Dieser Sommer dauert erstmal bis Freitag

17. Juni 2013, 11:46 Uhr

Er hat noch gar nicht begonnen und gilt schon als wankelmütig: der diesjährige Sommer. Er beschert uns in dieser Woche den bisher heißesten Tag des Jahres. Schon bald aber wird es wieder kühler.

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Noch sind die Badeseen hierzulande kalt, auf den Bergen blitzt sogar Schnee - bisher hat die Sonne Deutschland und weite Teile Europas eher gemieden, das Wetter war mau. Doch in dieser Woche wird es heiß und heißer: Knapp vor dem kalendarischen Sommerbeginn und zum Start der ersten Sommerferien in einigen Bundesländern sind endlich Sonnencreme und Flip-Flops dran. Erst am Freitag dürfte es wieder kühler werden.

Ab heute stehe Deutschland eine drei- oder viertägige Hitzewelle mit starker bis extremer Wärmebelastung ins Haus, heißt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Auch nachts bleibe es wohl ziemlich warm. Vor allem in einigen Städten würden die Nächte tropisch. Das heißt, die Temperatur sinkt nicht unter 20 Grad. Aktuell sind laut DWD den Alpen und in den Mittelgebirgen vereinzelte kräftige Gewitter möglich.

Wetterexperten sehen sogar den heißesten Tag des Jahres auf uns zukommen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) und der Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net sind sich einig, dass es der Mittwoch wird. "Dann kann es stellenweise auf 37 oder 38 Grad raufgehen. Das wird mit einer großen Schwüle verbunden sein", sagt Jung.

In Konstanz werden 33 Grad erwartet

Schon an diesem Montag ist es teils richtig heiß, vor allem im Süden. Einen Spitzenwert erwartet der DWD für Konstanz mit 33 Grad, in Nürnberg und Stuttgart wird es bis zu 32 Grad mollig. Im Norden ist es dagegen deutlich kühler: Hamburg erreicht 22 Grad. An der Ostsee, in Rostock, ist es heute mit 19 Grad sogar noch etwas frischer. 14 bis 17 Grad hat das Wasser in Küstennähe - an den Nordseeinseln teils auch weniger.

Trotz der Temperaturunterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland: Sonnig ist es überall, der Blick auf die Deutschland-Wetterkarte macht gute Laune. Und so können die Berliner am Mittwoch bei strahlendem Wetter in ihre Sommerferien starten, ebenso Hamburger und Brandenburger tags darauf. Für den Sonnenschein sorgt Hoch Velvet, erklärt Wetterexperte Jung. Und das Tief Manni sauge die heiße Luft direkt aus Nordafrika zu uns. "Dadurch wird es jeden Tag ein paar Grad heißer", verspricht Jung.

Doch dieser Sommer steht leider derzeit im Verdacht, unzuverlässig zu sein. Denn zu seinem offiziellen Beginn am 21. Juni als längstem Tag des Jahres – das ist am Freitag - könnte schon wieder der Regenschirm nützlich sein. "Am Donnerstag wird es überall richtig krachen", heißt es beim DWD. Eine Kaltfront erreicht dann Deutschland und bringt kräftige Schauer, Gewitter, Starkregen und auch Hagel. Bei den Sonnwend- und Johannisfeuern, die am Freitag in Dörfern und auf den Bergen nach altem Brauch brennen, sind sogar Jacken angesagt. Alles Weitere ist offen - eine exakte Vorhersage, die länger als ein paar Tage gilt, ist unmöglich.

"Da ist noch alles drin"

"Im Moment kann noch niemand sagen, wie der Sommer insgesamt wird - da ist noch alles drin", sagt Gerhard Lux vom DWD. Die Prognosen seien immerhin dank Satellitenbildern und Hochleistungsrechnern viel präziser geworden. "Heute ist die Vorhersage für den sechsten Tag deutlich besser als in den 1970er Jahren für die nächsten 24 Stunden." In drei Stunden errechne der DWD-Computer das Weltwetter für sieben Tage; für bis zu 14 Tage gebe es Trends. "Aber danach ist einfach Schluss." Die einzige langfristige Prognose gebe es in Sachen Klimawandel - und da sei nur klar, dass die Temperaturen steigen und sich Wetterextreme mehren.

Eine Vorhersage für ein Jahr, wie sie der oberbayerische Hobby-Wetterfrosch Josef Jägerhuber für seine Heimat im weiten Umkreis Starnbergs wagt, ist aus Sicht der Meteorologen schlicht unmöglich.

Hobby-Meteorologe liegt verblüffend gut

Der 87-Jährige, der seit mehr als 50 Jahren das Wetter seiner Heimat aufzeichnet, schwört hingegen - wie der Hundertjährige Kalender - auf den Sieben-Jahres-Rhythmus. Und lag mit seiner zu Jahresbeginn erstellten Prognose bisher verblüffend richtig: Winter bis in den März, der April mit Regen, die ersten Maitage schön, dann unfreundlich und kalt - und der Juni sehr niederschlagsreich mit Tagen, an denen die Heizung angeschaltet werden muss. Das verheerende Hochwasser habe er zwar nicht explizit vorhergesagt - aber den vielen Regen schon, sagt Jägerhuber nicht ohne Stolz.

"Die Meteorologen sagen, wir sind Scharlatane", sagt Jägerhuber. Aber: "Ich liege dieses Jahr ziemlich gut mit meinen Prognosen." Wer in Oberbayern Urlaub machen will, sollte das laut Jägerhuber im Juli tun. "Der schönste Sommermonat wird der Juli." Im August komme schon wieder Regen. Die DWD-Meteorologen wagen hier – natürlich - noch keine Prognose.

anb/dho/DPA
 
 
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