wer ist Schuld am ICE-Hitze-Chaos? Im stern.de-Interview spricht der Bahn-Sonderbeauftragte Brunnhuber über die Klimaanlagen, die Kunden, Imageschäden und die Stimmung von Bahnchef Grube. mehr...

Brief an Bahn-Chef Grube Kümmern Sie sich um Ihre Fahrgäste!

Defekte Züge, überfordertes Personal. Bei der Bahn stimmt etwas Grundsätzliches nicht: Offenbar steht das Wohl der Fahrgäste nicht mehr an oberster Stelle. Ein offener Brief an Bahnchef Rüdiger Grube. mehr...

Hitze-Drama bei der Deutschen Bahn Die Höllenfahrt der 10f

50 Grad, kollabierende Schüler, kaum Hilfe von der Bahn: Die ICE-Tortur der 10f vom Willicher St. Bernhard Gynasium empört Deutschland. Die Lehrerin erzählte stern.de, wie der Tag der Qualen ablief. mehr...

Bahn will Klimaanlagen austauschen Neue Aggregate sollen bis 45 Grad arbeiten

Nach einer knappen Woche Hitze-Drama bei der Bahn hat Konzernchef Rüdiger Grube angekündigt, die Kühlsysteme zu erneuern und eine Erneuerung der Klimaanlagen des ICE-2 zu prüfen. Mit dem Sparkurs der Bahn hätten die Probleme in den Hitze-Zügen nichts zu tun. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe