Mittelerde im Museum

11. Dezember 2012, 13:52 Uhr

Mystische Gestalten in der Schweizer Bergwelt: Ein deutscher Millionär will ein Hobbit-Museum auf 300 Quadratmetern bauen. Ein gewagtes Projekt.

Hobbit, Schweiz, Mittelerde, Herr der Ringe, Premiere

So wird es aussehen: Ein Entwurf des Hobbit-Museums in der Schweiz, das 2013 eröffnet werden soll.

Liegt Mittelerde wirklich in Neuseeland? Millionen von Menschen mögen das glauben, seit Hollywood-Regisseur Peter Jackson dort mit der Verfilmung der Werke von Hobbit-Erfinder J.R.R. Tolkien begann. Doch in der Schweiz verweist so mancher darauf, dass der Vater der Fantasiewelt sich wohl einst bei Spaziergängen durch Berglandschaften der Alpenrepublik inspirieren ließ. Ein Deutscher baut nun im Heidiland eine Kultstätte für die Hobbits.

Spätestens im September 2013 will der aus Mainz stammende Ex-Fondsmanager und einstige Bundeswehr-Unteroffizier Bernd Greisinger seine "Mittelerde Collection" eröffnen. Das private Museum entsteht unter der Erde seines riesigen Grundstücks am Rande des Dorfes Jenins im Bergkanton Graubünden. In 14 Räumen auf rund 300 Quadratmetern birgt es Greisingers Sammlung von Kunst, Literatur und Merchandising-Artikeln der Hobbit-Sphäre - nach Angaben des Mäzens "die international größte Sammlung dieser Art".

"Schon seit Jahren fasziniert mich die von Tolkien geschaffene Welt mit all ihren Geschöpfen und wunderbaren Ideen", berichtet der 48-Jährige. "Besucher werden sich hier wie in Mittelerde fühlen können." In der Fantasy-Szene gilt der Deutsche als einer der leidenschaftlichsten Mittelerde-Sammler.

Bereits Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro

Dass nach der "Herr der Ringe"-Trilogie jetzt die von Fans heiß ersehnte Verfilmung von Tolkiens Kinderbuch "Der kleine Hobbit" in die Kinos kommt, hat Greisingers Bauprojekt zu neuem medialen Interesse verholfen. Mindestens zwei Millionen Euro hat sich der Wahl-Schweizer, der nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 aus dem Investmentgeschäft ausstieg, die Verwirklichung seines "tolkienen" Traums bereits kosten lassen.

Gegen eine baldige Amortisation hätte er wohl nichts einzuwenden. Aber der Profit scheint ihm heute nicht mehr so wichtig. Ihm liege ein Angebot vor, wieder als Fondsmanager zu arbeiten, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Aber dazu habe er keine Lust mehr.

Greisingers Leidenschaft liegt inzwischen unter der Erde - dort, wo er sich zum Beispiel in die Höhle des kleinen Hobbits zurückziehen kann. Ganz und gar gestaltet nach der Filmvorlage von "Herr der Ringe" verfügt sie über eine Küche, ein Duschbad und drei Räume. "Da kann man auch schon mal übernachten."

Eine Kultstätte für die Hobbits im Heidiland

Die Höhle gehört zu den bereits fertiggestellten Prunkstücken des Hobbit-Museums, dessen Besuch sich leicht mit Abstechern zur nahen Freizeitregion Heidiland verbinden lassen wird. "Wir arbeiten jeden Tag fleißig am Innenausbau", berichtet Greisinger.

Dazu gehören etliche Großfiguren aus Tolkiens Fabelwelt - von Frodo Beutlin über Gollum bis zu Gandalf - Zwergen- und Zauberer-Outfits, Riesenspinnen und der fauchende Drache Smaug. Gestaltet wird das alles von dem italienischen Allround-Künstler Ivan Cavini.

Die Schau umfasst rund 600 Gemälde, zu denen sich mehr als 100 Künstler von Tolkien inspirieren ließen. Hinzu kommen mehr als 3000 Bücher aus etlichen Ländern. "Wir bauen hier auch ein großes Literaturarchiv zum Thema Mittelerde auf", sagt der Gründer.

Auch eine Bibliothek soll es geben

Mit der Baubewilligung für die unterirdischen Anlagen gab es in der an Bunkern überreichen Schweiz keine Probleme. Sorgen macht sich der eine oder andere in der verschlafenen 850-Seelen-Gemeinde Jenins allerdings über einen vielleicht allzu großen Besucheransturm auf Greisingers Mittelerde-Museum.

Impulse für den Fremdenverkehr seien zu begrüßen, sagte Gieri Spescha, Sprecher der Tourismusorganisation Graubünden, dem "Tages-Anzeiger". Allerdings habe ein Hobbit-Museum keinen direkten Bezug zur Region. "Es kann irgendwo auf der Welt stehen." Im Unterschied zur legendären Kinderbuchfigur Heidi, die ganz authentisch zu Graubünden gehöre.

Panorama
Spende sucht soziale Helden
Aktion Deutschlands Herzschlag: Hier können Sie sich bewerben! Aktion Deutschlands Herzschlag Hier können Sie sich bewerben!
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von dorfdepp: Soll sich die westliche Welt Kuba gegenüber öffnen?

 

  von dorfdepp: Gibt es noch Vorbehalte gegen Online-Banking?

 

  von JennyJay: Heißt es "mittels Mobilkrane" oder "mittels Mobilkränen"?

 

  von bh_roth: Vorsätzliche Tötung

 

  von Amos: Warum muß ein Blinder bei "Wetten dass" eine geschwärzte Brille tragen?

 

  von Amos: Seit heute steigen die Preise der DB, wenn ich per Kreditkarte oder Internet bezahle.

 

  von Bananabender: Der Mythos Megapixel

 

  von Amos: Warum müssen verunglückte Reitpferde immer eingeschläfert werden?

 

  von Amos: Haus mit 5 Wohneinheiten. Jetzt steht eine Wohnung längere Zeit leer. Wie verhält es sich dann mit...

 

  von Amos: Smartphones zu Weihnachten: Kaufentscheidung abhängig von der Fotoauflösung? Telefonieren wäre doch...

 

  von StechusKaktus: Wie kann die kalte Progression abgeschafft werden?

 

  von bh_roth: Gastherme versetzen

 

  von Bananabender: Drucker Patronen

 

  von bh_roth: Lichterführung bei speziellen LKW

 

  von Amos: Wenn ich einen Karton Sekt aus Bequemlichkeit im Kofferraum "vergesse": wie hoch ist die...

 

  von Musca: Vogelschwarm filmen

 

  von Amos: Da ich als Arzt nicht mehr tätig bin, habe ich meine Berufshaftplicht gekündigt.

 

  von Amos: Eine Fondsgesellschaft schickt mir am 2..12.2014 die Steuerbescheinigung für 2013. Obwohl ich meine...

 

  von Gast: Ist der Nahme "Haircouture" geschützt

 

  von Gast: ich habe eine rente in höhe von 760 ?,wie viel kann ich dazu beantragen?